OECD-Beschwerde, Bayer

OECD-Beschwerde gegen Bayer: Glyphosat-Vorwürfe teilweise anerkannt

23.06.2026 - 09:48:07 | boerse-global.de

OECD-Kontaktstelle vermittelt im Streit um Bayers Sorgfaltspflichten in Lateinamerika. NGOs lehnen Mediation ab, Konzern sieht sich bestätigt.

Bayer: OECD-Kontaktstelle nimmt Glyphosat-Beschwerde an
OECD-Beschwerde - Ein verschwommener Sprühnebel in einem Feld, überlagert von abstrakten Formen, die Gerichtsakten ähneln. Symbolisiert Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mehrere NGOs werfen dem Leverkusener Konzern mangelnde Sorgfaltspflichten beim Einsatz von Glyphosat und gentechnisch verändertem Soja in Lateinamerika vor.

Die Beschwerde lag seit April 2024 auf dem Tisch. Nach 17 Monaten Prüfung bot die Kontaktstelle nun eine Mediation an. Konkrete Schadensersatzforderungen oder die Feststellung direkter Schäden sind im Rahmen des Verfahrens aber ausgeschlossen.

NGOs lehnen Mediation ab

Die beteiligten Nichtregierungsorganisationen wollen nicht an der Mediation teilnehmen. Bayer sieht sich dagegen bestätigt. Der Konzern begrüßte das Ende des „langwierigen Prüfprozesses“ und wertete die Entscheidung als Bestätigung der eigenen Position.

Der rechtliche Druck durch Glyphosat bleibt enorm. Für 2025 wies Bayer einen Verlust von 3,6 Milliarden Euro aus – maßgeblich durch Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten. Erst im Februar 2026 gab es in den USA einen Milliardenvergleich zu Glyphosat-Klagen.

Forschungspartnerschaft mit KI-Fokus

Parallel zu den juristischen Auseinandersetzungen treibt Bayer die Pharmaforschung voran. Diese Woche gab der Konzern eine Kooperation mit dem US-Unternehmen Iambic Therapeutics bekannt. Ziel: Neue Wirkstoffmoleküle mithilfe Künstlicher Intelligenz identifizieren.

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Iambic erhält eine vorauszahlung sowie spätere Meilenstein- und Lizenzgebühren. Die genauen Summen bleiben unter Verschluss. Die Bayer-Aktie zog leicht an – um 0,56 Prozent auf 38,05 Euro.

Doch die Probleme reißen nicht ab. Anfang des Jahres verklagte Bayer Pfizer, BioNTech und Moderna wegen mutmaßlicher Verletzungen von mRNA-Patenten.

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