Deutschland, Europa

Nach Abmahnung: Shein prÀzisiert Angaben zu Klimaversprechen

30.01.2026 - 05:01:05

OnlinehÀndler Shein gerÀt erneut in die Kritik. Die Deutsche Umwelthilfe ist rechtlich gegen das Unternehmen vorgegangen.

  • Shein zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Onlineshops in Deutschland. - Foto: Monika Skolimowska/dpa

    Monika Skolimowska/dpa

  • TĂ€glich werde nach Branchenangaben etwa 400.000 Pakete von Shein und Temu an deutsche Kunden verschickt.  - Foto: Hendrik Schmidt/dpa

    Hendrik Schmidt/dpa

Shein zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Onlineshops in Deutschland. - Foto: Monika Skolimowska/dpaTĂ€glich werde nach Branchenangaben etwa 400.000 Pakete von Shein und Temu an deutsche Kunden verschickt.  - Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Nach einer Abmahnung durch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat der chinesische OnlinehĂ€ndler Shein eine UnterlassungserklĂ€rung unterzeichnet. Die Organisation hatte dem Unternehmen irrefĂŒhrende Versprechen zum Klimaschutz vorgeworfen. Shein bestĂ€tigte der Deutschen Presse-Agentur den Vorgang.

Nach Angaben der DUH hatte der OnlinehÀndler auf seiner Internetseite unter anderem mit dem Ziel geworben, bis 2050 klimaneutral zu werden. Dabei sei jedoch nicht dargelegt worden, wie dies erreicht werden soll. Laut dem Shein-Nachhaltigkeitsbericht waren die Emissionen des Konzerns 2024 im Vergleich zum Vorjahr um rund 23 Prozent gestiegen. 

Die Umwelthilfe sprach von einer «dreisten VerbrauchertĂ€uschung». Shein habe sich verpflichtet, entsprechende Aussagen kĂŒnftig zu unterlassen oder mit konkreten Maßnahmen zu belegen. Das Unternehmen habe seine Darstellung inzwischen ĂŒberarbeitet.

Shein verweist auf konstruktiven Dialog

Ein Sprecher von Shein sagte auf Nachfrage: «Wir haben in den vergangenen Monaten einen konstruktiven Dialog mit der DUH gefĂŒhrt und dabei zusĂ€tzliche KlarheitÂ ĂŒber unseren Nachhaltigkeitsfahrplan, unsere Ziele undÂ ĂŒber die zugrunde liegenden Daten geschaffen.» Weitere Informationen seien auf der Internetseite veröffentlicht worden. Diese sollen zusĂ€tzliche Transparenz ĂŒber PlĂ€ne und Fortschritte bieten, wie Lieferketten dekarbonisiert werden können.

Shein wurde in China gegrĂŒndet und hat seinen Sitz in Singapur. Der Konzern ist sowohl Hersteller, HĂ€ndler als auch Online-Marktplatz. Neben Bekleidung vertreibt das Unternehmen auch zahlreiche weitere Produkte.

DUH-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrerin Barbara Metz sagte: «Diese GeschĂ€ftsmodelle dĂŒrfen sich nicht lĂ€nger lohnen.» Ultra-Fast-Fashion, die ĂŒber den halben Globus geflogen werde, könne grundsĂ€tzlich nicht klimafreundlich sein. Der Verein hat weitere rechtliche Schritte gegen Shein eingeleitet, unter anderem wegen Werbeaussagen mit Begriffen wie «umweltfreundlich».

Unternehmen schon lÀngere Zeit in der Kritik

Anbieter wie Shein oder Temu erfreuen sich bei Verbrauchern großer Beliebtheit. Laut Handelsverband werden tĂ€glich etwa 400.000 Pakete von Shein und Temu nach Deutschland verschickt. Die Unternehmen stehen allerdings seit lĂ€ngerer Zeit in der Kritik. Handelsvertreter, VerbraucherschĂŒtzer und Politiker monieren unter anderem geringe ProduktqualitĂ€t, mangelnde Kontrollen und unfaire Wettbewerbsbedingungen. Sie fordern eine strengere Regulierung und besseren Schutz beim Online-Einkauf.

Shein geriet zuletzt wiederholt in den Fokus der EU-Kommission. Im Mai beanstandeten die BrĂŒsseler Behörde und das Netzwerk der europĂ€ischen Verbraucherschutzbehörden VerstĂ¶ĂŸe gegen EU-Vorschriften. Der ModehĂ€ndler fĂŒhre Kunden demnach mit fehlenden oder missverstĂ€ndlichen Angaben in die Irre. 

Nach einem Skandal um den Verkauf von Sexpuppen und Waffen verlangte die Kommission im November AuskĂŒnfte. In dieser Woche stellte sich eine Shein-Vertreterin bei einer Anhörung den Fragen von Abgeordneten des EU-Parlaments. Sie erklĂ€rte, das Unternehmen habe sofort Maßnahmen ergriffen, um die Produkte aus dem Verkehr zu ziehen. Shein verstĂ€rke zudem seine BemĂŒhungen, um Ă€hnliche VorfĂ€lle zu vermeiden. 

Neue Abgabe auf Importe

Shein wird von der EU als große Plattform eingestuft, fĂŒr die verschĂ€rfte Digitalregeln gelten. Die Kommission hatte auf dieser Grundlage schon mehrfach Auskunft von dem Konzern verlangt, etwa zu Maßnahmen gegen den Verkauf illegaler Produkte.

Die EU erhöhte im Kampf gegen Billigimporte erst kĂŒrzlich die Importkosten. Jedes Paket mit einem Warenwert bis 150 Euro soll ab Juli mit einer Abgabe von drei Euro belegt werden. Dies betrifft auch HĂ€ndler wie Shein. Bislang sind solche Sendungen zollfrei. Die Abschaffung der Freigrenze ist beschlossen, soll aber erst ab 2028 gelten.

@ dpa.de

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