Technologie, Interview

Paderborn war schon immer das Silicon Valley Deutschlands

30.04.2026 - 09:30:00 | presseportal.de

Paderborn - Ein GesprĂ€ch mit Dr. Wolfgang Achilles, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Jobware, ĂŒber das hohe Gut der BodenstĂ€ndigkeit, den Servicegedanken und die QualitĂ€t von Personalarbeit

Paderborn war schon immer das Silicon Valley Deutschlands - Foto: presseportal.de
"Paderborn war schon immer das Silicon Valley Deutschlands" - Foto: presseportal.de

Zugegeben, etwas nĂŒchtern wirken die Straßen im Paderborner Technologiepark schon. Wer hier nach Altbaucharme oder veganen BowllĂ€den sucht, wie sie in Berlin-Mitte rund um Co-Working-Spaces zum guten Ton gehören, wird enttĂ€uscht. Hier ist man pragmatisch. Und inmitten dieses Pragmatismus ragt ein Geburtstagskind hervor: Seit 30 Jahren bringt Jobware von hier aus Unternehmen und Jobsuchende zusammen. Dr. Wolfgang Achilles, der GeschĂ€ftsfĂŒhrer, wirkt so, wie man sich einen erfolgreichen Ostwestfalen vorstellt: prĂ€zise, unprĂ€tentiös und mit einem gesunden Misstrauen gegenĂŒber jedem Hype, der nicht mindestens zwei Jahre Bestand hat.

***

Herr Dr. Achilles, 1996 steckte das kommerzielle Internet in den Kinderschuhen. Kaum jemand konnte absehen, welche VerĂ€nderung es mit sich bringen wĂŒrde. Wer damals eine Stellenbörse im Netz grĂŒndete, galt entweder als VisionĂ€r oder als Phantast. Was trifft auf Jobware zu?

Wolfgang Achilles: Wahrscheinlich ein bisschen von beidem, aber vor allem waren wir mutig genug, an die Effizienz zu glauben. Damals haben die Leute ihre Bewerbungen noch in schwere Pappmappen gesteckt und gehofft, dass die Post sie rechtzeitig zustellt. Wir haben gesehen, dass Information fließen will. Paderborn war damals durch die Nixdorf-Historie ein guter NĂ€hrboden fĂŒr diesen digitalen Optimismus. Wir wussten: Das bleibt kein Spielzeug.

In den letzten 30 Jahren sind unzĂ€hlige Tech-Startups gekommen und gegangen. Jobware ist noch da. Ist "BodenstĂ€ndigkeit" eigentlich ein legitimes GeschĂ€ftsmodell fĂŒr ein IT-Unternehmen?

In Ostwestfalen ist es das einzige, das wirklich funktioniert. Wissen Sie, in Berlin feiert man oft das "Scheitern als Chance". Hier in Paderborn feiern wir es eher, wenn etwas funktioniert und am Ende des Monats die Zahlen stimmen. BodenstĂ€ndigkeit bedeutet bei uns: Wir versprechen nichts, was wir technisch oder menschlich nicht halten können. In einer Welt, die immer volatiler wird, suchen Personaler:innen genau das: einen Anker. VerlĂ€sslichkeit ist heute fast schon ein rebellischer Akt. Aber wir bleiben diesem Prinzip treu, wir sehen uns als Serviceanbieter fĂŒr unsere Kund:innen. Und beim Service, das ist uns wichtig, zĂ€hlen ZuverlĂ€ssigkeit und QualitĂ€t.

Sie sitzen im beschaulichen Paderborn, wĂ€hrend die Tech-Giganten in San Francisco oder zumindest in MĂŒnchen oder Hamburg sitzen. Ist die Provinz ein Standortnachteil im Kampf um die besten Köpfe?

Im Gegenteil. Wir haben hier eine IT-Dichte, die viele unterschĂ€tzen: Paderborn rankt sehr weit oben, wenn es um die Dichte an IT-ArbeitsplĂ€tzen geht. Die UniversitĂ€t Paderborn ist eine der Top-Adressen fĂŒr Informatik in Deutschland. Schon in den 1990er Jahren waren wir das Silicon Valley Deutschlands. Und: Wer zu uns kommt, sucht meistens keine Tischtennisplatte, sondern eine Aufgabe mit Substanz. Wir haben viele Mitarbeitende, die sind seit 15 oder 20 Jahren dabei. Diese KontinuitĂ€t ist unsere Geheimwaffe. In Metropolen ist es deutlich unĂŒblicher, dass Mitarbeitende ein Jahrzehnt voll machen. Bei uns bleibt das Wissen im Haus. Das spĂŒren unsere Kund:innen im Service.

Apropos Service: Sie leisten sich immer noch echte Menschen am Telefon, wĂ€hrend die Konkurrenz auf Chatbots und automatisierte Self-Service-Portale setzt. Ist das Nostalgie oder KalkĂŒl?

Das ist knallhartes QualitĂ€tsmanagement. Recruiting ist hochgradig emotional und individuell. Wenn ein:e Personaler:in eine Anzeige schaltet, geht es um die Zukunft des eigenen Arbeitgebers. Da will man keinen Bot, der einen in einer Endlosschleife gefangen hĂ€lt. Man will jemanden, der versteht, warum die Stelle in der Produktion in Hintertupfingen so schwer zu besetzen ist. Unsere Kund:innen kaufen bei uns nicht nur Reichweite, sie kaufen Beratung und Sicherheit. Algorithmen sind fantastisch darin, Daten zu sortieren, aber sie haben kein BauchgefĂŒhl und kĂŒmmern sich nicht.

Wir erleben gerade den Durchbruch der KĂŒnstlichen Intelligenz. Wird der Job der Personaler:innen durch KI bald ĂŒberflĂŒssig - und damit auch Ihre Plattform?

KI wird die Spreu vom Weizen trennen. Sie wird die lĂ€stige Administration ĂŒbernehmen. Aber die Entscheidung, ob ein Mensch ins Team passt, ob die Chemie stimmt, ob jemand brennt - das wird immer eine menschliche DomĂ€ne bleiben. Jobware wird sich verĂ€ndern, wir investieren in die KI-Entwicklung und nutzen KI massiv. Aber unser Kern bleibt: Wir sind der Kurator. Wir sorgen dafĂŒr, dass QualitĂ€t sichtbar wird und niemand durch KI diskriminiert wird. Das Internet ist heute voll von Rauschen. Wir sind der Filter.

30 Jahre Jobware. Wenn Sie auf die AnfĂ€nge zurĂŒckblicken: Was ist das Wichtigste, das Sie ĂŒber Arbeit gelernt haben?

Dass Arbeit mehr ist als ein Tausch von Zeit gegen Geld. Es geht um Anerkennung und Sinn. Das klingt nach einer Floskel, aber wenn man 30 Jahre lang dazu beitrĂ€gt, dass sehr viele Menschen durch eine Stellenanzeige ihr Leben verĂ€ndern, dann wird es ernst. Wir sind kein IT-Unternehmen. Wir verstehen uns als Bewerber- UND Inserenten-GlĂŒcklichmacher.

Letzte Frage: Wo steht Jobware in weiteren 30 Jahren?

Sicher in Paderborn. Technisch weiter an der Spitze - natĂŒrlich mit eigenen Quanten-Computern. SelbstverstĂ€ndlich auch mit Angeboten fĂŒr Talente, die auf dem Mars arbeiten möchten. Und ich bin mir sicher: Wir werden noch persönlicher mit Kund:innen sprechen dank Beamen statt Telefonieren. Das ist unser ostwestfĂ€lisches Versprechen.

Pressekontakt:

Jobware GmbH
Christian Flesch
E-Mail: presse@jobware.de
Tel: 05251 5401-130
www.jobware.de

Original-Content von: Jobware GmbH ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/5f9c18

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 69262259 |