Open-Access-Entgelte, Glasfaser-Wettbewerb

Open-Access-Entgelte: 32%-Marge fĂŒr fairen Glasfaser-Wettbewerb

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 16:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Bundesnetzagentur schlĂ€gt fĂŒr GlasfaserzugĂ€nge 32 Prozent Marge oder 5 Euro plus 20 Prozent vor; Stellungnahmen sind bis 16.11.2026 möglich.

Bundesnetzagentur skizziert neue Regeln fĂŒr Glasfaser-Open-Access
Frisch ausgehobener Graben fĂŒr Glasfaserleitungen in einer lĂ€ndlichen Landschaft bei spĂ€tem Nachmittagslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Bundesnetzagentur hat neue Orientierungspunkte fĂŒr die Entgeltgestaltung beim Zugang zu Glasfasernetzen vorgelegt. Wie aus Berichten vom 22.09.2026 hervorgeht, zielt die Behörde mit diesem Vorstoß darauf ab, den Wettbewerb im digitalen Infrastrukturmarkt zu stĂ€rken und den sogenannten Open-Access-Zugang fĂŒr Drittanbieter zu vereinheitlichen. Die veröffentlichten Eckpunkte stehen ab sofort zur Konsultation bereit.

Das Prinzip der Margen-basierten Vorleistungsentgelte

Im Zentrum der Überlegungen der Bundesnetzagentur steht ein Modell, bei dem sich das Vorleistungsentgelt ĂŒber einen angemessenen Abschlag vom Endkundenpreis des ausbauenden Unternehmens definiert. Die Grundidee sieht vor, dass die verbleibende Marge es einem Wettbewerber ermöglichen muss, ein gleichwertiges Angebot auf dem Markt zu platzieren, das die eigenen Kosten deckt.

Durch diesen Mechanismus soll sichergestellt werden, dass Netzbetreiber, die in die Infrastruktur investieren, einerseits faire Erlöse erzielen, wĂ€hrend gleichzeitig Drittanbieter nicht durch zu hohe Vorleistungspreise vom Markt ausgeschlossen werden. Die Behörde hat fĂŒr die Erstellung dieser Orientierungspunkte aktuelle Endkundenpreise sowie bereits vereinbarte Vorleistungsentgelte ausgewertet und daraus entsprechende Margen berechnet.

Konkrete Orientierungswerte fĂŒr die Preisgestaltung

Die Auswertung der Bundesnetzagentur lieferte zwei zentrale Anhaltspunkte fĂŒr die kĂŒnftige Entgeltpraxis. Als erster Orientierungspunkt wurde eine durchschnittliche Marge von 32 % ermittelt, die ĂŒber alle Bandbreitenklassen hinweg zwischen Endkunden- und Vorleistungspreis liegen sollte.

Da die Datenanalyse jedoch ergab, dass die Marge mit steigenden Bandbreiten tendenziell abnimmt, wurde ein zweiter Orientierungspunkt formuliert. Dieser sieht eine Kombination aus einem Fixbetrag von 5 Euro und einem prozentualen Wert von 20 % vor.

Mit dieser differenzierten Herangehensweise will die Aufsichtsbehörde der MarktrealitĂ€t Rechnung tragen und sicherstellen, dass auch bei HochgeschwindigkeitsanschlĂŒssen ein wirtschaftlicher Wettbewerb möglich bleibt.

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Die Bundesnetzagentur hat Orientierungspunkte fĂŒr Open-Access-Entgelte vorgelegt: 32 Prozent Marge ĂŒber alle Bandbreitenklassen, alternativ 5 Euro plus 20 Prozent. Wer jetzt verhandelt, braucht eine belastbare Kalkulationsgrundlage — bevor die Frist am 16.11.2026 ablĂ€uft. Kostenlosen Leitfaden zur Entgeltkalkulation anfordern

Strategische Ziele und Markthemmnisse

Klaus MĂŒller, PrĂ€sident der Bundesnetzagentur, unterstrich die Bedeutung der Maßnahme fĂŒr den Infrastrukturwettbewerb. Er betonte, dass auch auf der Glasfaser Wettbewerb herrschen mĂŒsse.

Die nun vorgelegten Orientierungspunkte sollen dazu dienen, die oft langwierigen Verhandlungen zwischen den Marktteilnehmern ĂŒber NetzzugĂ€nge zu erleichtern und die Einigung auf konkrete Entgelte signifikant zu beschleunigen. Letztlich soll dies die Wahlmöglichkeiten fĂŒr Verbraucher erhöhen und gleichzeitig die Investitionsbereitschaft im Sektor erhalten.

Der Handlungsbedarf wird durch aktuelle Marktdaten untermauert. Einer zitierten Open-Access-Studie von Böcker Ziemen zufolge betreiben in Deutschland rund 300 Unternehmen Glasfasernetze. Die Marktstruktur ist dabei stark fragmentiert: Etwa zwei Drittel dieser Unternehmen versorgen weniger als 10.000 Haushalte.

Laut der Studie identifizieren die Marktteilnehmer erhebliche Barrieren fĂŒr einen funktionierenden Netzzugang. So nannten 73 % der befragten Unternehmen das aktuelle Preisniveau als wichtigste HĂŒrde fĂŒr Open-Access-Kooperationen. Zudem sehen 70 % der Befragten das Angebot und die Nachfrage am Markt als zu stark fragmentiert an, was die Skalierung von Diensten ĂŒber verschiedene Netze hinweg erschwert.

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Rund 300 Unternehmen betreiben in Deutschland Glasfasernetze, zwei Drittel versorgen weniger als 10.000 Haushalte — und 73 Prozent nennen das Preisniveau als wichtigste HĂŒrde fĂŒr Open-Access-Kooperationen. Der kostenlose Leitfaden zeigt, wie Sie Ihre Stellungnahme zur Konsultation strukturieren und Ihre Position im fragmentierten Markt schĂ€rfen. Leitfaden zur Konsultationsstellungnahme sichern

Konsultationsfrist bis November

Die Marktteilnehmer haben nun die Gelegenheit, zu den VorschlĂ€gen der Regulierungsbehörde Stellung zu nehmen. Die Bundesnetzagentur nimmt entsprechende Stellungnahmen im Rahmen der Konsultation bis zum 16.11.2026 entgegen. Die Ergebnisse dieses Prozesses sollen dazu beitragen, einen verlĂ€sslichen Rahmen fĂŒr den weiteren Glasfaserausbau und die darauf basierenden Dienste in Deutschland zu schaffen.

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