Nicht alle bekommen Extra-Geld
11.06.2024 - 15:13:30Doch lÀngst nicht alle bekommen sie, wie Umfragen zeigen.
So erhÀlt in diesem Sommer in der Privatwirtschaft - wie im Vorjahr - nur knapp die HÀlfte der BeschÀftigten Urlaubsgeld. Dies ist das Ergebnis einer Online-Befragung des Portals Lohnspiegel.de, das vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird.
Das Geld werde meist zusammen mit dem Juni- oder Juli-Gehalt ausgezahlt, berichtete das WSI am Dienstag in DĂŒsseldorf. FĂŒr die Analyse wurden die Angaben von fast 68 000 BeschĂ€ftigten von Anfang Mai 2023 bis Ende Mai 2024 ausgewertet.
74 Prozent der tarifgebundenen Betriebe zahlen Urlaubsgeld
Ob BeschÀftigte Urlaubsgeld erhalten oder nicht, hÀnge von mehreren Faktoren ab. "Der mit Abstand wichtigste ist, ob im Betrieb ein Tarifvertrag gilt", hieà es. So erhielten in tarifgebundenen Betrieben der Privatwirtschaft rund drei Viertel (74 Prozent) der Befragten Urlaubsgeld. In Betrieben ohne Tarifvertrag seien es nur 36 Prozent.
Wie hoch das tarifliche Urlaubsgeld ausfĂ€llt, hĂ€ngt laut WSI von den genauen Regelungen in den TarifvertrĂ€gen ab. "Die Spannweite reicht in diesem Jahr von 186 Euro fĂŒr die BeschĂ€ftigten in der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern bis zu 2686 Euro in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie." Die Angaben beziehen sich jeweils auf BeschĂ€ftigte in der mittleren VergĂŒtungsgruppe.
Im öffentlichen Dienst gibt es laut WSI kein gesondertes Urlaubsgeld mehr. Seit 2005 wird es zusammen mit dem Weihnachtsgeld als einheitliche Jahressonderzahlung im November ausgezahlt. Auch im Bankgewerbe und in einigen BranchentarifvertrÀgen der Energiewirtschaft gebe es kein tarifliches Urlaubsgeld.
InflationsausgleichsprĂ€mie 2023 fĂŒr fast jeden Zweiten
Eine PrĂ€mie als Ausgleich fĂŒr die Inflation gab es laut einer YouGov-Umfrage im vergangenen Jahr ebenfalls fĂŒr fast die HĂ€lfte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Allerdings verneinten 21 Prozent der BegĂŒnstigten die Frage, ob sie durch den Inflationsausgleich "spĂŒrbar mehr Geld zur VerfĂŒgung" gehabt hĂ€tten. Bei 26 Prozent der BegĂŒnstigten machte sich die PrĂ€mie nach deren Angaben positiv bemerkbar. Die Fragen zum Inflationsausgleich stellte YouGov im Februar des laufenden Jahres im Auftrag der in NĂŒrnberg ansĂ€ssigen Teambank 1751 Arbeitnehmern in Deutschland im Alter von 18 bis 79 Jahren.
Mit einer steuerfreien InflationsausgleichsprĂ€mie sollen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angesichts gestiegener Verbraucherpreise entlastet werden. Es handelt sich um eine freiwillige Zahlung der Arbeitgeber, die zusĂ€tzlich zum regelmĂ€Ăigen Arbeitseinkommen einmalig oder in TeilbetrĂ€gen ausgezahlt wird. Vom 26. Oktober 2022 bis zum 31. Dezember 2024 ist die PrĂ€mie bis zu einem Betrag von 3000 Euro steuer- und sozialabgabenfrei.
Gutverdiener erhalten hÀufiger Ausgleichszahlung
Ein Inflationsausgleich kam der Erhebung zufolge vor allem Haushalten mit höheren Einkommen zugute. Etwa zwei Drittel (64 Prozent) der BeschĂ€ftigten, die monatlich ĂŒber mehr als 4000 Euro netto verfĂŒgen, haben nach eigenen Angaben eine Sonderzahlung erhalten. In den Haushalten mit einem Nettoeinkommen von unter 2000 Euro monatlich waren es drei von zehn BeschĂ€ftigten (30 Prozent).

