NRW: Bund muss Nahverkehr 'solide finanzieren'
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 12:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Die Lage im Nahverkehr bleibt ernst", sagte Krischer der Deutschen Presse-Agentur. Der Bund habe zu lange zugesehen, statt rechtzeitig fĂŒr eine verlĂ€ssliche Finanzierung zu sorgen. "Wer einen leistungsfĂ€higen Nahverkehr will, muss ihn auch solide finanzieren."
Hintergrund des Konflikts ist ein Urteil des EuropÀischen Gerichtshofs, der im MÀrz die sogenannte Trassenpreisbremse gekippt hatte, durch die Unternehmen im Schienenpersonennahverkehr von stark steigenden Trassenpreisen ausgenommen waren. Nun soll diese Schienenmaut im kommenden Jahr um fast 8 Prozent steigen.
"Mieseste QualitÀt bei der Infrastruktur"
"Allein die Konsequenzen des Trassenpreisurteils belasten NRW mit 225 Millionen Euro zusĂ€tzlich", sagte Krischer. "Es wird Zeit, dass der Bund endlich VorschlĂ€ge fĂŒr die Trassenpreisreform auf den Tisch legt. Deutschland hat europaweit die höchsten Trassenpreise und gleichzeitig die mieseste QualitĂ€t bei der Infrastruktur." Die schwarz-rote Koalition hatte in ihrem Koalitionsvertrag eine entsprechende Reform angekĂŒndigt.
Die Verkehrsministerkonferenz von Bund und LĂ€ndern trifft sich am Mittwoch und Donnerstag im bayerischen Hohenschwangau, wo das Thema Trassenpreise auf den Tisch kommt. Betroffen sind potenziell viele Pendler, zu deren Ungemach Einschnitte im Schienenregionalverkehr drohen. "In Nordrhein-Westfalen verhindern wir, dass 2027 wegen der Trassenpreise ZĂŒge abbestellt werden mĂŒssen", sagte Krischer. "Aber klar ist: Das kann auf Dauer kein Land allein auffangen."
