Umfrage, Homeoffice-Angebote

Umfrage: Wenige Unternehmen wollen Homeoffice-Angebote reduzieren

13.08.2025 - 09:05:08

Nur wenige Unternehmen in Deutschland wollen ihre Homeoffice-Angebote in den kommenden zwei Jahren reduzieren oder gar komplett einstellen.

Auf einige Aspekte des Homeoffice blicken Unternehmen dabei allerdings kritisch, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Leibniz-Zentrums fĂŒr EuropĂ€ische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervorgeht. "Die Homeoffice-Nutzung verharrt seit der Corona-Pandemie auf einem konstant hohen Niveau und ein RĂŒckgang ist nicht zu erwarten. Die PlĂ€ne der Unternehmen deuten fĂŒr die kommenden zwei Jahre sogar eher auf mehr BeschĂ€ftigte im Homeoffice hin", sagte der Studienleiter Daniel Erdsiek. Aktuell ermöglichten 80 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft und etwa jedes zweite Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe ihren BeschĂ€ftigten, an mindestens einem Tag pro Woche im Homeoffice zu arbeiten, so Erdsiek.

"Bei grĂ¶ĂŸeren Unternehmen mit mindestens 100 BeschĂ€ftigten ist die Nutzungsrate deutlich höher - im Verarbeitenden Gewerbe nutzen 88 Prozent solcher Unternehmen Homeoffice-Angebote und in der Informationswirtschaft sind es mit 98 Prozent fast alle Unternehmen dieser GrĂ¶ĂŸe", sagte der Studienleiter. Zwar wollen rund zehn Prozent der Unternehmen mit Homeoffice ihre Angebote reduzieren oder abschaffen. Deutlich hĂ€ufiger planen Unternehmen aber, ihre bestehenden Homeoffice-Möglichkeiten noch auszuweiten und einem höheren Anteil der BeschĂ€ftigten die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen (29 Prozent in der Informationswirtschaft, 34 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe). Selbst bei Unternehmen ohne Homeoffice gibt es PlĂ€ne zur EinfĂŒhrung (Informationswirtschaft 21 Prozent, Verarbeitendes Gewerbe neun Prozent). "Mit Homeoffice-Angeboten können vielfĂ€ltige Effekte einhergehen. Besonders positiv bewerten Unternehmen die Wirkung auf die Arbeitszufriedenheit von BeschĂ€ftigten", sagte Erdsiek. Rund zwei Drittel der Unternehmen sĂ€hen hier einen Vorteil von hybriden Homeoffice-Angeboten mit einem Mix aus PrĂ€senz- und Homeoffice-Tagen. DarĂŒber hinaus gaben mehr als die HĂ€lfte der Unternehmen an, dass hybride Modelle das Anwerben von FachkrĂ€ften erleichterten, so Erdsiek. Bei der Mitarbeiterbindung gehen die EinschĂ€tzungen der Unternehmen hingegen auseinander. WĂ€hrend etwa die HĂ€lfte der Unternehmen schĂ€tzt, dass das Homeoffice-Angebot die Mitarbeiterbindung positiv beeinflusst, erwarten 31 Prozent der Unternehmen eher negative Effekte. Einen besonders kritischen Blick werfen Unternehmen auf den Einfluss des Homeoffice auf die interne Kommunikation und Teamarbeit. Rund zwei Drittel der Unternehmen sehen hier eher einen Nachteil des Homeoffice. Möglicherweise auch deshalb ĂŒberwiegen fĂŒr 41 Prozent der Unternehmen potenziell negative Effekte auf die InnovationsfĂ€higkeit. Nur weniger als zehn Prozent sehen derweil positive Effekte hybrider Arbeitsmodelle auf die interne Kommunikation oder InnovationsfĂ€higkeit. StĂ€rker gespalten sind Unternehmen bei der Frage, wie sich hybride Arbeitsmodelle auf die ProduktivitĂ€t von BeschĂ€ftigten auswirken. WĂ€hrend ein Drittel negative Effekte befĂŒrchtet, sehen rund 20 Prozent der Unternehmen sogar Vorteile fĂŒr die ProduktivitĂ€t. Etwa die HĂ€lfte geht derweil davon aus, dass hybride Arbeitsmodelle keine nennenswerten Effekte auf die ProduktivitĂ€t zur Folge haben. An der Befragung beteiligten sich im Juni 2025 rund 1.200 Unternehmen in Deutschland. Sie stammen aus dem Verarbeitenden Gewerbe und der Informationswirtschaft, die sich aus IKT-Branche, Mediendienstleistern und wissensintensiven Dienstleistern zusammensetzt.

@ dts-nachrichtenagentur.de