So erfolgreich sind Temu und Shein in Deutschland
30.09.2025 - 04:01:06Asiatische Shoppingportale werden hierzulande immer hĂ€ufiger genutzt. Der ModehĂ€ndler Shein zĂ€hlt inzwischen zu den gröĂten Onlineshops, wie die Studie «E-Commerce-Markt Deutschland 2025» vom Handelsforschungsinstitut EHI und der Datenplattform ECDB zeigt. Shein verbesserte sich vom 18. auf den 7. Platz. Der Umsatz des Konzerns stieg 2024 um 18 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.
Bei den Online-MarktplĂ€tzen machte Temu den gröĂten Sprung. Das chinesische Portal vervierfachte sein Bruttohandelsvolumen in Deutschland nahezu auf 3,4 Milliarden Euro und stieg damit vom elften auf den fĂŒnften Platz. Dieser Wert entspricht dem Gesamtwert aller Bestellungen.Â
«Temu und Shein gewinnen in Deutschland an Beliebtheit, weil sie mit gĂŒnstigen Preisen, spielerischen Elementen und einer enormen Produktvielfalt ĂŒberzeugen», sagt EHI-Studienautor Lars Hofacker. Die beiden Portale trĂ€fen den Nerv der Zeit.
Auch Shop Apotheke und Rewe legen zu
In Onlineshops verkaufen Unternehmen direkt an Kunden. MarktplĂ€tze dagegen sind Plattformen, auf denen verschiedene HĂ€ndler ihre Produkte anbieten â gegen GebĂŒhren an den Betreiber. GroĂe HĂ€ndler wie Amazon, Media Markt oder Otto kombinieren beide Modelle.Â
Bei den Onlineshops liegen Amazon, Otto und Zalando wie im Vorjahr auf den ersten drei PlĂ€tzen im Ranking. Stark gewachsen sind Shop Apotheke und Rewe, die die RĂ€nge acht und neun belegen. Laut Experte Hofacker liegt dies vor allem an verĂ€nderten Einkaufsgewohnheiten. Lebensmittel werden demnach hĂ€ufiger online bestellt - zur Lieferung oder Abholung. Zudem beschleunige das E-Rezept die digitale Bestellung in Apotheken.Â
Bei den MarktplĂ€tzen fĂŒhrt Amazon weiterhin mit groĂem Abstand, vor Ebay, Otto und Zalando. Die RĂ€nge sechs und acht belegen mit Aliexpress und Shein weitere asiatische Anbieter.Â
Beliebt, aber in der Kritik
Temu und Shein sind bei Verbrauchern beliebt, aber umstritten. Politiker, Handelsvertreter und VerbraucherschĂŒtzer monieren unter anderem ProduktqualitĂ€t, mangelnde Kontrollen und unfaire Wettbewerbsbedingungen und fordern eine strengere Regulierung. Aus Sicht des Handelsverbandes Deutschland ist Eile geboten. «Wir dĂŒrfen das nicht immer nur diskutieren, jetzt mĂŒssen Taten her», sagte PrĂ€sident Alexander von Preen. «Ansonsten wird diese unfaire Konkurrenz viele heimische Handelsunternehmen und Produzenten kaputt machen.»
Gegen Temu lĂ€uft derzeit ein Verfahren der EU-Kommission. FĂŒr Verbraucher besteht der Behörde zufolge ein hohes Risiko, dort auf illegale Produkte zu stoĂen. Sie könnten dort Babyspielzeuge oder Elektronikprodukte finden, die nicht EU-Regeln entsprechen. Temu droht deshalb eine Strafe.Â
Auch Shein muss wegen VerstöĂen gegen EU-Vorschriften beim Verbraucherschutz nachbessern. Laut Kommission fĂŒhrt der ModehĂ€ndler Kunden mit fehlenden oder missverstĂ€ndlichen Angaben in die Irre. Beide Portale betonten ihre Kooperation mit den Behörden.





