Notfallvorsorge: BG ETEM fordert regelmäßige Schulungen und Vorbereitung
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 13:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) hat heute neue Empfehlungen zur betrieblichen Notfallvorsorge veröffentlicht. Experten betonen: Regelmäßige Schulungen und konsequente Vorbereitung können im Ernstfall Leben retten und gesundheitliche Folgeschäden minimieren.
Unternehmen sollen ihre Erste-Hilfe-Organisation in festen Intervallen kritisch prüfen. Das schnelle Handeln bei Notfällen sei die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Rettungskette, sagt Arbeitsmediziner Arno Siepe. Betriebe müssten nicht nur ausreichend Ersthelfer benennen und qualifizieren, sondern auch das benötigte Material sichtbar und leicht zugänglich organisieren.
Strukturierte Vorbereitung als Standard
Ein zentraler Punkt: Das Thema muss im Arbeitsalltag dauerhaft präsent sein. Praktische Übungen helfen, Hemmschwellen abzubauen. Eine klare Struktur im Betrieb sorgt dafür, dass im Unglücksfall keine wertvolle Zeit durch Unklarheiten über Zuständigkeiten verloren geht.
Parallel dazu hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) gestern spezifische Anforderungen für moderne Arbeitsbereiche formuliert. Der Verband fordert eine jährliche Unterweisung für Personal, das mit Elektro- und Wasserstofffahrzeugen arbeitet. Für diese spezialisierten Schulungen stehen mittlerweile auch digitale Formate bereit.
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Unfallzahlen sinken – Prävention wird gefördert
Aktuelle Daten der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) belegen die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen. Im Jahr 2025 sank die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in der Landwirtschaft um 4,6 Prozent. Trotzdem machen Stolper-, Sturz- und Umknickunfälle mit 28 Prozent weiterhin einen erheblichen Anteil aus.
Zur Verbesserung der Arbeitssicherheit werden Investitionen in technische Schutzmaßnahmen mit bis zu 25 Prozent der Anschaffungskosten gefördert. Auch die psychische Gesundheit rückt stärker in den Fokus: Für Einsatzkräfte wie Feuerwehrleute entstehen spezielle digitale Systeme zur Stressprävention und Selbstregulation.
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Politische Debatte um Ausbildung und Attestpflicht
Während die Berufsgenossenschaften die betriebliche Praxis stärken, gibt es politische Kritik an der Ausbildungssituation. Im ersten Quartal 2026 absolvierten bundesweit 69.008 Schüler kostenfreie Kurse in Erster Hilfe und Katastrophenschutz. Der Grünen-Abgeordnete Leon Eckert kritisiert eine mangelnde Förderung des Ehrenamts – der Fokus liege zu stark auf technischen Aspekten statt auf der personellen Stärkung.
Parallel dazu zeichnet sich eine Debatte über neue gesetzliche Rahmenbedingungen ab. Die Bundesregierung plant eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag. Unternehmen wie Airbus und die Handwerkskammer Schwaben begrüßen die Maßnahme. Andere Großunternehmen wie Audi oder Kuka wollen die weitere Entwicklung abwarten, bevor sie ihre internen Prozesse anpassen.
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