Ifo-Analyse: Konjunkturkrise trifft vor allem den Westen
29.11.2024 - 10:58:22Die Konjunkturkrise trifft vor allem die industriellen Zentren im Westen Deutschlands, der Osten hingegen wĂ€chst. Das geht aus einer vom MĂŒnchner Ifo-Institut erstmals vorgelegten QuartalsschĂ€tzung der wirtschaftlichen Entwicklung in den 16 LĂ€ndern hervor.Â
Demnach schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal in acht BundeslĂ€ndern, darunter Bayern, Baden-WĂŒrttemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, jeweils verglichen mit den vorangegangen drei Monaten.Â
In den ĂŒbrigen acht LĂ€ndern hingegen wuchs die Wirtschaftsleistung, darunter waren alle fĂŒnf neuen LĂ€nder. «Die Aufhellung der Konsumlaune auf der einen Seite und die Probleme der Industrie auf der anderen Seite lassen die Wachstumsraten der LĂ€nder deutlich auseinanderfallen», sagte Robert Lehmann, einer beiden Autoren der Analyse.
LĂ€nderanalyse soll LĂŒcke fĂŒllen
Das bundesweite Bruttoinlandsprodukt war im dritten Quartal nach Zahlen des Statistischen Bundesamts um 0,2 Prozent gewachsen. Grund waren demnach vor allem höhere Konsumausgaben. Bisher gab es laut Ifo keine vierteljĂ€hrliche Dokumentation des Wachstums in den LĂ€ndern, die Ăkonomen wollen damit eine LĂŒcke fĂŒllen. Lehmann und Ifo-Konjunkturchef Timo WollmershĂ€user wiesen vorsorglich darauf hin, dass es in einzelnen Quartalen AusschlĂ€ge in die eine oder andere Richtung geben kann.Â
Brandenburg top
Spitzenreiter im dritten Quartal war demnach Brandenburg mit plus 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Schlusslicht war Hamburg mit minus 0,9 Prozent, gefolgt von Baden-WĂŒrttemberg (-0,6) und Bayern (-0,4). In den beiden lange vom wirtschaftlichen Erfolg verwöhnten sĂŒddeutschen BundeslĂ€ndern spielen die beiden bedeutendsten deutschen Industriezweige Auto und Maschinenbau eine ĂŒberdurchschnittliche Rolle. Beide Branchen sind stark von Exporten abhĂ€ngig. Viele Unternehmen leiden unter Auftragsmangel und wollen Stellen abbauen.
Im Jahresvergleich mit dem dritten Quartal 2023 war ebenfalls ein ostdeutsches Bundesland Spitzenreiter: Mecklenburg-Vorpommern lag mit einem krĂ€ftigen Wachstum von 3,3 Prozent auf dem ersten Platz. Den stĂ€rksten RĂŒckgang im zwölf-Monats-Vergleich erlitten mit jeweils minus 1,9 Prozent Bremen und Schleswig-Holstein.


