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USA und EuropĂ€er sprechen ĂŒber Ukraine-Krieg

17.04.2025 - 10:14:30

PARIS/KIEW - Die USA und mehrere europÀische LÀnder sprechen heute in Paris mögliche Auswege aus Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine.

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PARIS/KIEW (dpa-AFX) - Die USA und mehrere europĂ€ische LĂ€nder sprechen heute in Paris mögliche Auswege aus Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Aus Washington sind US-Außenminister Marco Rubio und der Sondergesandte von PrĂ€sident Donald Trump, Steve Witkoff, angekĂŒndigt. Ihre Reise folgt auf ein Treffen Witkoffs mit Kremlchef Wladimir Putin vergangene Woche.

Nach Medienberichten soll Witkoff mit dem französischen Staatschef Emmanuel Macron sprechen, wĂ€hrend Außenminister Rubio seinen Kollegen Jean-NoĂ«l Barrot trifft. Die GesprĂ€che sollten "PrĂ€sident Trumps Ziel voranbringen, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden und das Blutvergießen zu stoppen", teilte das US-Außenministerium mit.

Auch ukrainische UnterhÀndler in Paris

Außerdem kamen UnterhĂ€ndler der Ukraine in die französische Hauptstadt. Der Chef der Kiewer PrĂ€sidialverwaltung, Andrij Jermak, schrieb auf X, er werde von Außenminister Andrij Sybiha und Verteidigungsminister Rustem Umjerow begleitet. Geplant seien mehrere bilaterale Treffen mit Vertretern der Staaten aus der sogenannten "Koalition der Willigen".

Konkret nannte Jermak Frankreich, Deutschland und Großbritannien. Aus dem AuswĂ€rtigen Amt in Berlin hieß es, an den GesprĂ€chen in Paris nĂ€hmen der außen- und sicherheitspolitische Berater der Bundesregierung, Jens Plötner, und der Politische Direktor im AuswĂ€rtigen Amt, GĂŒnter Sautter, teil.

"Es ist auch ein Treffen mit US-Vertretern geplant, die jetzt in Frankreich ankommen", schrieb Jermak zudem. Es gehe um wichtige Fragen fĂŒr die Sicherheit der Ukraine und Europas.

Verschiedene diplomatische AnsÀtze

Damit prallen in Paris zwei sehr unterschiedliche AnsÀtze aufeinander, wie der seit mehr als drei Jahren andauernde Krieg beigelegt werden könnte. Trump will ein rasches Ende des Krieges und eine WiederannÀherung zwischen den USA und Russland. Trump und Witkoff haben nach Kontakten mit Putin betont, dass dieser ihrem Eindruck nach Frieden wolle.

Sie sind eher geneigt, die Ukraine unter Druck zu setzen. Sie halten ihr vor, einen Krieg zu fĂŒhren, den sie nicht gewinnen könne. Der Kreml unternimmt zwar große Anstrengungen, den Dialog mit den Amerikanern auszuweiten. In der Ukraine hĂ€lt er aber unverrĂŒckbar an seinen Kriegszielen fest.

EuropÀer wollen Ukraine stark machen

Frankreich verfolgt dagegen wie Großbritannien und andere europĂ€ische LĂ€nder den Ansatz, die Ukraine vor Verhandlungen möglichst stark zu machen und sie militĂ€risch zu unterstĂŒtzen. Paris und London sind auch die WortfĂŒhrer bei Überlegungen, die Sicherheit der Ukraine kĂŒnftig durch Soldaten aus europĂ€ischen LĂ€ndern zu unterstĂŒtzen.

Dabei könnte es am ehesten um eine Ausbildungs- und AusrĂŒstungsmission fĂŒr die ukrainische Armee fernab der Front gehen. Moskau lehnt das mögliche EinrĂŒcken europĂ€ischer Truppen - zumal aus Nato-Staaten - in die Ukraine ab. Allerdings trauen sich die EuropĂ€er bislang nicht recht ohne eine Absicherung ihrer Mission durch die USA.

Tote bei Drohnenangriff auf Industriestadt Dnipro

In der Nacht wurde die sĂŒdukrainische Industriestadt Dnipro zum Ziel eines großen russischen Drohnenangriffs. Dabei seien drei Menschen, darunter ein MĂ€dchen, getötet worden, teilte Gebietsgouverneur Serhij Lyssak auf Telegram mit. Außerdem gebe es mindestens 30 Verletzte, darunter fĂŒnf MinderjĂ€hrige. BrĂ€nde seien an mehreren Stellen ausgebrochen, WohnhĂ€user seien beschĂ€digt worden.

Über der Stadt, die vor dem Krieg knapp eine Million Einwohner hatte, waren in kurzer Zeit zahlreiche Explosionen zu hören, wie der Rundfunksender Suspilne berichtete. Dnipro ist ein Zentrum der ukrainischen RĂŒstungsindustrie.

Die ukrainische Luftwaffe ortete russische Kampfdrohnen auch ĂŒber der nahen Stadt Krywyj Rih und ĂŒber der Großstadt Charkiw im Osten des Landes. Aus Sumy wurden in der Nacht mehrere Explosionen nach Drohnenangriffen gemeldet.

Ukraine produziert mehr als 40 Prozent ihrer Waffen selbst

Die Ukraine kĂ€mpft nach Angaben von PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj bei der Abwehr des russischen Angriffskrieges aktuell zu mehr als 40 Prozent mit Waffen aus eigener Produktion. "Unsere Verteidigungsindustrie stellt bereits mehr als tausend Waffentypen her: von Artilleriegranaten ĂŒber Raketen und Langstreckenwaffen bis hin zu unseren Drohnen", sagte Selenskyj vor Vertretern der RĂŒstungsbranche in Kiew.

"Mehr als 40 Prozent aller Waffen, die an der Front zur Verteidigung unseres Landes eingesetzt werden, werden in der Ukraine produziert", sagte er nach Angaben des PrĂ€sidialamtes. Zugleich wachse die Zahl der Kooperationen auslĂ€ndischer Partner mit der ukrainischen RĂŒstungsindustrie, die seinen Angaben zufolge rund 300.000 Menschen beschĂ€ftigt.

Selenskyjs Angaben belegen zugleich, dass sein Land bei der Abwehr der russischen Invasion weiter in hohem Maße auf RĂŒstungslieferungen aus dem Ausland angewiesen ist. Dies betrifft unter anderem Panzer und Panzerfahrzeuge sowie die Flugabwehr.

@ dpa.de