ElektromobilitÀt rechnet sich heute schon - wenn das Laden passt
30.04.2026 - 08:30:00 | presseportal.deHerr Speidel, viele Unternehmen diskutieren derzeit ĂŒber die Elektrifizierung ihrer Flotten. Gleichzeitig zögern viele noch. Woran liegt das aus Ihrer Sicht?
ElektromobilitĂ€t wird hĂ€ufig noch mit Reichweitenangst, langen Ladezeiten und hohen Kosten verbunden. Die RealitĂ€t sieht jedoch lĂ€ngst anders aus. Elektrofahrzeuge sind technisch effizienter und im Betrieb deutlich gĂŒnstiger als Verbrenner.
Woran lÀsst sich das konkret festmachen?
An der Total Cost of Ownership. In vielen FĂ€llen liegen die Gesamtkosten einer Elektroflotte heute bereits 10 bis 20 Prozent unter denen einer vergleichbaren Verbrennerflotte - vor allem dank niedrigerer Energiekosten. Hinzu kommt der geringere Wartungsaufwand. Ich selbst fahre seit ĂŒber 10 Jahren elektrisch und habe mit meinem aktuellen Fahrzeug inzwischen rund 300.000 Kilometer zurĂŒckgelegt. AuĂer einmal BremsbelĂ€ge musste praktisch nichts ersetzt werden und die Batterie ist noch immer in hervorragendem Zustand.
Wenn Fahrzeuge wirtschaftlich ĂŒberzeugen, stellt sich die Frage: Warum tun sich viele Unternehmen dennoch schwer mit der Elektrifizierung ihrer Flotte?
In der Praxis geht es meist weniger um das Fahrzeug als um die Ladeinfrastruktur. Unternehmen ĂŒberlegen: Reichen einfache Wallboxen? MĂŒssen wir unseren Netzanschluss ausbauen? Viele fĂŒrchten, dass Ladeinfrastruktur teuer oder kompliziert sein könnte.
Die entscheidende Frage ist: Wie lÀsst sich Laden so organisieren, dass es zum Betrieb passt? Denn im Idealfall passt sich das Laden dem Arbeitsalltag an - nicht umgekehrt.
Welche Optionen haben Flotten heute beim Laden?
Viele Unternehmen denken zunĂ€chst an drei klassische AnsĂ€tze: Erstens Wallboxen. Sie sind vergleichsweise gĂŒnstig und einfach zu installieren, laden jedoch langsam und blockieren oft unnötig viel der bereits vorhanden NetzkapazitĂ€t. AuĂerdem ist es fĂŒr Flotten unpraktisch, wenn Fahrzeuge im Arbeitsalltag flexibel verfĂŒgbar sein mĂŒssen und nicht stundenlang am Kabel hĂ€ngen können. Zweitens das öffentliche Schnellladenetz. Auf langen Strecken ist es unverzichtbar. Im Alltag bedeutet es jedoch zusĂ€tzlichen Aufwand, weil Fahrzeuge gezielt zu Ladestationen fahren mĂŒssen und Mitarbeiter wĂ€hrenddessen gebunden sind. Hinzu kommen die meist höheren Strompreise am Ladepark. Drittens der Ausbau des eigenen Netzanschlusses, um leistungsstarke Schnelllader zu betreiben. Das ist allerdings teuer, erzeugt laufende hohe NetzgebĂŒhren und dauert mehrere Jahre, weil Genehmigungen und Bauarbeiten erforderlich sind.
Genau an diesem Punkt setzen batteriegestĂŒtzte Schnelllader an. Können Sie kurz erklĂ€ren, wie dieses Konzept funktioniert?
Batteriegepufferte Schnelllader nutzen eine integrierte Batterie als Puffer zwischen Stromnetz und Fahrzeug. Eine Netzanschlussleistung von 22 bis 87 kW lÀsst sich so auf bis zu 300 kW Ladeleistung steigern. Ein Beispiel ist unser ChargePost, der auch bei begrenzter NetzkapazitÀt Schnellladen auf dem eigenen GelÀnde ermöglicht.
Viele Unternehmen scheuen dennoch eigene Ladeinfrastruktur. Oft aus Sorge, dass Betrieb und Sicherheit zu aufwendig sein könnten.
Das hören wir tatsĂ€chlich hĂ€ufig. Deshalb ist ein erfahrener Partner wichtig, einer der handlungsfĂ€hig ist auf allen Ebenen und den Kunden langfristig begleitet. Entscheidend sind IT-Sicherheit, Betriebssicherheit und Service. Unsere Systeme werden in Deutschland entwickelt und produziert und ĂŒber eine eigene Serviceorganisation betreut. FĂŒr viele Unternehmen ist genau diese VerlĂ€sslichkeit ein entscheidender Faktor.
Was raten Sie Unternehmern, die ĂŒber die Elektrifizierung ihrer Flotte nachdenken?
Entscheidend ist, die Elektrifizierung nicht nur aus der Perspektive von Fördermitteln zu betrachten, sondern aus unternehmerischer Sicht. Wer elektrisch fĂ€hrt, profitiert von geringeren Wartungskosten und UnabhĂ€ngigkeit von Ălpreisen. Zudem drĂŒcken ein Energiemanagement und eigene Stromerzeugung, etwa ĂŒber PV-Anlagen, die Betriebskosten signifikant. DarĂŒber hinaus kann ein Pufferspeicher zur Optimierung eines Standortes eingesetzt werden und beispielsweise Lastspitzen kappen. Ein ChargePost kann sogar am Energiemarkt teilnehmen. ElektromobilitĂ€t ist deshalb lĂ€ngst kein reines Nachhaltigkeits-Projekt mehr. FĂŒr viele Unternehmen ist sie schlicht eine wirtschaftlich sinnvolle Technologie.
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Katharina Decken
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