Personalmangel, Fachkräftelücke

Personalmangel: 84 Prozent der Unternehmen kämpfen mit Fachkräftelücke

14.06.2026 - 01:01:14 | boerse-global.de

Deutsche Unternehmen leiden unter Personalknappheit. Beratungsriesen wie BCG setzen bei Neueinstellungen verstärkt auf KI-Kompetenzen.

Fachkräftemangel: BCG und Big Four passen Recruiting an
Personalmangel - Eine Gruppe von Fachleuten arbeitet in einem modernen Büro mit holografischen Bildschirmen, die Daten und KI-Algorithmen darstellen, was die technologische Transformation im Personalwesen symbolisiert. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Große Beratungshäuser wie die Boston Consulting Group (BCG) reagieren auf den Wandel. Für 2026 plant BCG die Einstellung mehrerer tausend neuer Mitarbeiter. Recruiting-Chefin Carolin Eistert bestätigt: Die Bewerbungsprozesse wurden gezielt angepasst. Im Fokus steht die KI-Kompetenz der Kandidaten. Besonders in den Technologieeinheiten sind fundierte Programmierkenntnisse mittlerweile Pflicht.

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Der unsichtbare Arbeitsmarkt

Neben klassischen Bewerbungen gewinnt ein anderer Kanal an Bedeutung. Schätzungen zufolge werden 60 bis 70 Prozent aller Stellen in Deutschland vergeben, ohne dass sie öffentlich ausgeschrieben werden. Dieser verdeckte Arbeitsmarkt funktioniert über persönliche Gespräche, Empfehlungen und Plattformen wie LinkedIn. Ein direkter Austausch in sozialen Netzwerken ist oft effektiver als Dutzende Online-Bewerbungen.

Auch die „Big Four“ der Beratungsbranche – PwC, EY, KPMG und Deloitte – spüren den Druck. Bis zu 70 Prozent ihres Umsatzes stammen inzwischen aus dem Consulting. KI automatisiert interne Prozesse, das Marktwachstum flacht ab. Die Folge: Höherer Leistungsdruck auf Nachwuchskräfte. Der Weg in die Partnerschaft wird strenger – entscheidend sind Marktwirkung und Führungskompetenz.

Milliarden-Investitionen in KI-Schulungen

International setzen Konzerne massiv auf Weiterbildung. Die Larsen & Toubro Group startete die Initiative „AI 1000“. Ziel: ein Pool von über 1.000 KI-zertifizierten Ingenieuren. CEO Venu Lambu berichtet von 24.000 bereits geschulten Mitarbeitern – bei einer Lernbeteiligung von 84 Prozent.

Die Hotelbranche zieht nach. Anfang Juni trafen sich über 100 Mitgliedshäuser von Fair Job Hotels in Düsseldorf. Thema: KI in der Personalführung und Entgelttransparenz. Um attraktiver für Arbeitnehmer zu werden, setzen die Betriebe auf Employee Assistance Programme – Angebote, die Gesundheit, Familie und Beruf verbinden.

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Migration als Lösungsansatz

Der Fachkräftemangel bleibt branchenübergreifend das größte Problem. Auf europäischer Ebene sehen über 70 Prozent der Firmen ihn als Haupthindernis für künftige Investitionen.

Gegensteuern soll gezielte Migration. Das Goethe-Institut unterstützt seit 2022 rund 90.000 Menschen aus Drittstaaten beim Übergang in den deutschen Arbeitsmarkt. Künftig will man die Maßnahmen auf Länder wie Usbekistan, Pakistan und Bangladesch ausweiten.

Gleichzeitig sucht der öffentliche Sektor weiter Personal. Die Volkshochschule Schwerin wirbt um Honorarlehrkräfte, das Centrum für bürgerschaftliches Engagement besetzt Stellen im Bundesfreiwilligendienst. Der Bedarf ist riesig – die Lösungsansätze vielfältig.

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