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Physician Assistants: KV Nordrhein hebt Zeitobergrenze auf 150%

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 01:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die KV Nordrhein erhöht die Zeitobergrenzen fĂŒr Physician Assistants auf 150 Prozent, um Praxen zu entlasten und die ambulante Versorgung zu stĂ€rken.

KV Nordrhein: Physician Assistants erhalten erweiterte Zeitkontingente
Ein Arzt und ein Physician Assistant arbeiten in einer modernen medizinischen Praxis gemeinsam an einem Tablet. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die KassenĂ€rztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hat zum 1. Juli 2026 die Rahmenbedingungen fĂŒr den Einsatz von Physician Assistants (PA) in der ambulanten Versorgung angepasst. Durch eine deutliche Anhebung der zulĂ€ssigen Zeitobergrenzen reagiert die Körperschaft auf den steigenden Bedarf an delegierbaren medizinischen Leistungen und die wachsende Bedeutung dieses Berufsbildes in den Praxen.

Erweiterter zeitlicher Handlungsspielraum fĂŒr Praxen

Seit Anfang Juli 2026 gilt fĂŒr Physician Assistants in Vollzeit eine neue Zeitobergrenze von 150 Prozent. Diese Regelung ermöglicht es Praxen, das qualifizierte Assistenzpersonal flexibler und in grĂ¶ĂŸerem Umfang in die VersorgungsablĂ€ufe einzubinden. FĂŒr Angestellte in Teilzeitmodellen wird diese Grenze anteilig berechnet, sodass auch hier eine entsprechende Ausweitung der KapazitĂ€ten im Vergleich zu frĂŒheren Vorgaben erfolgt.

Die Anpassung zielt darauf ab, die Ă€rztliche Belegschaft von administrativen und routinemĂ€ĂŸigen klinischen Aufgaben zu befreien. Wie die KV Nordrhein Anfang August betonte, ĂŒbernehmen Physician Assistants dabei ausschließlich delegierbare Aufgaben. Es wurde ausdrĂŒcklich klargestellt, dass die Assistenten unterstĂŒtzend tĂ€tig sind, jedoch keine Ärzte ersetzen. Die medizinische Letztverantwortung verbleibt somit weiterhin bei den behandelnden Medizinern.

Qualifizierungswege und akademische Entwicklung

Ein wesentlicher Pfeiler fĂŒr die Etablierung des Berufsbildes ist die Weiterbildung von Bestandsmitarbeitern. Medizinische Fachangestellte (MFA) haben die Möglichkeit, sich ĂŒber ein duales Studium zum Physician Assistant weiterzuqualifizieren. Dieser Karriereweg ermöglicht es erfahrenem Praxispersonal, akademische Grade zu erlangen und gleichzeitig die klinische Praxis aus einer erweiterten Perspektive zu unterstĂŒtzen.

Die AttraktivitĂ€t dieses Bildungsweges spiegelt sich in den aktuellen Ausbildungszahlen wider. FĂŒr das Jahr 2025 wurden bundesweit 5.482 Studierende im Bereich Physician Assistance verzeichnet. Im selben Zeitraum schlossen 3.087 Absolventen ihr Studium erfolgreich ab und stehen dem Arbeitsmarkt nun als hochqualifizierte FachkrĂ€fte zur VerfĂŒgung.

Signifikantes Wachstum im ambulanten Sektor

Der Trend zur stÀrkeren Einbindung von Physician Assistants ist nicht auf den Bereich Nordrhein begrenzt, sondern zeigt sich im gesamten Bundesgebiet sowie in verschiedenen regionalen Schwerpunkten. In den letzten Jahren hat sich der Anteil der PAs, die im ambulanten Sektor tÀtig sind, massiv erhöht. WÀhrend dieser Anteil im Jahr 2021 noch bei 11 Prozent lag, ist er bis zum Jahr 2026 auf 25 Prozent gestiegen.

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Besonders in lĂ€ndlichen Regionen erweist sich das Modell als wirksam gegen den drohenden Ärztemangel. Die KV Niedersachsen meldete dazu aktuelle Daten aus ihrem ZustĂ€ndigkeitsbereich: In 70 lĂ€ndlichen Hausarztpraxen wurde eine Steigerung der VersorgungsintensitĂ€t oder Effizienz von 30 Prozent verzeichnet. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Relevanz der Physician Assistants fĂŒr die Aufrechterhaltung der flĂ€chendeckenden medizinischen Versorgung, insbesondere dort, wo Praxisstrukturen durch personelle EngpĂ€sse unter Druck geraten.

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