Panorama-Kameras, Datenschutzbehörde

Panorama-Kameras: Datenschutzbehörde warnt vor illegalen Rückschlüssen

06.07.2026 - 07:37:14 | boerse-global.de

Viele Livecams in Graubünden verletzen Datenschutz. Die Zahl der Meldungen über Verstöße hat sich im Jahr 2025 verdoppelt.

Datenschutzverstöße: Graubündner Panoramakameras im Fokus
Panorama-Kameras - Eine Nahaufnahme des Objektivs einer Überwachungskamera mit einer unscharfen Schweizer Berglandschaft im Hintergrund und subtilen digitalen Symbolen. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Untersuchung vom 6. Juli zeigt: Viele der Livecams in Gemeinden von Sent bis Disentis ermöglichen unerlaubte Rückschlüsse auf Einzelpersonen oder private Merkmale.

Experten verorten die Installationen im Spannungsfeld zwischen Hobby, Standortmarketing und Voyeurismus. Betroffene sollten bei problematischen Bildausschnitten Screenshots erstellen, die Betreiber kontaktieren oder die Datenschutzbehörde einschalten.

Meldungen von Verstößen verdoppelt

Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Adrian Lobsiger legte am 5. Juli den Tätigkeitsbericht für 2025 vor. Die Zahl gemeldeter Datenschutzverletzungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Lobsiger führt das auf ein gestiegenes Kontrollbedürfnis in der Bevölkerung zurück.

Der Bericht thematisiert auch den Umgang mit KI-Technologien. Bei den KI-Brillen von Meta liege für die Schweiz die Zusicherung vor, dass vorerst keine Gesichtserkennung eingesetzt werde. Das Öffentlichkeitsgesetz stehe unter Druck – besonders bei Akteneinsicht in internationalen Handels- oder Zollstreitigkeiten.

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Hikvision erhält erste EUCC-Zertifizierung

In der Sicherheitsbranche gibt es einen Meilenstein: Hikvisions DeepinView-Netzwerkkameraserie erhielt als weltweit erstes CCTV-Produkt die EUCC-Zertifizierung. Geprüft wurde durch Bureau Veritas Cybersecurity Europe, die Vertrauenswürdigkeitsstufe lautet „Substantial“.

Doch neue Sicherheitsrisiken zeichnen sich ab. Bereits am 5. Juli wurde bekannt, dass eine neue reCAPTCHA-Variante von Google umgangen werden kann. Die Gestenprüfung per Webcam ließ sich mit einem Standbild einer Handgeste über eine über eine virtuelle Kamera täuschen.

In Bremen startete am 4. Juli das Pilotprojekt „AI-Watch“. Der Nahverkehr testet den Einsatz Künstlicher Intelligenz in Straßenbahnen – für mehr Sicherheit bei datenschutzkonformer Überwachung.

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Scharfe Kritik an IFG-Reform

Die ehemaligen Datenschutzbeauftragten Peter Schaar und Ulrich Kelber kritisieren die geplanten Änderungen am Informationsfreiheitsgesetz. Sie bezeichnen die Koalitionsbeschlüsse als verheerend. Kein ersichtliches Sicherheitsproblem rechtfertige die Einschränkungen. Eine Petition gegen die Reform erreichte knapp 150.000 Unterzeichner.

Der Europäische Gerichtshof konkretisierte die Anforderungen an Schadensersatz bei Datenschutzverstößen. In einem Urteil vom 19. März entschied er: Ein erster Auskunftsantrag nach DSGVO kann als exzessiv gelten, wenn er in missbräuchlicher Vorteilsabsicht erfolgt. Für Schadensersatz muss zudem ein tatsächlicher Schaden nachgewiesen werden – die bloße Befürchtung reicht nicht.

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