Oracle, Quantinuum

Oracle und Quantinuum: Quantencomputer Helios in die Cloud

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 19:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Oracle integriert Quantinuums Quantencomputer Helios in seine Cloud-Infrastruktur. Der neue OCI-Quantenservice zielt auf Pharma, Materialwissenschaft und Finanzwesen.

Oracle und Quantinuum: Cloud-Allianz für hybride Quantenlösungen
Ein moderner Quantencomputer in einem hochtechnisierten Rechenzentrum mit blauer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Softwarekonzern Oracle und der Quantencomputing-Spezialist Quantinuum haben eine mehrjährige strategische Allianz geschlossen. Ziel der Kooperation ist es, hybride Quantencomputing-Lösungen über die Oracle Cloud Infrastructure (OCI) für Unternehmenskunden bereitzustellen. Im Rahmen dieser Vereinbarung wird die Hardware von Quantinuum direkt in die Cloud-Umgebung von Oracle integriert.

Integration von Helios in die Oracle Cloud

Im Mittelpunkt der Partnerschaft steht der Einsatz von Helios, dem derzeit fortschrittlichsten Quantenrechner von Quantinuum. Das System soll in einem auf Künstliche Intelligenz spezialisierten OCI-Rechenzentrum in den USA installiert werden. Durch diesen Schritt beabsichtigen die Partner, hybride Quanten-KI-Workloads als dedizierten OCI-Dienst anzubieten. Kunden von Oracle sollen künftig über den sogenannten OCI-Quantenservice direkten Zugriff auf die Rechenleistung von Helios erhalten.

Die technische Konfiguration des Helios-Systems umfasst laut Unternehmensangaben 98 physikalische Qubits sowie 48 logische Qubits. Ein wesentliches Leistungsmerkmal sei die Zwei-Qubit-Gate-Fidelity, die mit 99,921 % angegeben wird. Neben der reinen Rechenleistung hoben die Partner die Energieeffizienz hervor: Der Stromverbrauch von Helios liege bei weniger als 1 % dessen, was herkömmliche Supercomputer für vergleichbare Aufgaben benötigen würden.

Anwendungsbereiche und zeitlicher Rahmen

Die Kooperation zielt auf Branchen ab, die auf komplexe Berechnungen angewiesen sind. Als primäre Einsatzgebiete nannten die Unternehmen die Wirkstoffforschung in der Pharmaindustrie, die Materialwissenschaften sowie Finanzmodellierungen und groß angelegte Optimierungsprobleme. Um diese Aufgaben zu bewältigen, soll der OCI-Quantenservice eng mit der bestehenden Hochleistungsrechnen-Infrastruktur (HPC) und den Grafikprozessoren (GPU) von Oracle verzahnt werden.

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Oracle plant, den neuen Quantenservice in den kommenden Monaten zunächst in einer Vorschauphase anzubieten. Ein konkreter Termin für die allgemeine Verfügbarkeit oder detaillierte finanzielle Rahmenbedingungen der Partnerschaft wurden bislang nicht kommuniziert.

Markteinschätzung und wirtschaftlicher Hintergrund

Branchenanalysten bewerten die verstärkte Cloud-Adoption von Quantentechnologien derzeit noch als experimentell. Zwar biete die Integration in bestehende Cloud-Infrastrukturen einen leichteren Zugang, doch seien die produktiven Vorteile für den Massenmarkt zum jetzigen Zeitpunkt noch begrenzt.

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Für Quantinuum stellt die Partnerschaft einen weiteren Schritt in einer Phase starken Wachstums dar. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 8 Mio. USD, was einer Steigerung von 279 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Für das gesamte Geschäftsjahr prognostiziert das Management einen Umsatz zwischen 28 Mio. USD und 32 Mio. USD. Die Zusammenarbeit mit Oracle könnte dazu beitragen, die Reichweite der eigenen Technologie in den Bereich der Unternehmensanwendungen auszuweiten.

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