Personalmanagement, HR-Chefs

Personalmanagement: 80% der HR-Chefs nutzen KI mehrmals pro Woche

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue EU-Vorschriften erzwingen systematische Mitarbeiterchecks, während KI-Tools den HR-Alltag revolutionieren und die Digitalisierung weltweit vorantreiben.

EU-Richtlinien und KI: Der Wandel der Personalabteilungen
Moderner Büroarbeitsplatz mit Laptop, der digitale HR-Analysen und Prozessdiagramme zur Personalverwaltung anzeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue EU-Richtlinien zwingen Unternehmen zu systematischen Hintergrundchecks ihrer Mitarbeiter. Gleichzeitig erobert KI den HR-Alltag.

Die Digitalisierung der Personalabteilungen nimmt international Fahrt auf. Haupttreiber sind regulatorische Anforderungen der EU und der verstärkte Einsatz künstlicher Intelligenz. Von der Rekrutierung bis zur fortlaufenden Überprüfung von Mitarbeitern in sicherheitskritischen Bereichen – die Automatisierung greift um sich.

Strengere Regeln für kritische Infrastrukturen

Im Zentrum stehen die EU-Richtlinien DORA (Digital Operational Resilience Act), NIS2 und die CER-Richtlinie (Critical Entities Resilience). Sie verpflichten Betreiber kritischer Infrastrukturen – etwa aus Energie, Gesundheit, Finanzen und IT – zu systematischen Hintergrundüberprüfungen ihres Personals.

Die EU-CER-Richtlinie (2022/2557) verlangt strenge Screenings für Personal in sensiblen Positionen, inklusive externer Dienstleister. Die Umsetzung in Deutschland war für Oktober 2024 vorgesehen. Branchenlösungen bieten bereits automatisierte Frameworks für Pre-Employment-Checks und zyklische Re-Screenings an.

Je nach Sicherheitsrelevanz der Rolle erfolgen diese Überprüfungen jährlich oder sogar quartalsweise. Geprüft werden Bildungsabschlüsse, Arbeitszeugnisse, Strafregisterauszüge und Sanktionslisten – stets unter Einhaltung der DSGVO und ISO-Zertifizierungen.

KI erobert den HR-Alltag

Neben der Compliance treibt die operative Effizienz den Wandel voran. Ein Report zu Workforce-Trends aus dem Jahr 2024 belegt: 80 Prozent der HR-Verantwortlichen nutzen mehrmals pro Woche KI-Tools. Rund 36 Prozent planen zudem, das Performance Management zu automatisieren.

Anzeige

Die zunehmende Regulierung durch den EU AI Act stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen bei der Dokumentation und Risikobewertung ihrer KI-Systeme. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle neuen Pflichten und Fristen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Die Einsatzgebiete erstrecken sich über sechs Kernbereiche: Zielsetzung, Onboarding, Offboarding und betriebliche Weiterentwicklung. In der Rekrutierung setzen Unternehmen verstärkt auf „Structured Hiring“. Dieser Rahmen nutzt definierte Schritte wie Rollen-Kickoffs, Scorecards und standardisierte Interview-Kits.

Das Ziel: evidenzbasiertere Entscheidungen und weniger unbewusste Vorurteile. KI unterstützt den Prozess innerhalb definierter Grenzen – ohne die menschliche Entscheidung vollständig zu ersetzen.

Großprojekte mit staatlicher Dimension

Dass die Digitalisierung auch staatliche Dimensionen erreicht, zeigt Nigeria. Am 27. Juli 2026 ging dort eine umfassende HR-Plattform in Betrieb. Das System digitalisiert das Personalmanagement für über eine Million Mitarbeiter in 508 Regierungsbehörden – von der Rekrutierung über die Lohnabrechnung bis zur Personalentwicklung.

Anzeige

Während KI-Systeme die Verwaltung revolutionieren, müssen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen in der IT-Abteilung Schritt halten. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche neuen Cyberrisiken auf Ihr Unternehmen zukommen und wie Sie sich proaktiv absichern. Gratis-Ratgeber zu Cyber Security Trends herunterladen

Auch in der Logistik verzahnen sich HR-Prozesse mit technischer Automatisierung. Am selben Tag wurde der Einsatz spezialisierter Roboter in einem Importlager in Krefeld bekanntgegeben. Sie übernehmen das Entladen von Containern und die Palettierung – das senkt das Verletzungsrisiko und steigert die Effizienz.

Im Finanzbereich startete zeitgleich ein KI-System zur Automatisierung von Kontoabstimmungen. Die manuelle Vorbereitungszeit konnte laut Herstellerangaben bei ersten Anwendern erheblich reduziert werden.

Die Kompetenzlücke in Deutschland

Trotz der Fortschritte zeigt das „PwC AI Jobs Barometer“ eine Diskrepanz auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Zwischen 2019 und 2025 fand sich nur eine geringe Korrelation zwischen der KI-Exponierung von Berufen und dem tatsächlichen Wandel der geforderten Kompetenzen.

Global verändern sich die Anforderungen in KI-exponierten Berufen doppelt so schnell. Deutschland hinkt hinterher. Für das Jahr 2025 standen rund 109.400 Stellenausschreibungen für KI-Anwender lediglich 15.400 Positionen für KI-Entwickler gegenüber.

Weitere Innovationen kündigen sich an. Im Rahmen der IAA TRANSPORTATION im September 2026 sollen neue KI-Assistenten für die Disposition vorgestellt werden. Sie übernehmen die automatische Auftragserfassung aus Dokumenten und die Tourenplanung – das dürfte die Anforderungen an das Personal in der Logistikbranche weiter verändern.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69890901 |