US-Reserve, Millionen

Ölkrise: US-Reserve auf 365 Millionen Barrel gesunken

Veröffentlicht: 31.05.2026 um 17:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Rückkehr von Tankern durch die Straße von Hormus lässt Ölpreise um 15 Prozent fallen. Experten warnen jedoch vor neuer Preisexplosion.

Ölkrise: US-Reserve auf 365 Millionen Barrel gesunken Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
Ölkrise: US-Reserve auf 365 Millionen Barrel gesunken Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Auslöser ist die Rückkehr von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus, die den Markt spürbar beruhigt.

Sowohl die Nordseesorte Brent als auch die US-Referenzsorte WTI verloren im Mai rund 15 Prozent an Wert. Allein die gestiegene Zahl der Tanker-Durchfahrten durch die strategisch wichtige Meerenge ließ die Preise um drei Prozent sinken. Der Preisrutsch ist die erste größere Korrektur seit Beginn der Blockade.

Mehr Schiffe wagen die Passage

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Hinter der Entspannung steckt ein konkreter Sicherheitserfolg: Die USA haben begonnen, Handelsschiffen Navigationshilfe zu leisten. Zwar eskortiert das US-Militär die Frachter nicht direkt, doch bestätigten Offizielle den Einsatz von Hubschraubern, um iranische Schnellboote abzuschrecken.

Schätzungen zufolge ist mindestens ein Viertel der nicht-iranischen Schiffe, die die Straße zuvor mieden, inzwischen auf die Route zurückgekehrt. Die Lage bleibt jedoch angespannt. Erst am 30. Mai 2026 stellte die US-Marine im Golf von Oman das unter gambischer Flagge fahrende Schiff M/V Lian Star außer Gefecht. Der Frachter wurde mit einer Rakete getroffen, nachdem er Warnungen ignoriert hatte und Kurs auf einen iranischen Hafen nahm. Seit Beginn der Blockade wurden fünf Handelsschiffe gestoppt und 116 zum Kurswechsel gezwungen.

Warnung vor nächster Preisexplosion

Trotz der aktuellen Entspannung schlagen internationale Organisationen Alarm. In einer gemeinsamen Erklärung vom 31. Mai 2026 warnten IWF, Weltbank und Internationale Energieagentur (IEA) vor einer beispiellosen Entleerung der globalen Ölreserven.

Die Chefs von Exxon und Chevron rechnen innerhalb von zwei bis vier Wochen mit einem erneuten Preisschub. Der Exxon-Vorstandsvorsitzende sprach von historisch niedrigen Lagerbeständen. Analysten von JPMorgan warnen, dass die kommerziellen Vorräte bereits Anfang Juni operative Stressgrenzen erreichen könnten.

Die Zahlen belegen die Dramatik der Lage:
- Die US-Strategische Erdölreserve schrumpfte seit Konfliktbeginn um zwölf Prozent auf nur noch 365 Millionen Barrel.
- In Cushing, Oklahoma, dem wichtigsten US-Lagerort, fielen die Bestände auf 24,5 Millionen Barrel – der operative Mindestwert von 20 Millionen Barrel ist in greifbarer Nähe.
- Der IWF beziffert den Finanzbedarf besonders gefährdeter Volkswirtschaften für gestiegene Energie- und Düngemittelkosten auf 20 bis 50 Milliarden Euro.

Wackeliger Waffenstillstand als Schlüsselfaktor

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Ob die Rückkehr der Schiffe von Dauer ist, hängt von den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran ab. Die Lage ist widersprüchlich: Während US-Vertreter Hoffnung auf eine vorläufige Einigung äußerten, berichteten iranische Staatsmedien von erheblichen Hürden.

Der zentrale Streitpunkt: eingefrorene iranische Vermögenswerte. Teheran fordert die Freigabe von zwölf bis 24 Milliarden Euro als Teil einer informellen Vereinbarung. Zugleich beanspruchen iranische Vertreter weiterhin die Kontrolle über die Transitregeln in der Straße von Hormus – ein klares Signal, dass die Blockade nicht vollständig aufgehoben ist.

Die Eskalation weitet sich unterdessen auf andere Regionen aus. Am 31. Mai 2026 meldete das israelische Militär die Einnahme der Kreuzfahrerburg Beaufort im Zuge seiner Bodenoffensive im Libanon. Frankreich hat eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt.

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