Parkinson: Berufskrankheit für Pestizid-exponierte Landwirte
16.06.2026 - 17:33:45 | boerse-global.de
Am 11. Juni unterzeichneten der VDSI und Vertreter der Arbeitsmedizin in Berlin die „Berliner Erklärung zur interdisziplinären Prävention“. Das Ziel: Arbeitsmediziner und Sicherheitsfachkräfte sollen künftig enger zusammenarbeiten. Die Unterzeichnung fand im Rahmen des 75-jährigen Bestehens des VDSI statt.
Parkinson als Berufskrankheit anerkannt
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Das Bundeskabinett hat Ende Mai eine wichtige Änderung beschlossen. Parkinson wird künftig als Berufskrankheit anerkannt – wenn die Erkrankung durch langjährigen Pestizideinsatz verursacht wurde. Betroffen sind vor allem Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau.
Grundlage war eine Empfehlung des Ärztlichen Sachverständigenbeirats aus den Jahren 2024 und 2025. Der Bund stellt für die Landwirtschaftliche Sozialversicherung insgesamt 20 Millionen Euro Steuergelder für 2025/2026 bereit.
Hitzewelle: Unternehmen müssen handeln
Für die Region Altmark wird am 22. Juni eine Hitzewelle mit bis zu 36 Grad erwartet. Experten der AOK empfehlen Unternehmen das sogenannte TOP-Prinzip: technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen. Dazu gehören ausreichend Flüssigkeit, leichte Mahlzeiten, angepasste Arbeitszeiten und salzige Snacks.
Auch Kommunen werden aktiv. In Minden startet am 20. Juni eine Klimaanpassungswoche mit Vorträgen zum Hitzeschutz für Senioren. In Wiesbaden ist für den 23. Juni eine Informationsveranstaltung geplant. Der Landkreis St. Wendel bietet am selben Tag einen Workshop zu digitalen Tools für Starkregen-, Hochwasser- und Hitzeschutz an. Das Projekt wird mit 200.000 Euro aus EU-Mitteln gefördert.
Gefahrstoffe: Chrom(VI) bleibt ein Problem
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund befasst sich mit der Substitution von Chrom(VI). Bei dekorativen Anwendungen liefern Verfahren auf Basis von Chrom(III) bereits akzeptable Ergebnisse. Für die funktionelle Hartverchromung gibt es jedoch noch keine Alternative – Chrom(VI) bleibt hier Standard. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) registriert derzeit rund 50 Autorisierungsanträge.
Arbeitszeit: Warnung vor Abschaffung der Höchstgrenze
Eine Expertin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) warnt vor Plänen, die tägliche Höchstarbeitszeit abzuschaffen. Laut DGB-Index „Gute Arbeit 2025“ arbeiten bereits 43 Prozent der Beschäftigten regelmäßig länger als acht Stunden. Fast die Hälfte der Befragten fühlt sich ausgebrannt. Die Expertin betont: Erholung ist eine soziale Ressource.
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Förderung für klimaresistente Städte
Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauen hat ein Förderprogramm aufgelegt. Bis zum 30. Juni können Kommunen Projektskizzen für die Anpassung urbaner Räume einreichen. Insgesamt stehen 80 Millionen Euro bereit. Einzelne Projekte können mit 500.000 bis 8 Millionen Euro gefördert werden – bei einer Förderquote von bis zu 80 Prozent.
Für die chemisch-pharmazeutische Industrie haben die europäischen Sozialpartner Leitfäden für einen sozial ausgewogenen, klimaneutralen Wandel veröffentlicht. Das JusTransLEAD-Projekt soll Führungskräften helfen, den Übergang in den Betrieben nachhaltig zu gestalten.
