Millionen, Steuerzahler

okELSTER startet Juli: 11,5 Millionen Steuerzahler nutzen One-Click-Erklärung

31.05.2026 - 13:48:33 | boerse-global.de

Mehrere Länder schließen Steuerschlupflöcher für digitale Einkünfte. Neue Meldepflichten für Kryptowährungen und Razzien gegen E-Commerce-Betrug.

okELSTER startet Juli: 11,5 Millionen Steuerzahler nutzen One-Click-Erklärung - Foto: über boerse-global.de
okELSTER startet Juli: 11,5 Millionen Steuerzahler nutzen One-Click-Erklärung - Foto: über boerse-global.de

Gleich mehrere Länder haben Ende Mai 2026 Maßnahmen ergriffen, um Steuerschlupflöcher im digitalen Sektor zu schließen.

Indonesien schließt Steuerprivileg für Influencer

Die indonesische Regierung hat Influencer, Blogger und Vlogger offiziell von der privilegierten Besteuerung für kleine Unternehmen ausgenommen. Seit Ende Mai 2026 gilt für sie nicht mehr der ermäßigte Pauschalsteuersatz von 0,5 Prozent, sondern der reguläre Einkommensteuertarif.

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Die Neuregelung basiert auf der Regierungsverordnung Nummer 20 von 2026, die frühere Regelungen aus dem Jahr 2022 ersetzt. Betroffen sind nicht nur Social-Media-Persönlichkeiten, sondern auch Content-Produzenten und Einzelunternehmer im Bereich freiberuflicher Dienstleistungen. Die Behörden begründen den Schritt mit der Bekämpfung von Steuervermeidung: Gut verdienende digitale Profis sollen künftig nach den progressiven Steuersätzen der allgemeinen Einkommensteuer zahlen – und nicht länger von vereinfachten Kleinunternehmer-Regelungen profitieren.

Deutschland treibt Krypto-Steuertransparenz voran

Auch in Deutschland verschärft sich die Kontrolle digitaler Finanzströme. Ende Mai 2026 hat das Bundeskabinett neue Regeln für den internationalen Austausch von Kryptotransaktionsdaten verabschiedet. Ab dem 30. September 2027 sollen Steuerbehörden weltweit automatisch Daten unter dem „Crypto-Asset Reporting Framework" (CARF) austauschen.

Krypto-Dienstleister müssen ihre Daten for das Steuerjahr 2026 bereits bis zum 31. Juli 2027 melden. Die USA beteiligen sich vorerst nicht an dem von der OECD koordinierten Abkommen. Deutsche Steuerexperten weisen jedoch darauf hin, dass die Finanzämter detaillierte Meldungen von Börsen aus Drittstaaten erhalten werden. Für Privatanleger gilt weiterhin: Gewinne aus Verkäufen nach einer Haltedauer von einem Jahr bleiben steuerfrei – solange sie die Jahresgrenze von 1.000 Euro nicht überschreiten.

Digitalisierung der Steuererklärung: okELSTER startet im Juli

Parallel zu den Verschärfungen führt die Finanzverwaltung neue digitale Werkzeuge ein. Das System okELSTER soll bundesweit am 1. Juli 2026 an den Start gehen. In der ersten Phase steht die „One-Click"-Steuererklärung rund 11,5 Millionen Steuerzahlern zur Verfügung – vor allem Arbeitnehmern und Rentnern ohne Nebeneinkünfte.

Das System füllt automatisch Daten vor, die dem Finanzamt bereits vorliegen: Lohnsteuer, Rentenbezüge und Krankenversicherungsbeiträge. Steuerberater warnen jedoch: Werbungskosten, außergewöhnliche Belastungen oder Spenden werden nicht automatisch berücksichtigt. Ist der Steuerbescheid erst einmal bestandskräftig, sind nachträgliche Änderungen nur noch bei nachgewiesenen Fehlern möglich.

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Wichtige Pauschalen für das Steuerjahr 2026

Für die Steuererklärung 2026 gelten folgende Grenzen und Pauschalen:

  • Werbungskostenpauschale: 1.230 Euro
  • Gewerkschaftsbeiträge: können ab 2026 zusätzlich zur Werbungskostenpauschale geltend gemacht werden
  • Entfernungspauschale: einheitlich 38 Cent pro Kilometer ab dem ersten Kilometer
  • Homeoffice-Pauschale: 6 Euro pro Tag, maximal 210 Tage

Razzien und Prüfungen: Behörden gehen gegen Steuerbetrug vor

Die verschärften Regeln zeigen auch praktische Konsequenzen. Am 21. Mai 2026 durchsuchten 300 Zollbeamte in der Region Rhein-Main elf Objekte, die mit E-Commerce-Unternehmen in Verbindung stehen. Im Fokus standen Vorwürfe der Steuerhinterziehung und der systematischen Ausbeutung ausländischer Arbeitskräfte in der Elektronikbranche. Die Ermittler sicherten Vermögenswerte in Höhe von 43.000 Euro.

Der Bundesrechnungshof hat zudem die Rentenversicherungsträger scharf kritisiert: Sie versäumten es, die Beitragspflicht von Selbstständigen ausreichend zu überwachen. Tausende Selbstständige, die gesetzlich zur Rentenversicherung verpflichtet sind, seien seit Jahren nicht gemeldet. Nach Berechnungen der Prüfer entstehen dem Sozialversicherungssystem dadurch jährliche Verluste von rund 5.000 Euro pro nicht gemeldeter Person. Die Versicherungsträger verweisen als Reaktion auf eine geplante Pflichtversicherung für alle neu gegründeten Selbstständigen.

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