Psychische, Belastung

Psychische Belastung: Erkrankungen um 47% gestiegen seit 2014

09.06.2026 - 02:26:26 | boerse-global.de

Krankenkassen und Hochschulen bündeln Kräfte gegen steigende Fehlzeiten durch psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz.

Psychische Belastungen: Neue Initiativen für mehr Resilienz am Arbeitsplatz
Psychische - Eine vielfältige Gruppe von Fachleuten, darunter Pflegekräfte und Büroangestellte, arbeitet gemeinsam an einem Gesundheitsprojekt. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Krankenkassen, Hochschulen und politische Institutionen ziehen jetzt an einem Strang.

Mit neuen Förderprogrammen, wissenschaftlicher Begleitung und gezielten Projekten soll die Resilienz von Beschäftigten langfristig gesichert werden. Besonders die Pflegebranche steht im Fokus.

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Langfristige Zusammenarbeit in Sachsen-Anhalt und Bayern

Die AOK Sachsen-Anhalt und die Hochschule Magdeburg-Stendal haben ihre Kooperation bis 2028 verlängert. Das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (IFGP) bietet Beratungen und Coachings für Betriebe an. Die Krankenkasse finanziert eine Stiftungsprofessur.

Ziel ist es, kleinen und mittelständischen Unternehmen kostenfreie Unterstützung zu bieten. Sie sollen gesundheitsfördernde Strukturen aufbauen können.

Parallel dazu startete die AOK Bayern gemeinsam mit der Hochschule Allensbach ein Projekt zum gesunden Onboarding in der Pflege. Das Vorhaben wurde bereits im Frühjahr 2025 initiiert. Für 2026 sind Pilotprojekte geplant. Eine flächendeckende Umsetzung wird für 2027 angestrebt.

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Die Maßnahmen umfassen Schlafmanagement, Resilienztraining und Mentoring. In Sachsen-Anhalt wurde zudem ein Landesprogramm zur assistierten Ausbildung in der Pflegehilfe bis 2028 verlängert. Es soll die Abbruchquoten senken und die Integration ausländischer Auszubildender fördern.

Europäische Initiative zur psychischen Gesundheit

Auch auf internationaler Ebene tut sich etwas. Die Europäische Union setzt verstärkt auf den Schutz der mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz.

Im Rahmen des Programms EU4Health steht ein Förderbudget von 1,23 Milliarden Euro bereit. Ein zentraler Bestandteil ist das Programm der EU-OSHA zu psychosozialen Risiken, das 2026 anläuft.

Die Relevanz dieser Maßnahmen ist enorm. Der Fehlzeiten-Report der AOK zeigt: Die Zahl der psychischen Erkrankungen stieg von 2014 bis 2024 um 47 Prozent.

Die EU-weite Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze 2026–2028“ widmet sich explizit diesem Thema. Ergänzend bietet die Deutsche Rentenversicherung Präventionsprogramme wie „RV Fit“ an. Ziel ist es, die Erwerbsfähigkeit von Beschäftigten vorzeitig zu sichern.

Anreize durch Förderpreise und Zertifizierungen

Die DAK-Gesundheit hat den Deutschen BGM-Förderpreis 2026 ausgeschrieben. Gesucht werden Konzepte für eine gesunde und zukunftsfähige Arbeit.

Der Preis umfasst Sachleistungen im Gesamtwert von 60.000 Euro. Die Einsendefrist für Projektideen endet am 4. Juli 2026. Die Verleihung ist für den 29. September 2026 in Köln geplant.

Zudem veranstaltet die Krankenkasse am 29. Juni 2026 ein Online-Seminar. Es befasst sich mit der Rolle des Betrieblichen Gesundheitsmanagements bei der Integration internationaler Fachkräfte.

In der Privatwirtschaft investieren Unternehmen vermehrt in die Qualität ihrer Gesundheitsangebote. Die VR Bank Dreieich-Offenbach erhielt erneut ein Qualitätssiegel der R+V BKK, gültig bis Sommer 2028. Das Institut investiert jährlich rund 200.000 Euro in die Gesundheit der Belegschaft.

Auch im klinischen Sektor wird nachgesteuert. Am Robert Bosch Krankenhaus nutzt man regelmäßige Mitarbeiterbefragungen, um BGM-Maßnahmen präzise an den Belastungen des Personals auszurichten.

Internationale Kooperationen zeigen den Trend zu großflächigen Vorsorgeuntersuchungen. In Ho-Chi-Minh-Stadt unterzeichneten der Gewerkschaftsverband und MEDLATEC ein Abkommen. Es sieht 20.000 kostenlose Screeningtests auf Hepatitis B und Diabetes für Arbeitnehmer vor.

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