Ăffentliches Finanzvermögen steigt 2025 auf 1.199,1 Milliarden Euro
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 08:08 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer öffentliche Gesamthaushalt verfĂŒgte zum Jahresende 2025 ĂŒber ein Finanzvermögen von 1.199,1 Milliarden Euro gegenĂŒber dem nicht-öffentlichen Bereich. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg der Wert innerhalb eines Jahres um 66,8 Milliarden Euro beziehungsweise 5,9 Prozent.
Bund baut Finanzvermögen aus
Das Finanzvermögen des Bundes erhöhte sich um 27,4 Milliarden Euro oder 6,4 Prozent auf 457,2 Milliarden Euro. Ausschlaggebend waren insbesondere die Aufstockung der LiquiditÀtsreserve des Bundes und eine Eigenkapitalerhöhung bei der Deutschen Bahn AG.
LĂ€nder entwickeln sich unterschiedlich
Die LÀnder steigerten ihr Finanzvermögen um 23,4 Milliarden Euro oder 8,2 Prozent auf 307,5 Milliarden Euro. Die stÀrksten prozentualen ZuwÀchse verzeichneten Bremen mit 28,0 Prozent, Sachsen-Anhalt mit 25,0 Prozent und Niedersachsen mit 21,3 Prozent.
In Bremen lag der Anstieg vor allem an empfangenen Barsicherheiten fĂŒr Derivat-GeschĂ€fte, die als liquide Mittel angelegt wurden. RĂŒckgĂ€nge gab es dagegen in Nordrhein-Westfalen um 6,0 Prozent, Berlin um 4,0 Prozent und Schleswig-Holstein um 0,9 Prozent.
Kommunen und Sozialversicherung ebenfalls im Plus
Bei Nordrhein-Westfalen stand der RĂŒckgang insbesondere mit der Verwendung von Finanzvermögen zur Kredittilgung in Zusammenhang. In Berlin wirkte sich maĂgeblich aus, dass die BEN Berlin Energie und Netzholding GmbH seit 2025 nicht mehr zum Sektor Staat gehört und ihr Finanzvermögen deshalb nicht mehr dem Berliner Finanzvermögen zugerechnet wird.
Das Finanzvermögen der Gemeinden und GemeindeverbĂ€nde stieg um 4,8 Milliarden Euro oder 1,9 Prozent auf 252,8 Milliarden Euro. Die Sozialversicherung verfĂŒgte zum Jahresende ĂŒber 181,6 Milliarden Euro, 11,2 Milliarden Euro beziehungsweise 6,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Regionale Unterschiede bei den Kommunen
Die gröĂten prozentualen ZuwĂ€chse beim kommunalen Finanzvermögen gab es in Schleswig-Holstein mit 10,2 Prozent, im Saarland mit 6,4 Prozent und in Brandenburg mit 5,3 Prozent. Einen RĂŒckgang meldete das Statistische Bundesamt bei den Gemeinden und GemeindeverbĂ€nden lediglich fĂŒr Hessen mit 2,6 Prozent.
Das öffentliche Finanzvermögen umfasst liquide Mittel, Beteiligungen, Wertpapiere, Forderungen und weitere finanzielle AnsprĂŒche des Staates gegenĂŒber dem nicht-öffentlichen Bereich. Der Anstieg auf 1.199,1 Milliarden Euro bedeutet daher nicht, dass Bund, LĂ€nder, Kommunen und Sozialversicherung ĂŒber einen frei verfĂŒgbaren Geldbestand in gleicher Höhe verfĂŒgen.
Beim Bund erklĂ€rt sich der Zuwachs nach Angaben des Statistischen Bundesamtes unter anderem durch eine höhere LiquiditĂ€tsreserve sowie eine Eigenkapitalerhöhung bei der Deutschen Bahn AG. Das zeigt, dass VerĂ€nderungen des Finanzvermögens auch durch einzelne gröĂere Beteiligungs- und Finanzierungsentscheidungen geprĂ€gt werden können. Bei den LĂ€ndern fallen die Unterschiede besonders stark aus: WĂ€hrend Bremen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen deutliche ZuwĂ€chse verzeichneten, sank das Finanzvermögen in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Schleswig-Holstein.
Finanzvermögen und Haushaltslage
Ein höheres Finanzvermögen steht nicht automatisch fĂŒr eine entspannte Haushaltslage. Entscheidend ist, welchen Verpflichtungen die Vermögenswerte gegenĂŒberstehen, wie liquide sie sind und ob ihnen Schulden, laufende Ausgaben oder kĂŒnftige Investitionsbedarfe gegenĂŒberstehen. Nordrhein-Westfalen nutzte Finanzvermögen zur Kredittilgung, wĂ€hrend der Berliner RĂŒckgang auch mit einer verĂ€nderten Zuordnung der BEN Berlin Energie und Netzholding GmbH zusammenhing.
FĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger ist vor allem die Entwicklung auf kommunaler Ebene relevant, weil StĂ€dte und Gemeinden Leistungen wie Schulen, StraĂen, Betreuung und Verwaltung finanzieren. Der moderate Zuwachs von 1,9 Prozent fĂ€llt deutlich geringer aus als die Steigerung bei Bund und LĂ€ndern. Die Zahlen liefern damit eine Bestandsaufnahme öffentlicher Finanzanlagen, ersetzen aber keine umfassende Bewertung der öffentlichen Finanzlage.
