PFAS-Filterung, Durchbruch

PFAS-Filterung: Durchbruch mit 99,9% Entfernungsrate in Japan

02.07.2026 - 19:14:36 | boerse-global.de

Neue Technologien entfernen über 99,9 Prozent der Schadstoffe. BASF kündigt PFAS-Ausstieg bis 2028 an, während Klagen und Verbote zunehmen.

PFAS-Filterung: Japanischer Durchbruch bei der Wasserreinigung
PFAS-Filterung - Nahaufnahme einer fortschrittlichen Wasserfilteranlage mit Wassertropfen und Leuchtanzeigen in einem japanischen Labor. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gleichzeitig steigt der Druck auf die Industrie durch Verbote und Klagen.

Durchbruch bei der Filterung

Das Unternehmen Emulsion Flow Technologies (EFT) hat im Auftrag des japanischen Umweltministeriums eine PFAS-Entfernungsrate von über 99,9 Prozent nachgewiesen. In Versuchen mit Deponiesickerwasser gelang zudem eine 2400-fache Konzentration der besonders problematischen Stoffe PFOS und PFOA.

Zusammen mit dem Technologiepartner Ushio testete EFT ein photolytisches Abbauverfahren. Ergebnis: Die Zersetzungseffizienz stieg um das 27-fache. Die Technologie ist nun offiziell im Maßnahmenkatalog des japanischen Umweltministeriums gelistet und soll künftig in der Industrie sowie bei der Altlastensanierung zum Einsatz kommen.

Biokohle als Hoffnungsträger

Auch die Forschung liefert neue Lösungen. Wissenschaftler der Jinan University und der San Diego State University entwickelten ein Material auf Biokohle-Basis, das über 99 Prozent der PFOS-Bestandteile innerhalb von 30 Minuten aus dem Wasser filtert.

Unter UV-Licht baut das Material mehr als 80 Prozent der Stoffe ab. Entscheidend: Ein Großteil der extrem stabilen Kohlenstoff-Fluor-Bindungen wurde aufgebrochen. Die Ergebnisse wurden Anfang Juli in einer Fachzeitschrift veröffentlicht.

Industrie stellt um

Der Chemiekonzern BASF will PFAS bis 2028 vollständig aus seinen Produkten verbannen. Die Umstellung steuert ein internes Nachhaltigkeitssystem.

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Doch nicht nur die Industrie sucht nach Alternativen. Eine Studie im Fachblatt Sustainable Chemistry and Pharmacy zeigt: 87 Prozent der PFAS-haltigen Humanarzneimittel und 65 Prozent der Veterinärpräparate könnten ersetzt werden. Michael Müller vom Umweltbundesamt fordert deshalb eine EU-weite Beschränkung der gesamten Stoffgruppe.

Schnellere Analyse in Minuten

Bisher dauerte der PFAS-Nachweis im Labor oft Wochen. Das Start-up Grapheal will das ändern. Mit 2,5 Millionen Euro EU-Förderung entwickelt das Unternehmen eine mobile Analyse-Technik. Der Nachweis der Chemikalien soll künftig innerhalb von Minuten möglich sein.

Klagen und Schlichtungsverfahren

Die rechtlichen Folgen der PFAS-Verschmutzung werden immer konkreter. In Japan startete am 1. Juli das landesweit erste öffentliche Schlichtungsverfahren gegen ein Unternehmen wegen PFAS. Rund 1100 Anwohner fordern von Daikin Industries Aufklärung. In der Präfektur Osaka erreichten die Belastungen im Grundwasser nahe eines Werks das 560-fache der nationalen Grenzwerte.

In Frankreich wurde erstmals ein Unternehmen im Elsass wegen „Ökozid“ angeklagt. Der Prozess in Straßburg befasst sich mit der Verschmutzung von Gewässern durch verschiedene Stoffe – darunter auch PFAS.

Behörden legen nach

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Der Schweizer Kanton St. Gallen beantragte Anfang Juli eine Verdoppelung der Sonderkredite für PFAS-Maßnahmen auf 10 Millionen Franken bis 2028. Das Geld soll betroffene Betriebe unterstützen, bis eine nationale Gesetzgebung greift.

In den USA erließ die Umweltbehörde von Wisconsin eine neue Genehmigung zur Überwachung von Klärschlamm. Ziel: PFAS-Quellen systematisch identifizieren und reduzieren. Ein Förderprogramm für Probenahmen soll im Sommer oder Herbst 2026 anlaufen.

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