Forvia, FR0000121147

Der Faurecia Cockpit of the Future Innenraum von Forvia - modulare Plattform für vernetzte Fahrzeuge

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 09:54 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Faurecia Cockpit of the Future bringt modulare Innenraumlösungen für vernetzte und elektrifizierte Fahrzeuge in die Serie. Wer Forvia (Faurecia) Aktien (ISIN FR0000121147) hält, sollte dieses Produkt kennen.

Aquarellbild der Pariser Skyline mit Wolkenkratzern und Seine-Ufer bei sanftem Licht
Aquarellmalerei zeigt Pariser Geschäftsviertel-Skyline nahe Nanterre, Standort von Forvia SE, ISIN FR0000121147, an der Seine, Illustration mit AI erstellt.

Faurecia Cockpit of the Future wirkt auf den ersten Griff wie ein Wohnzimmer im Auto: weiche Oberflächen, ein breites Display, dazu Lichtleisten, die beim Öffnen der Tür sanft aufglimmen und den Kunststoff leicht warm wirken lassen. In einem Demo-Fahrzeug erklärt Forvia-Innenraumchef Patrick Koller und sein Team, wie sich Sitze, Instrumententafel und Mittelkonsole in wenigen Sekunden an unterschiedliche Fahrmodi anpassen lassen.

Modulare Plattform für den Fahrzeuginnenraum

Hinter dem Namen Faurecia Cockpit of the Future steht kein einzelnes Bauteil, sondern eine modulare Plattform für komplette Innenräume, die Autohersteller nach eigenem Bedarf konfigurieren. Forvia bündelt darin Sitzsysteme, Instrumententafeln, Türverkleidungen, Mittelkonsole und Ambientebeleuchtung sowie HMI-Elemente wie Touchscreens und Bedieneinheiten.

Die Plattform ist klar auf Software und Elektrifizierung ausgerichtet: Schnittstellen für zentrale Domänenrechner, Displays unterschiedlicher Größen und akustisch optimierte Panels sollen die Integration von Infotainment- und Assistenzsystemen erleichtern. Ein OEM kann so etwa eine Basisversion mit konventionellen Bedienelementen und eine höherwertige Linie mit großem Curved-Display und aktiver Geräuschunterdrückung aus demselben Baukasten entwickeln.

Anpassungsfähige Sitze und HMI

Kernbaustein im Faurecia Cockpit of the Future sind die adaptiven Sitzsysteme, bei denen Lehne, Sitzfläche und Seitenwangen von Elektromotoren und Luftkammern gesteuert werden. Laut Forvia zählen dazu Features wie „Active Wellness“, bei denen Sensoren im Sitz Bewegungen und Herzfrequenz des Fahrers erfassen und dann Mikrobewegungen oder Massageprogramme anpassen.

Auch die HMI-Ebene (Human-Machine-Interface) ist modular angelegt: Je nach Fahrzeugkonzept kann das Cockpit rotierende Schalter, haptische Touchflächen oder rein virtuelle Bedienelemente im Display kombinieren. Die Steuerung erfolgt über eine zentrale Elektronik-Architektur, die sich mit dem restlichen Fahrzeugnetzwerk verbindet und OTA-Updates ermöglicht.

Vertiefen & einordnen

Forvia (Faurecia) als Cockpit-Spezialist

Wie stark das Cockpit of the Future das Profil von Forvia als Innenraumzulieferer praegt, zeigen die laufenden Serienprojekte und die IR-Berichte.

Innenraumteile als Systemgeschäft

Forvia gehoert mit der Marke Faurecia zu den weltweit groessten Zulieferern fuer Fahrzeuginnenraumausstattung, vom Sitzgestell bis zur kompletten Cockpitstruktur. Im Cockpit of the Future zeigt sich, wie sich dieses traditionell komponentenorientierte Geschaeft zu einem Systemgeschaeft verschiebt: Der Zulieferer liefert nicht nur Kunststoffteile, sondern gleich die gesamte Architektur, inklusive Elektronik und Softwareintegration.

Die Plattform ist darauf ausgelegt, unterschiedliche Fahrzeugsegmente abzudecken – vom Kompaktwagen bis zum Premium-SUV. So kann ein Hersteller denselben Innenraum-Baukasten in mehreren Baureihen einsetzen und ueber unterschiedliche Dekore, Sitzfunktionen und Displaygroessen differenzieren. Das reduziert Entwicklungsaufwand und hilft, Varianten in der Produktion zu beherrschen.

Nachhaltigkeit und Materialien

Beim Faurecia Cockpit of the Future betont Forvia den Einsatz von Leichtbau- und Recyclingmaterialien, etwa biobasierte Kunststoffe, Recycling-Polymermischungen oder Strukturteile aus faserverstaerkten Verbundwerkstoffen. Ziel ist es, Emissionen ueber den Lebenszyklus des Innenraums zu senken und gleichzeitig Gewicht zu sparen, was bei Elektrofahrzeugen direkt auf Reichweite einzahlt.

Parallel arbeitet die Gruppe an Konzepten fuer Kreislaufwirtschaft im Innenraum: Cockpitkomponenten sollen am Ende der Fahrzeugnutzung demontiert, sortiert und wieder in Materialkreislaufeueberfuehrt werden koennen. Die modulare Konstruktion der Plattform erleichtert diese Zerlegung, weil Sitze, Verkleidungen und Elektronikbaugruppen klar getrennte Subsysteme bilden.

Vernetzung und Softwareintegration

Ein wichtiger Treiber hinter Cockpit-of-the-Future-Projekten ist die Vernetzung: Viele Funktionen im Innenraum hängen von Software-Updates, Cloud-Diensten und Sensorfusion ab. Forvia entwickelt deshalb elektronische Steuergeraete und Software-Schichten, die sich direkt an die Elektronikarchitektur des OEMs anbinden lassen.

Dazu gehören etwa User-Profile, die Sitzposition, Ambientlicht und Infotainment-Einstellungen fahrerbezogen speichern und beim Einsteigen automatisch abrufen. In Flotten oder Carsharing-Fahrzeugen koennen solche Profile aus der Cloud geladen werden, was die Personalisierung trotz wechselnder Nutzer sichert.

Serienprojekte mit Autoherstellern

Das Faurecia Cockpit of the Future ist nicht nur eine Messe-Studie, sondern Grundlage fuer Serienprojekte mit verschiedenen Autoherstellern, darunter europaeische und asiatische OEMs. Einige Komponenten wie fortschrittliche Sitzsysteme, Cockpitstrukturen oder integrierte Lichtloesungen haben bereits den Weg in aktuelle Modellgenerationen gefunden.

Forvia spricht in seinen Praesentationen davon, dass ein zweistelliger Anteil des Umsatzes im Innenraumgeschaeft mit architekturbasierten Projekten erzielt wird, bei denen Cockpit-of-the-Future-Bausteine eine zentrale Rolle spielen. Konkrete Kundenprojekte werden meist vertraulich gehalten, doch auf Messen und in Konzeptfahrzeugen sind Faurecia-Elemente oft sichtbar gekennzeichnet.

Positionierung im Wettbewerb

Im Wettbewerb der Innenraumzulieferer tritt Forvia gegen Unternehmen wie Lear, Adient oder Magna an, die ebenfalls komplette Sitz- und Cockpitloesungen anbieten. Die Cockpit-of-the-Future-Plattform ist ein Versuch, sich als integrativer Systempartner zu positionieren, statt nur einzelne Komponenten zu liefern.

Ein Vorteil von Forvia liegt in der Kombination aus Sitztechnik, Cockpitstruktur und Elektronikintegration innerhalb einer Unternehmensgruppe. Diese Breite erlaubt es, Innenraumprojekte mit hoher Fertigungstiefe umzusetzen, was gerade bei OEMs mit straffen Entwicklungszyklen gefragt ist.

Einordnung fuer Anleger

Fuer Privatanleger ist das Faurecia Cockpit of the Future vor allem deshalb relevant, weil Innenraumteile ein wiederkehrendes Volumengeschaeft darstellen und eng mit den Produktionszahlen der Autohersteller verknuepft sind. Gleichzeitig sind modulare Plattformen weniger konjunkturanfaellig, da sie ueber mehrere Fahrzeuggenerationen und Regionen hinweg eingesetzt werden koennen.

An der Euronext Paris werden Forvia (Faurecia) Aktien mit der ISIN FR0000121147 gehandelt, der Cockpit-of-the-Future-Bereich zaehlt dabei zu den strategischen Wachstumsfeldern des Unternehmens.

Fakten zum Faurecia Cockpit of the Future

  • Produkt: Faurecia Cockpit of the Future
  • Hersteller: Forvia SE (vormals Faurecia SE)
  • Kategorie: Zubehoer/Ersatzteil – modulare Innenraumplattform fuer OEMs
  • Markteinfuehrung: schrittweise seit Mitte der 2010er Jahre in Konzepten und Serienprojekten
  • UVP / Preis: keine Endkundenpreise, projektbezogene OEM-Vertraege
  • Verfuegbarkeit: im Rahmen von Serien- und Entwicklungsprojekten bei Autoherstellern weltweit
  • Zielgruppe: Fahrzeughersteller, Entwicklungsabteilungen, Flottenprojekte
  • Besonderheit / USP: kombinierte Plattform fuer Sitzsysteme, Cockpitarchitektur und HMI mit Fokus auf Modularitaet und Elektrifizierung

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