Peking, Teheran und Moskau fordern Ende der Iran-Sanktionen
14.03.2025 - 16:27:01(neu: Angaben des russischen AuĂenministeriums)
PEKING (dpa-AFX) - China, Russland und der Iran fordern in der angespannten Lage um das iranische Atomprogramm ein Ende "aller einseitigen illegalen Sanktionen" gegen Teheran. AuĂerdem betonten die drei LĂ€nder, dass sich "relevante Parteien" bemĂŒhen sollten, die Ursachen fĂŒr die derzeitige Situation zu beseitigen, wie das chinesische Staatsfernsehen nach einem Treffen der Vize-AuĂenminister der drei LĂ€nder in Peking berichtete.
Peking und Moskau begrĂŒĂten dem Bericht zufolge, dass Teheran den friedlichen Charakter seines Atomprogramms beteuere und es ablehne, eine Entwicklung von Atomwaffen anzustreben. Zudem veröffentlichte China ein Papier mit fĂŒnf VorschlĂ€gen zur Lösung "der iranischen Nuklearfrage", das in vielen Punkten im Sinne Teherans sein dĂŒrfte.
Dem russischen AuĂenministerium zufolge wurden MaĂnahmen besprochen, die auf den Abbau der Spannungen um das iranische Atomprogramm gerichtet sind. Moskau nannte die Spannungen "von auĂen kĂŒnstlich aufgeblasen". Betont wurde, dass Drohungen und EinschĂŒchterung sowie militĂ€rische Gewalt gegen die Infrastruktur der iranischen Atomenergie absolut unzulĂ€ssig seien.
China hofft auf Verhandlungen
Der Gastgeber China hatte vorab erklĂ€rt, dass in der gegenwĂ€rtigen Lage alle involvierten Seiten Ruhe bewahren und eine Eskalation vermeiden sollten. China hoffe, dass so bald wie möglich Verhandlungen stattfinden könnten, hatte AuĂenamtssprecherin Mao Ning gesagt.
Zuletzt hatte sich der Streit um Irans Atomprogramm zugespitzt. Teheran beteuert seit langem, sein Atomprogramm diene nur friedlichen Zwecken - allerdings hat das Land laut der Internationalen Atomenergiebehörde in den vergangenen Monaten die Herstellung von beinahe atomwaffentauglichem Uran stark beschleunigt. Zuletzt gab es auch immer wieder Aussagen von Politikern im Iran vor allem rund um den Konflikt mit Erzfeind Israel, man solle vielleicht doch eine Atomwaffe bauen.
US-PrĂ€sident Donald Trump deutete vergangene Woche laut "New York Times" an, dass die nuklearen FĂ€higkeiten des Irans einen kritischen Punkt erreicht hĂ€tten. Er schrieb nach eigenen Angaben einen Brief an den obersten FĂŒhrer im Iran, Ajatollah Ali Chamenei, in dem er die Wiederaufnahme der Verhandlungen ĂŒber das rasch fortschreitende Atomprogramm des Landes anbot. Gleichzeitig warnte er, dass das Land sich entscheiden mĂŒsse, das Programm einzuschrĂ€nken oder einen MilitĂ€rangriff zu riskieren. Um den Druck zu erhöhen, verhĂ€ngten die USA am Donnerstag weitere Sanktionen, darunter gegen den Ălminister Mohsen Paknedschad.
Gemischte Signale aus Teheran
Chamenei steht Verhandlungen mit den USA bislang ablehnend gegenĂŒber, aus der Regierung des Landes allerdings kamen gemischte Signale. Irans AuĂenminister Abbas Araghtschi etwa sagte am Donnerstag der staatlichen Tageszeitung "Iran", dass sein Land es in Betracht ziehe, indirekte Atomverhandlungen mit der US-Regierung zu fĂŒhren. Diese seien in einem neutralen Land wie dem Oman denkbar. Der Oman hat in der Vergangenheit bereits mehrfach zwischen den beiden verfeindeten Staaten vermittelt.
Aufgrund der Sanktionen steckt der Iran in einer schweren Finanzkrise. Laut Beobachtern ist eine Wiederaufnahme der Atomverhandlungen und die damit verbundene Hoffnung auf eine Aufhebung der Sanktionen der einzige Ausweg. Irans Regierung setzt demnach im Streit mit dem Westen auch zunehmend auf Russland und China, da die Beziehungen zu bisherigen Vermittlerstaaten in Europa zu angespannt sind.

