Pflegeversicherung, Extra-Geldspritze

Pflegeversicherung bekommt Extra-Geldspritze im November

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 07:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Pflegeversicherung bekommt angesichts ihrer angespannten Finanzlage in diesem Monat eine erste Extra-Geldspritze des Bundes.

FĂŒr November sei absehbar, dass es zu einem Mittelabruf aus einem zusĂ€tzlichen Darlehen kommen wird, teilte das Gesundheitsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die genaue Höhe stehe noch nicht fest.

Im Oktober sei dies noch nicht nötig gewesen, da 522 Millionen Euro als Rest aus einem ursprĂŒnglichen Darlehen von 3,2 Milliarden Euro fĂŒr das Gesamtjahr 2026 zur VerfĂŒgung standen. Dies habe gereicht, damit die Pflegeversicherung ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen konnte.

ZusĂ€tzliches Darlehen fĂŒrs Jahresende

Zur Absicherung bis Jahresende hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags Anfang Oktober ergĂ€nzend zu dem ersten Milliarden-Darlehen ein zusĂ€tzliches Darlehen von bis zu 700 Millionen Euro als ĂŒberplanmĂ€ĂŸige Ausgabe gebilligt.

Die Auszahlungen daraus erfolgen "monatsscharf" nach Bedarf, um fehlendes Geld zum Erbringen der Aufgaben der Pflegeversicherung auszugleichen, wie das Gesundheitsministerium damals erlĂ€uterte. "Damit wird sichergestellt, dass bis Jahresende genĂŒgend liquide Mittel im System sind."

Ausgaben steigen stÀrker als angenommen

Die Finanznöte der Pflegeversicherung hatten sich zuletzt zugespitzt. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen, der auch die Pflegekassen vertritt, hatte Ende August bekannt gemacht, dass voraussichtlich im Oktober die Einnahmen nicht mehr reichen, um die Pflegeleistungen voll zu finanzieren - auch nicht mit dem schon gewÀhrten Jahresdarlehen von 3,2 Milliarden Euro.

Hintergrund ist, dass die Leistungsausgaben der Pflegekassen "aufgrund der weiterhin deutlichen Wachstumsdynamik bei der Zahl der PflegebedĂŒrftigen" stĂ€rker als angenommen gestiegen sind, wie das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben an den Haushaltsausschuss deutlich machte.

Spargesetz fĂŒr 2027 auf dem Weg

Um die Finanzen fĂŒr 2027 zu stabilisieren und allgemeine Beitragserhöhungen zu vermeiden, hat Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) gerade ein Sparpaket in den Bundestag eingebracht. Es sieht Ausgabenbremsen und Mehreinnahmen vor, um ein Minus von wohl 7,6 Milliarden Euro zu decken. FĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Strukturreform soll dann eine Kommission VorschlĂ€ge machen.

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