Regeln, EinschÀtzung

Neue Regeln fĂŒr EinschĂ€tzung zur ZahlungsfĂ€higkeit

07.02.2024 - 13:39:54

Ob MietvertrĂ€ge oder Kredite: BonitĂ€tseinschĂ€tzungen von Wirtschaftsauskunfteien haben weitreichende Folgen fĂŒr Verbraucher. Wie solche EinschĂ€tzungen genau entstehen, soll jetzt stĂ€rker reglementiert werden.

Eine Reform des Bundesdatenschutzgesetzes soll die Rechte von Verbrauchern gegenĂŒber Wirtschaftsauskunfteien wie der Schufa stĂ€rken. Mit einem entsprechenden Gesetzentwurf, der am Mittwoch vom Kabinett verabschiedet wurde, reagiert die Bundesregierung auf ein Urteil des EuropĂ€ischen Gerichtshofs (EuGH).

Das höchste europĂ€ische Gericht hatte festgestellt, dass die PrĂŒfung der BonitĂ€t von Verbrauchern nur innerhalb enger Grenzen erlaubt sei. Zu den Daten, die laut Entwurf kĂŒnftig nicht genutzt werden dĂŒrfen, damit Unternehmen die ZahlungsfĂ€higkeit und -willigkeit eines Menschen einschĂ€tzen können, gehören unter anderem die Wohnadresse, der Name oder personenbezogene Daten aus der Nutzung sozialer Netzwerke. Informationen ĂŒber ZahlungseingĂ€nge und -ausgĂ€nge auf und von Bankkonten sind demnach ebenso tabu.

Hintergrund der Entscheidung

Hintergrund der EuGH-Entscheidung vom Dezember waren zwei FÀlle aus Deutschland. In einem Fall hatte eine Frau geklagt, der ein Kredit verwehrt worden war. Sie forderte die Schufa auf, einen Eintrag zu löschen und Zugang zu den Daten zu gewÀhren. Die Schufa teilte daraufhin nur den Score-Wert und allgemeine Informationen zur Berechnung mit, nicht aber die genaue Berechnungsmethode. Auch bei der EinschÀtzung der ZahlungsfÀhigkeit von Mietinteressenten spielt der Schufa-Score oft eine Rolle.

«Verbraucherinnen und Verbraucher mĂŒssen kĂŒnftig ohne Umwege erfahren, welche Daten und Kategorien von Daten sich auf ihren Score-Wert ausgewirkt haben, wie diese gewichtet wurden und welche Aussagekraft der Score-Wert hat», sagte Steffi Lemke (GrĂŒne), Bundesministerin fĂŒr Umwelt und Verbraucherschutz. Auch einer möglichen Diskriminierung durch Scoring schiebe man nun einen Riegel vor. Beispielsweise werde durch das geplante Gesetz, das Bundestag und Bundesrat noch passieren muss, ausgeschlossen, dass die Postleitzahl darĂŒber entscheide, ob jemand als zahlungsfĂ€hig eingestuft werde oder nicht.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte, mit dem Entwurf werde klar geregelt, dass Daten zur ethnischen Herkunft sowie Gesundheitsdaten nicht in die automatisierte Berechnung der ZahlungsfĂ€higkeit einfließen dĂŒrfen. Die Reform des Bundesdatenschutzgesetzes soll zudem Forschungsvorhaben erleichtern. Laut Innenministerium mĂŒssen sich Unternehmen und Einrichtungen, die Daten fĂŒr historische, wissenschaftliche oder statistische Zwecke verarbeiten, bei lĂ€nderĂŒbergreifenden Vorhaben fĂŒr die eine gemeinsame datenschutzrechtliche Verantwortung besteht, dann kĂŒnftig nur noch an eine Aufsichtsbehörde als Ansprechpartner wenden.

@ dpa.de