Politische Krisen und Zinserwartungen belasten Dax
16.01.2024 - 18:02:16 | dpa.deGeopolitische Krisen und weniger Hoffnung auf deutlich sinkende Zinsen haben den Dax am Dienstag zeitweise in die Richtung seines Jahrestiefs gedrĂŒckt. Am Nachmittag verringerte der deutsche Leitindex den Verlust wieder etwas. Am Ende schloss er noch 0,30 Prozent tiefer bei 16.571,68 Punkten. Damit setzte sich das Auf und Ab des deutschen Börsenbarometers der vergangenen Wochen zwischen etwa 16.450 Punkten und dem Rekordhoch bei knapp ĂŒber 17.000 ZĂ€hlern fort. Der MDax der mittelgroĂen Werte sank am Dienstag um 1,11 Prozent auf 25.698,02 Punkte.
Analysten und Marktbeobachter nannten die sich hĂ€ufenden geopolitischen Gefahren vom Ukraine-Krieg ĂŒber den Nahost-Konflikt bis zur angespannten Lage am Roten Meer als Belastung fĂŒr Aktien. Dadurch könnten auch die Inflationsgefahren wieder zunehmen. Und das in einer Phase, in der die Marktteilnehmer ihre jĂŒngst noch hohen Erwartungen an Zinssenkungen im neuen Jahr gerade erst etwas gestutzt haben.
Von den zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen profitiert erneut der RĂŒstungssektor. Rheinmetall verbuchten im Dax in Rekordhöhen einen Gewinn von 1,5 Prozent. Hensoldt gewannen an der MDax-Spitze 3,5 Prozent.
Europas Bankensektor litt hingegen unter einer Studie der US-Bank JPMorgan. Angesichts noch niedriger Zinsprognosen kappte Analyst Kian Abouhossein die GewinnschĂ€tzungen fĂŒr die Geldinstitute fĂŒr 2025 und 2026. Im Dax lagen Commerzbank mit einem Verlust von 4,9 Prozent auf dem letzten Platz. Deutsche Bank verloren 0,5 Prozent.
Die Aktien von Qiagen setzten sich mit plus 2,5 Prozent an die Spitze des Dax. Hier kursierten im spĂ€ten Handel vage GerĂŒchte um eine Ăbernahme des Diagnostik-Dienstleisters.
In der allmÀhlich beginnenden Saison der GeschÀftsberichte kamen die Quartalszahlen von Hugo Boss gar nicht gut an. Die Papiere sackten im MDax um fast 10 Prozent ab. Der Modekonzern enttÀuschte mit der ProfitabilitÀt.
An der Spitze des Nebenwerteindex SDax sprangen die Titel des Wirkstoffforschers Morphosys um fast 13 Prozent hoch. Die Bank Morgan Stanley hatte sie zwar abgestuft, sich aber gleichzeitig optimistisch zu Pelabresib geĂ€uĂert. Nachrichten zu dem Blutkrebsmedikament hatten bereits im Vorjahr den Aktienkurs von Morphosys stark bewegt.
Der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern DrÀgerwerk will die Dividende deutlich erhöhen. Die Aktien gewannen 1 Prozent.
Europaweit gaben die Kurse leicht nach: Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,18 Prozent auf 4446,51 Punkte. Der Cac 40 in Paris und der FTSE 100 in London gaben ebenfalls nach.
Der Euro sank unter die Marke von 1,09 US-Dollar, am Abend kostete die GemeinschaftswÀhrung 1,0889 Dollar. Die EuropÀische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0882 Dollar festgesetzt.
Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,19 Prozent am Vortag auf 2,21 Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,10 Prozent auf 126,11 Punkte nach. Der Bund-Future verlor am Abend 0,21 Prozent auf 134,97 ZĂ€hler.
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