Polens, PrÀsident

Polens PrĂ€sident stoppt Gesetz zu Kindergeld fĂŒr Ukrainer

25.08.2025 - 14:09:06

Polens rechtskonservativer PrĂ€sident Karol Nawrocki hat mit seinem Veto einen Gesetzentwurf zur VerlĂ€ngerung der Sozialleistungen fĂŒr Ukraine-FlĂŒchtlinge gestoppt.

Er sei ĂŒberzeugt, dass nur diejenigen FlĂŒchtlinge diese Leistungen erhalten sollen, die in Polen Arbeit hĂ€tten, begrĂŒndete Nawrocki seine Entscheidung. Das vorliegende Gesetz gebe die gesellschaftliche Debatte zu diesem Thema nicht wieder.

In Polen haben ukrainische BĂŒrger mit Schutzstatus Anspruch auf monatlich umgerechnet 180 Euro Kindergeld pro Kind. FĂŒr das zweite und jedes weitere Kind gibt es wĂ€hrend der ersten zwei Jahre noch ein Betreuungsgeld von 117 Euro im Monat. Außerdem haben die GeflĂŒchteten kostenlosen Zugang zum Bildungssystem und zur Gesundheitsversorgung. Damit sind sie polnischen Familien gleichgestellt.

Der mit den Stimmen der Mitte-Links-Koalition von Regierungschef Donald Tusk verabschiedete Gesetzentwurf sah vor, dass die FlĂŒchtlinge diese Sozialleistungen vorerst bis zum MĂ€rz 2026 weiter erhalten sollen.

PrÀsident auf Konfrontationskurs zu Regierung

In Polen gehören PrĂ€sident Nawrocki und Regierungschef Tusk verfeindeten politischen Lagern an. Nawrocki steht der rechtskonservativen Oppositionspartei PiS nahe. Er hat bereits angekĂŒndigt, dass er die Politik von Tusks proeuropĂ€ischer Regierung torpedieren will. Die PiS möchte die Zahlung von Sozialleistungen an Ukraine-FlĂŒchtlinge von deren ErwerbstĂ€tigkeit abhĂ€ngig machen. Die BeschĂ€ftigungsquote unter den GeflĂŒchteten liegt in Polen bei 65 Prozent - knapp doppelt so hoch wie in Deutschland. Insgesamt leben in Polen rund 989.000 ukrainische BĂŒrger mit Schutzstatus.

Ein BĂŒrgergeld fĂŒr Erwachsene ohne Behinderungen, die keine Arbeit finden können oder wollen, gibt es in Polen - anders als in Deutschland - grundsĂ€tzlich nicht.

@ dpa.de