Befragung zu Arbeitszeit: Hohe FlexibilitÀt gefragt
05.09.2024 - 06:08:48Hingegen sind flexible Arbeitszeiten besonders gefragt, wie aus einer reprĂ€sentativen Befragung von gut 2.500 MĂ€nnern und Frauen im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervorgeht. Nur etwa 25 Prozent der Frauen und 29 Prozent der MĂ€nner wĂŒrden eine Stelle mit starren Arbeitszeiten wĂ€hlen, hieĂ es in GĂŒtersloh. FĂŒr die Befragung sollten die MĂ€nner und Frauen im Alter von 18 bis 65 Jahren anhand von fiktiven Stellenanzeigen deren AttraktivitĂ€t beurteilen.
Fast die HĂ€lfte der Frauen hat einen Teilzeitjob
Frauen seien zwar auf den ersten Blick mit einer ErwerbstĂ€tigenquote von fast 78 Prozent gut in den Arbeitsmarkt integriert. Fast die HĂ€lfte (48 Prozent) arbeite aber in Teilzeit. Die Befragung ergab nun aber, dass etwa die HĂ€lfte der Frauen Stellen bevorzugen, die sie wahlweise in Vollzeit oder in Teilzeit ausĂŒben können. Klassische Teilzeitstellen seien fĂŒr viele nicht attraktiv: Frauen mit jĂŒngeren Kindern befĂŒrworteten demnach nur zu gut 38 Prozent Teilzeit, bei kinderlosen Frauen und MĂŒttern mit Ă€lteren Kindern seien das sogar nur knapp 30 Prozent. "Reine Teilzeit ist ganz offensichtlich keine PrĂ€ferenz, auch nicht bei MĂŒttern", bilanzierte die Stiftung.
Aktuell könnten noch immer viele MĂŒtter auch "aufgrund stereotypischer Aufgabenverteilung in der Partnerschaft" beim beruflichen Wiedereinstieg nur in Teilzeit arbeiten. "Wenn sie ihre Arbeitszeit nicht flexibel aufstocken können, stecken Sie in der Teilzeitfalle fest. Viele bleiben bei einem geringen Stundenumfang, berufliche Karriere brechen ab und Potenziale gehen verloren", monierte Arbeitsmarktexpertin Luisa Kunz.
Viele MĂ€nner mit jĂŒngeren Kindern wollen keine Vollzeitstelle
Sind jĂŒngere Kinder im Haushalt, sagen lediglich rund 38 Prozent der MĂ€nner, dass sie in Vollzeit arbeiten möchten. Das belege, dass Paare heutzutage Erwerbs- und Sorgearbeit anders aufteilen wollten. Arbeitszeiten sollten flexibler an ihre BedĂŒrfnisse angepasst werden, mahnte die Stiftung. Sowohl bei MĂ€nnern als auch Frauen sei sehr viel Sympathie fĂŒr vollstĂ€ndig flexible Arbeitszeiten ohne feste Kernzeiten festgestellt worden. Es habe sich zudem gezeigt, dass Familienfreundlichkeit die Stellenangebote attraktiver mache.
Die Arbeits- und FachkrĂ€ftesicherung werde in den kommenden Jahrzehnten zu den zentralen arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen gehören, unterstrich die Stiftung. Eine stĂ€rkere Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt, eine Erhöhung ihres Arbeitszeitumfangs sowie eine familienfreundliche Arbeitszeitkultur rĂŒckten damit stĂ€rker in den Fokus.

