Ostdeutschland, Milliarden

Ostdeutschland: 68 Milliarden Euro Wertschöpfung durch Migranten

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 13:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die IW-Studie zeigt: Ostdeutschland verliert trotz Zuwanderung ArbeitskrĂ€fte. Migration bleibt fĂŒr Wohlstand und Wirtschaft unverzichtbar.

IW-Studie: Ostdeutschland verliert deutsche BeschÀftigte trotz Zuwanderung
Diverse Belegschaft bei der Arbeit in einer modernen Produktionshalle in Ostdeutschland. Illustration mit AI erstellt.

In den vergangenen Jahren hat sich die Struktur des Arbeitsmarktes in Ostdeutschland grundlegend gewandelt. Wie eine am 14. August 2026 veröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) belegt, verzeichnete die Region zwischen 2023 und 2025 einen massiven RĂŒckgang bei deutschen ErwerbstĂ€tigen, der nur teilweise durch auslĂ€ndische ArbeitskrĂ€fte kompensiert werden konnte.

WÀhrend die Zahl der deutschen BeschÀftigten in Ostdeutschland inklusive Berlin in diesem Zeitraum um 141.000 sank, stieg die Zahl der auslÀndischen ErwerbstÀtigen um 90.000 an.

RĂŒckgang der GesamtbeschĂ€ftigung trotz Zuwanderung

Die Untersuchung des IW verdeutlicht die demografischen Herausforderungen der ostdeutschen BundeslĂ€nder. In dem untersuchten Zeitraum zwischen 2023 und 2025 schrumpfte die Zahl der deutschen BeschĂ€ftigten im Osten um 2,5 %. Dies fĂŒhrte dazu, dass die GesamtbeschĂ€ftigung in der Region um 0,8 % zurĂŒckging, wĂ€hrend sie im bundesweiten Durchschnitt im gleichen Zeitraum um 0,2 % leicht anstieg.

Besonders deutlich zeigt sich die AbhÀngigkeit von internationaler MobilitÀt bei der Betrachtung der EU-Binnenwanderung: Seit dem Jahr 2024 verloren die ostdeutschen BundeslÀnder rund 7.800 BeschÀftigte aus anderen EU-Staaten.

Dennoch bleibt die Bedeutung auslĂ€ndischer ArbeitskrĂ€fte fĂŒr die regionale Wirtschaft hoch. Im Jahr 2025 lag der AuslĂ€nderanteil an allen BeschĂ€ftigten in Ostdeutschland bei 13,3 %, was einer absoluten Zahl von 845.000 Personen entspricht.

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Wirtschaftliche Relevanz und Wohlstandssicherung

Die ökonomischen Kennzahlen der IW-Studie unterstreichen die Systemrelevanz der Migration fĂŒr den Standort. Die Wertschöpfung durch auslĂ€ndische BeschĂ€ftigte in Ostdeutschland belief sich zuletzt auf 68,3 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anteil von 10,5 % an der gesamten regionalen Wertschöpfung.

Das Institut warnt in diesem Zusammenhang ausdrĂŒcklich davor, dass Ostdeutschland ohne kontinuierliche Zuwanderung ein erheblicher Wohlstandsverlust drohe.

Dieser Befund wird durch Daten aus einzelnen BundeslĂ€ndern gestĂŒtzt. In Sachsen-Anhalt etwa stieg die Zahl der auslĂ€ndischen sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten zwischen 2015 und 2025 von 20.000 auf 75.000 an.

Nach Angaben des dortigen Innenministeriums tragen diese ArbeitskrĂ€fte durch Steuerzahlungen maßgeblich zum Gemeinwesen bei. Besonders in kritischen Sektoren ist die AbhĂ€ngigkeit hoch: So sind in Sachsen-Anhalt laut aktuellen Erhebungen 14 % der Mediziner auslĂ€ndischer Herkunft.

Sorgen um das gesellschaftliche Klima und den Standort

Neben den rein ökonomischen Daten beleuchtete eine weitere IW-Studie vom 12. August 2026 die Stimmung in der Unternehmerschaft. Demnach sehen 60,3 % der ostdeutschen Betriebe die Demokratie gefĂ€hrdet, ein Wert, der ĂŒber dem im Westen gemessenen Niveau von 54,6 % liegt.

Zwar engagieren sich 75,9 % der Unternehmen in Ostdeutschland fĂŒr demokratische Werte, allerdings fĂŒhlen sich nur 48 % der Betriebe explizit in der Pflicht, dies zu tun – im Westen liegt dieser Wert bei 65 %.

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Die ZurĂŒckhaltung einiger Unternehmen könnte auch mit dem gesellschaftlichen Umfeld zusammenhĂ€ngen. Laut der Befragung sorgen sich 25 % der ostdeutschen Firmen vor Boykotten oder Hasskommentaren als Folge eines gesellschaftlichen Engagements.

Die demografische Notwendigkeit von Zuwanderung steht jedoch im Kontrast zur LebensrealitĂ€t vieler Migranten. In Sachsen-Anhalt sind zwar nur 9 % der Bevölkerung mit Migrationsgeschichte ĂŒber 65 Jahre alt – bei der Bevölkerung ohne Migrationsgeschichte sind es 30 % –, was das Potenzial fĂŒr den Arbeitsmarkt unterstreicht.

Gleichzeitig berichten jedoch 67 % der Zugewanderten von Rassismuserfahrungen. WÀhrend 47 % der Migranten angeben, dauerhaft bleiben zu wollen, erwÀgt ein Viertel der Befragten aufgrund der Rahmenbedingungen einen Wegzug.

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