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Private Banken: ver.di ruft 150.000 Beschäftigte zu Warnstreiks auf

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Gewerkschaft mobilisiert Bankbeschäftigte und fordert höhere Gehälter sowie Regeln für Beschäftigungsschutz und digitale Veränderungen.
Leere, moderne Bankfiliale mit minimalistischer Architektur und großen Glasfenstern in der Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten privater Banken zu ersten bundesweiten Warnstreiks in der Woche ab dem 26. Oktober 2026 auf. Mit den Arbeitsniederlegungen will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber vor der zweiten Verhandlungsrunde erhöhen, die für den 2. November 2026 in Frankfurt angesetzt ist. Von dem Tarifkonflikt im privaten Bankgewerbe sind rund 150.000 Beschäftigte betroffen.

Bereits am 8. Oktober 2026 war die erste Verhandlungsrunde in Berlin ohne Ergebnis geblieben. Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) legte zu diesem Termin kein Angebot vor und wies zentrale Anliegen der Beschäftigtenvertreter zurück.

Ver.di-Verhandlungsführer Jan Duscheck erklärte dazu laut einem Bericht vom 23. Oktober 2026, dass die Institute bei den Gewinnen lieferten, den Beschäftigten beim Gehalt jedoch ein Angebot schuldig blieben. Für den Verhandlungstermin am 2. November forderte Duscheck von der Arbeitgeberseite ein verhandlungsfähiges Angebot.

Umfangreiche Forderungen zu Entgelt und Transformation

Die Gewerkschaft fordert für die Tarifbeschäftigten eine Gehaltserhöhung von 6 Prozent sowie monatlich 300 Euro mehr für Nachwuchskräfte bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zudem verlangt ver.di eine Übertragung des Verhandlungsergebnisses auf übertariflich und außertariflich bezahlte Mitarbeiter sowie die unbefristete Vollzeitübernahme von Nachwuchskräften.

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Neben den rein monetären Forderungen umfasst das gewerkschaftliche Paket verbindliche Regeln zum Beschäftigungsschutz, zur Personalplanung und zur Qualifizierung vor dem Hintergrund von künstlicher Intelligenz und digitaler Transformation. Ferner fordert ver.di die Möglichkeit einer freiwilligen Umwandlung von Gehaltsbestandteilen in bis zu 20 zusätzliche freie Tage pro Jahr.

Arbeitgeberseite weist Kernpunkte zurück

Die Arbeitgeberseite wies wesentliche Teile dieses Katalogs zurück. Der AGV Banken lehnt gesonderte Regeln zu künstlicher Intelligenz und betrieblicher Transformation ebenso ab wie das Wahlmodell für bis zu 20 zusätzliche freie Tage. Eine solche Regelung entspreche einer Arbeitszeitverkürzung von fast 10 Prozent und führe jede seriöse Personalplanung ad absurdum.

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Der Hauptgeschäftsführer des AGV Banken, Carsten Rogge-Strang, rechnet Medienberichten zufolge mit überschaubaren Warnstreiks, die keine spürbaren Auswirkungen auf den laufenden Bankenbetrieb haben dürften. Zudem betonte Rogge-Strang, dass der Forderungskatalog der Gewerkschaft deutlich verschlankt werden müsse.

Regionale Schwerpunkte der Streikmaßnahmen

Zum Auftakt der Streikwoche konzentrieren sich die Aktionen zunächst auf regionale Schwerpunkte. Am 26. Oktober 2026 ruft ver.di rund 3.500 Tarifbeschäftigte in Hamburg zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Betroffen sind unter anderem Filialen der Deutschen Bank AG Hamburg, der UniCredit und der Commerzbank AG Hamburg. Geplant sind Protestzüge ab 09:30 Uhr von der Commerzbank C2T sowie ab 09:50 Uhr vom Adolphsplatz zum Gewerkschaftshaus.

Am 27. Oktober 2026 weitet ver.di die Warnstreiks erstmals auf Baden-Württemberg aus. Dort sind die Beschäftigten der Bausparkassen Schwäbisch Hall und Wüstenrot sowie zugehöriger Servicegesellschaften aufgerufen. Die Gewerkschaft rechnet an beiden Standorten mit insgesamt über 300 Streikenden.

Nach der zweiten Verhandlungsrunde in Frankfurt am 2. November 2026 ist ein dritter Verhandlungstermin für den 23. November 2026 in Berlin terminiert.

Mehr zum Thema bei Handelsblatt: „Banken: Verdi ruft zu bundesweiten Warnstreiks bei privaten Banken auf“

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