Produktsicherheit: Schweiz verschärft Regeln für Online-Marktplätze
10.06.2026 - 01:20:40 | boerse-global.de
Anfang Juni eröffnete er die Vernehmlassung zur Teilrevision des Produktesicherheitsgesetzes (PrSG). Die geplanten Änderungen zielen darauf ab, Online-Marktplätze und Fulfillment-Dienstleister stärker in die Pflicht zu nehmen. Parallel aktualisierte das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) seine FAQ zum geltenden Recht.
Die neuen Regulierungen im Online-Handel erfordern oft eine Anpassung der gesamten IT-Infrastruktur und des Datenschutzes. Wie Sie Sicherheitslücken proaktiv schließen und gleichzeitig neue gesetzliche Anforderungen erfüllen, erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book. IT-Sicherheit stärken ohne teure Investitionen
Neue Pflichten für Plattformen
Bislang waren Online-Marktplätze regulatorisch schwer fassbar. Das soll sich nun ändern. Künftig müssen sie für eine klare Produktidentifikation sorgen und Warnhinweise direkt im digitalen Verkaufsprozess bereitstellen. Zudem müssen Unternehmen eine verbindliche Ansprechstelle für Behörden benennen.
Die Marktüberwachung bekommt mehr Befugnisse. Geplant sind anonyme Testkäufe und bei schwerwiegenden Verstößen sogar Zugangssperren für Online-Angebote. Ein weiterer Punkt: Der Bundesrat diskutiert eine Aufsichtsabgabe auf Direktimporte aus dem Ausland. Damit sollen die Kosten für die Kontrolle des grenzüberschreitenden Warenverkehrs gedeckt werden. Die Vernehmlassung läuft bis zum 28. September 2026.
SECO konkretisiert Sicherheitsanforderungen
Bereits im Februar 2026 überarbeitete das SECO seine Erläuterungen zum Bundesgesetz über die Produktesicherheit. Die aktualisierten FAQ helfen Herstellern und Händlern bei der Auslegung komplexer Rechtsfragen. Ein Schwerpunkt: die Abgrenzung des PrSG zum sektorspezifischen Spezialrecht sowie die Sicherheitsanforderungen für Prototypen und Ausstellungsstücke.
Die Dokumente enthalten zudem detaillierte Informationen zu Sicherheitsvorgaben für Occasionsprodukte und den damit verbundenen Wartungspflichten. Das SECO betont: Maßgebend bleiben stets die Primärtexte der Gesetze und Verordnungen. Die FAQ spiegeln lediglich die behördliche Praxis wider.
Strengere Bußgelder auch in Deutschland
Auch auf europäischer Ebene verschärft sich der regulatorische Rahmen. Ende Mai 2026 legte die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Ordnungswidrigkeitengesetzes vor. Verbandsgeldbußen sollen sich künftig stärker an den wirtschaftlichen Verhältnissen eines Unternehmens orientieren – und an den nachweislich getroffenen Compliance-Vorkehrungen.
Neue KI-Gesetze und verschärfte Kontrollen stellen Unternehmen vor wachsende Herausforderungen bei der Risiko-Dokumentation. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und digitalen Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen, um hohe Bußgelder zu vermeiden. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Report sichern
Digitaler Produktpass kommt
Auf technologischer Ebene gewinnt der digitale Produktpass (DPP) an Bedeutung. Auf der diesjährigen Fachkonferenz DPP4EU wurden technische Standards vorgestellt. Sie ermöglichen eine lückenlose Bereitstellung von Produktdaten über den gesamten Lebenszyklus. Für Batterien gelten seit 2023 spezifische Anforderungen. Systeme für Textilien, Elektronik und Baumaterialien werden derzeit entwickelt. Ziel ist ein global interoperables Datenökosystem, so Experten des Fraunhofer IPK.
Rückrufe zeigen Handlungsbedarf
Die Notwendigkeit einer lückenlosen Überwachung unterstreichen aktuelle Untersuchungen. Eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) vom Juni 2026 warnte vor Cadmium-Belastungen in Lebensmitteln. Hauptquellen: Getreideprodukte und Kartoffeln. Besonders bei Kindern könne die wöchentliche Aufnahmemenge den Richtwert von 2,5 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht überschreiten.
Gleichzeitig führen festgestellte Mängel regelmäßig zu Warenrückrufen. Im Juni 2026 rief ein Einzelhandelsunternehmen eine Heißluftfritteuse zurück – wegen Abweichungen bei der Temperaturregelung und Verkabelung. Brandgefahr. Im Lebensmittelbereich sorgten nicht zugelassene Pestizide in Importwaren sowie nicht deklarierte Allergene in Backwaren für verstärkte Kontrollen.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
Für. Immer. Kostenlos.
