Polens, PrÀsident

Polens PrÀsident dringt in Washington auf Erhöhung von MilitÀrausgaben

13.03.2024 - 06:24:17

Polens PrĂ€sident Andrzej Duda hat bei einem Treffen mit US-PrĂ€sident Joe Biden darauf gepocht, dass die Nato ihre Mitglieder kĂŒnftig zu höheren Verteidigungsausgaben verpflichtet.

Außerdem forderte er die USA auf, der von Russland angegriffenen Ukraine weitere UnterstĂŒtzung zukommen zu lassen. "Russlands Aggression gegen die Ukraine hat deutlich gezeigt, dass die Vereinigten Staaten die fĂŒhrende Rolle im Bereich der Sicherheit spielen und auch weiterhin spielen sollten", sagte Duda im Weißen Haus am Dienstag. Aber auch andere VerbĂŒndete mĂŒssten mehr Verantwortung fĂŒr die Sicherheit des VerteidigungsbĂŒndnisses ĂŒbernehmen. "Deshalb glaube ich, dass es fĂŒr alle Nato-LĂ€nder notwendig ist, ihre Verteidigungsausgaben von zwei auf drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu erhöhen."

Derzeit liegt das Ziel bei zwei Prozent. Duda sagte, dies sei vor zehn Jahren noch angemessen gewesen. Jetzt aber brauche man mehr, angesichts des umfassenden Krieges, den Russland hinter der Ostgrenze der Nato begonnen habe. Polen selbst hat im vergangenen Jahr 3,9 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes fĂŒr RĂŒstung ausgegeben. Das Land fĂŒhlt sich von Russland bedroht und rĂŒstet derzeit massiv auf. Es zĂ€hlt zu den engagiertesten politischen und militĂ€rischen UnterstĂŒtzern der Ukraine. Neben Duda nahmen bei dem Treffen am Dienstag auch der polnische Regierungschef Donald Tusk sowie US-Außenminister Antony Blinken und US-Verteidigungsminister Lloyd Austin teil.

Biden forderte den Kongress einmal mehr auf, die dringend benötigten Milliarden-Hilfen fĂŒr die Ukraine freizugeben. "Wir mĂŒssen handeln, bevor es zu spĂ€t ist", sagte er in einem kurzen Statement. Russland werde nicht bei der Ukraine aufhören, sondern Europa, die USA und die gesamte freie Welt in Gefahr bringen. Republikaner im US-ReprĂ€sentantenhaus blockieren weitere Hilfen fĂŒr die Ukraine, die Biden bereits im Oktober beim Parlament beantragt hatte. Eine langfristige Lösung ist derzeit noch immer nicht in Sicht.

Duda sagte nach dem Treffen, die polnische Delegation habe Biden geschildert, wie man die Situation in der Ukraine und die Lage an der Front bewerte und wie "fundamental wichtig" die US-Hilfe fĂŒr die Ukraine sei. Tusk sprach von einer "imponierenden Übereinstimmung der Meinungen" mit den Amerikanern. Es sei ein "ernstes GesprĂ€ch in einem ernsten Moment" gewesen. Biden habe gesagt, er sei optimistisch, dass man aus der Sackgasse herauskomme. Offizieller Anlass der Visite der beiden Politiker war der 25. Jahrestag von Polens Beitritt zur Nato. Im Sommer findet in Washington der Nato-Gipfel statt.

Duda wollte nach dem Treffen weiter in den US-Bundesstaat Georgia reisen, um sich dort in Waynesboro das Atomkraftwerk Vogtle anzusehen, das auf Technologie des Westinghouse-Konzerns beruht. Der amerikanische AKW-Hersteller hatte im November 2022 den Zuschlag fĂŒr den Bau des ersten Atomkraftwerks in Polen bekommen. Es soll nordwestlich von Danzig an der Ostsee entstehen. Bis 2043 will Polen sechs AKW errichten. Außer Westinghouse bemĂŒhen sich auch Konzerns aus SĂŒdkorea und Frankreich um die AuftrĂ€ge./trö/DP/zb

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