Psychische Belastung: 45% der Beschäftigten planen Jobwechsel
22.06.2026 - 22:04:19 | boerse-global.de
Unternehmen müssen sich um psychische Belastungen, Einsamkeit und neue Suchtformen kümmern.
Ein stressiges Umfeld und psychische Belastungen am Arbeitsplatz sind oft Warnsignale, die rechtzeitig erkannt werden müssen. Dieser kostenlose Praxisleitfaden hilft Führungskräften dabei, Gefährdungen frühzeitig zu identifizieren und die psychische Gesundheit im Team zu fördern. Kostenlose Excel-Vorlage zur Gefährdungsbeurteilung sichern
Wettsucht wird zum Risiko für Betriebe
Rund 24 Prozent der Deutschen haben innerhalb eines Jahres auf Sportereignisse gewettet. Das zeigt eine Statista-Erhebung vom November 2024. Etwa 1,3 Millionen Menschen zeigen Anzeichen einer Glücksspielstörung, weitere 3,1 Millionen ein problematisches Verhalten.
Die Digitalisierung befeuert diesen Trend. Über Smartphones sind Wettangebote jederzeit verfügbar. Der Übergang vom gelegentlichen Tippen zur Sucht ist fließend, warnen Experten.
Warnsignale: häufige Smartphone-Nutzung während der Arbeitszeit, Konzentrationsprobleme, finanzielle Engpässe. Führungskräfte und Betriebsräte sollten das Thema enttabuisieren. Betriebsvereinbarungen und Schulungen helfen präventiv.
Psychische Gesundheit und Einsamkeit
45 Prozent der Beschäftigten in Deutschland denken über einen Jobwechsel innerhalb der nächsten zwölf Monate nach. Das zeigt ein Bericht des Personaldienstleisters Personio. Hauptgründe: stressiges Arbeitsumfeld, fehlende Wertschätzung und schlechte Führungskultur.
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Soziale Isolation ist ein weiteres Gesundheitsrisiko. Rund 18 Prozent der Erwerbsfähigen sind betroffen, so der BKK Dachverband. Das schwächt das Zugehörigkeitsgefühl und erhöht die Fluktuation.
Präventionsansätze: informellen Austausch fördern, Führungskräfte sensibilisieren. Spezielle Online-Workshops für Ausbildungsverantwortliche zur Gesprächsführung bei psychischen Belastungen von Azubis gibt es Ende Juni.
Digitale Lösungen für die Vorsorge
Die Nürnberger Versicherung hat ein neues Präventionsprodukt für die betriebliche Krankenversicherung eingeführt. Es umfasst digitale Risikoanalysen und Vorsorgepfade. Ziel: Ausfallzeiten durch Früherkennung reduzieren.
Praktische Beispiele gibt es bereits. Bei der Profine GmbH in Pirmasens werden Führungskräfte in mehrtägigen Seminaren zur Suchtprävention geschult. Alkohol- und Drogenverbote, Werkschutz und betriebliche Suchtbeauftragte bilden den Rahmen.
Immer mehr Beschäftigte wollen früher in Rente
44 Prozent der Beschäftigten planen einen vorzeitigen Renteneintritt. Bei den über 50-Jährigen sind es sogar 52 Prozent, ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit.
Ältere Arbeitnehmer haben einen deutlich höheren Krankenstand. DAK-Chef Andreas Storm fordert daher mehr Maßnahmen zur Erhaltung der Beschäftigungsfähigkeit.
Und noch eine wichtige Klarstellung: Das Sozialgericht Hannover entschied, dass Verletzungen bei Firmenfußballturnieren mit Qualifikationsrunden nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fallen. Geschützt sind nur Veranstaltungen, die dem Zusammenhalt dienen und allen offenstehen.
