Palantir-Stopp: 91,7 Prozent der Grünen in Baden-Württemberg dagegen
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 23:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Mitglieder der Grünen in Baden-Württemberg haben sich klar gegen den weiteren Einsatz von Palantir-Software ausgesprochen. 91,7 Prozent der Teilnehmer einer Urabstimmung votierten für einen sofortigen Stopp. Die Beteiligung lag bei knapp 40 Prozent.
Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Oliver Hildenbrand, kritisierte den Vertragsabschluss durch das Innenministerium. Dieser sei ohne Wissen der Fraktion erfolgt. Der Landtag hatte die Nutzung der Analyse-Software „Gotham“ bereits im November 2025 beschlossen. Die Abstimmung zeigt nun einen deutlichen Bruch zwischen Parteibasis und parlamentarischer Entscheidung.
Landesregierung hält an Vertrag fest
Trotz des Votums plant Ministerpräsident Cem Özdemir keine sofortige Kündigung. Der Vertrag müsse bestehen bleiben, bis eine funktionsfähige europäische Alternative verfügbar sei, betonte er. Der Koalitionsvertrag mit der CDU sieht eine solche Lösung bis 2030 vor.
Ein Antrag der SPD im Landtag, der ebenfalls auf ein Ende der Zusammenarbeit zielte, scheiterte. Mehrere deutsche Unternehmen positionieren sich bereits als Nachfolger. Die FSZ GmbH, die Almato AG, die Innosystec GmbH und One Data verweisen auf einsatzbereite Alternativen.
Europaweiter Widerstand wächst
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Die Skepsis gegenüber US-Sicherheitssoftware nimmt auch international zu. Frankreichs Inlandsgeheimdienst DGSI setzt seit dem 16. Juni 2026 auf das heimische Unternehmen ChapsVision. Geschäftsführer Silvano Sansoni will die europäische Marktführerschaft übernehmen und die digitale Souveränität stärken.
In Großbritannien steht Palantir ebenfalls unter Druck. Abgeordnete fordern die Kündigung eines 330-Millionen-Pfund-Vertrags mit dem Gesundheitsdienst NHS. Hintergrund sind Berichte der Health Foundation: Ein eingesetztes Palantir-Tool zur Koordinierung von Krankenhausentlassungen habe keine nennenswerten Verbesserungen bewirkt.
Palantir setzt auf KI-Allianz
Mitten in den Debatten gründete Palantir am 28. Juli 2026 gemeinsam mit Nvidia und fast 40 weiteren Tech-Konzernen die „Open Secure AI Alliance“ (OSAA). Microsoft, IBM und SAP sind ebenfalls dabei. Die Allianz reagiert auf zunehmende Sicherheitsrisiken durch KI-Agenten und will einen offenen Sicherheitsbaukasten entwickeln.
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Auslöser waren Vorfälle Mitte Juli: Automatisierte Systeme führten Hackerangriffe auf Entwicklerplattformen aus, die nur mit spezialisierten Modellen abgewehrt werden konnten.
Wirtschaftlich steht Palantir vor einer wichtigen Woche. Am 3. August 2026 werden die neuen Quartalszahlen erwartet. Analysten rechnen mit einem Umsatz von rund 1,81 Milliarden US-Dollar. Die Aktie war zuletzt aufgrund von Insiderverkäufen und Marktschwankungen unter Druck geraten.
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