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WDH: Putin trifft erstmals Irans PrÀsident: Sehr gutes VerhÀltnis

11.10.2024 - 23:06:10

(Ortsangabe im 5. Absatz, 1.

Satz berichtigt: Kasan ist die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tatarstan.

ASCHGABAT (dpa-AFX) - Kremlchef Wladimir Putin hat bei einem ersten persönlichen Treffen mit Irans PrĂ€sident Massud Peseschkian die guten Beziehungen zwischen Moskau und Teheran hervorgehoben. "Die Beziehungen zum Iran haben fĂŒr uns PrioritĂ€t, und sie entwickeln sich sehr gut. In diesem Jahr sehen wir ein Wachstum des Handelsvolumens", sagte Putin nach Kremlangaben in der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat, wo beide PrĂ€sidenten auch an einem internationalen Forum teilnahmen. Der Westen hat beide Staaten mit Sanktionen belegt. Bisher hatten die beiden Staatschefs telefonischen Kontakt.

Die Ukraine und die USA werfen dem Iran vor, Russland fĂŒr seinen Krieg gegen die Ukraine mit Waffen zu versorgen, darunter Raketen und Drohnen.

Peseschkian bekrÀftigte das Potenzial der Kooperation auf internationaler Ebene, wie die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete. Die bilateralen Beziehungen bezeichnete er als "herzlich und strategisch".

Putin lÀdt Peseschkian nach Russland ein

Putin sagte bei den etwa einstĂŒndigen GesprĂ€chen, die teils unter vier Augen abliefen, dass Moskau und Teheran auf internationaler Ebene mit Blick auf die Ereignisse in der Welt Ă€hnliche EinschĂ€tzungen teilten. Putin lud Peseschkian auch zu einem Besuch nach Russland ein. In einem GesprĂ€ch mit dem russischen Staatsfernsehen verurteilte Peseschkian in Aschgabat Israels Angriffe im Nahen Osten, bei denen auch viele Zivilisten sterben.

Der iranische PrĂ€sident wird zudem beim Brics-Gipfel der aufstrebenden Industrienationen vom 22. bis 24. Oktober in Kasan - der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tatarstan - erwartet. Dort sei ein weiteres bilaterales Treffen geplant, sagte Putin. Russland kĂŒndigt den Gipfel der von Brasilien, Russland, Indien, China und SĂŒdafrika (Brics) angefĂŒhrten Gruppe mit inzwischen zehn Mitgliedern als politisches Weltereignis an.

Putin betonte bei dem Forum in Aschgabat mit zahlreichen Staatschefs, dass der Aufbau einer neuen Weltordnung - weg von einer Dominanz der USA - unumkehrbar sei. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.

Das ukrainische Außenministerium in Kiew protestierte gegen Putins Reise und rief die turkmenische FĂŒhrung auf, den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag gegen den Kremlchef wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in der Ukraine zu beachten. Putin unternimmt immer wieder Reisen in LĂ€nder, in denen ihm keine Festnahme droht. Der Kremlchef erhielt derweil einen Orden des turkmenischen PrĂ€sidenten.

@ dpa.de