Pannen und falsche VertrĂ€ge: Millionenstrafen fĂŒr Vodafone
03.06.2025 - 12:00:36Wegen DatenschutzverstöĂen hat Vodafone zwei GeldbuĂen im Umfang von insgesamt 45 Millionen Euro zahlen mĂŒssen. Das teilte die Bundesbeauftragte fĂŒr den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Louisa Specht-Riemenschneider, in Bonn mit. Es sei die höchste GeldbuĂe, die ihre Behörde je verhĂ€ngt habe. Seit 2018 kann die Datenschutzbeauftragte solche Sanktionen beschlieĂen.Â
Falsche VertrÀge und Zugriff auf Mobilfunk-Profile
Grund sind unlautere GeschĂ€ftspraktiken bei Mitarbeitern von Partneragenturen, die im Auftrag von Vodafone VertrĂ€ge an Kunden vermittelten, wie die Behörde mitteilte. Diese hĂ€tten unter anderem falsche VertrĂ€ge aufgesetzt, die die Betroffenen gar nicht abgeschlossen hatten. Vodafone muss 15 Millionen Euro zahlen, weil es seine Partner nicht ausreichend ĂŒberwachte. Wegen Schwachstellen in bestimmten Vertriebssystemen hat die Datenschutzbeauftragte das Unternehmen zudem verwarnt.Â
Eine weitere GeldbuĂe von 30 Millionen Euro wurde fĂ€llig wegen SicherheitsmĂ€ngeln bei der kombinierten Nutzung des Onlineportals «MeinVodafone» und der Hotline des Unternehmens. Durch Schwachstellen bei der Authentifizierung konnten Unbefugte auf elektronische SIM-Profile zugreifen und damit die Mobilfunk-Profile Betroffener ĂŒbernehmen. Da die Handynummer fĂŒr viele Dienste im Internet zur Verifizierung genutzt wird, öffnete dies ein Einfallstor fĂŒr weiterreichende BetrĂŒgereien.Â
Vodafone vermutet Phishing und Hacking
Bei Vodafone vermutet man, dass Kunden-Passwörter ursprĂŒnglich ĂŒber Phishing-Attacken in die falschen HĂ€nde gerieten, bei denen sich Kriminelle als Vodafone ausgaben und Passwörter abfragten - oder auch durch Hacking.Â
Ermittlungen bei Partnerunternehmen von Vodafone, unter anderem wegen fingierter VertrĂ€ge, haben die DatenschĂŒtzer nach eigenen Angaben schon 2021 aufgenommen. Mit den Problemen rund um elektronische SIM-Karten befassen sie sich seit 2022 und 2023.
Vodafone kooperierte mit Datenschutz-Behörde
Das Unternehmen hat die GeldbuĂen nach Angaben der Datenschutzbeauftragten akzeptiert und bereits komplett bezahlt. «Ich möchte hervorheben, dass Vodafone wĂ€hrend der Dauer des gesamten Verfahrens ununterbrochen und uneingeschrĂ€nkt mit mir kooperiert und auch UmstĂ€nde offengelegt hat, durch die sich das Unternehmen selbst belastet hat», sagte Specht-Riemenschneider.Â
Vodafone habe seine Prozesse und Systeme verbessert oder ersetzt, die Regeln fĂŒr die Zusammenarbeit mit Partneragenturen ĂŒberarbeitet und sich von Partnern getrennt, bei denen es BetrugsfĂ€lle gab. Die Behörde will die Wirksamkeit der MaĂnahmen noch ĂŒberprĂŒfen.Â
Vodafone: Inzwischen höhere Sicherheitsstandards
Das Unternehmen selbst teilte mit, man bedaure, dass Kundinnen und Kunden in Mitleidenschaft gezogen wurden. Es habe grundlegende Ănderungen gegeben. «Dazu zĂ€hlen strengere Vorgaben, mehr Ăberwachungsmöglichkeiten fĂŒr Partner und höhere Sicherheitsstandards, wie bei der Authentifizierung von Kundinnen und Kunden und im allgemeinen Umgang mit sensiblen Kundendaten.»
Vodafone spendete nach Angaben der Bundesbeauftragten zusĂ€tzlich mehrere Millionen Euro unter anderem an Organisationen, die sich fĂŒr die Förderung des Datenschutzes einsetzen.


