Psychische, Erkrankungen

Psychische Erkrankungen: 42% der Erwerbsminderungsrenten betroffen

Veröffentlicht am: 26.06.2026 um 04:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Experten kritisieren die geplante Novelle des Behindertengleichstellungsgesetzes als zu lasch. Wirtschaft warnt vor hohen Kosten.
Eine vielfĂ€ltige Gruppe von FachkrĂ€ften in einem modernen, barrierefreien BĂŒro, die zusammenarbeiten. Illustration mit AI erstellt.

Kritik an der BGG-Novelle

Bei einer SachverstĂ€ndigen-Anhörung am 24. Juni 2026 fiel das Urteil deutlich aus. Der vorliegende Entwurf enthalte zu viele Ausnahmen fĂŒr Unternehmen, so die Kritik. Zwar sieht die Reform ein Benachteiligungsverbot fĂŒr private Anbieter vor. Doch die Pflicht beschrĂ€nkt sich auf angemessene Vorkehrungen im Einzelfall – bauliche Verpflichtungen fehlen.

Interessenvertreter rĂŒgen die mangelnde Verbindlichkeit. Die Wirtschaft warnt dagegen vor hohen Kosten.

SPD-Abgeordnete Heike Heubach betonte in einer Mitteilung: „Inklusion muss ein Querschnittsthema sein.“ Das betreffe nicht nur den Arbeitsmarkt, sondern auch Bauwesen, Gesundheitswesen und Katastrophenvorsorge.

Regionale Netzwerke gegen drohende KĂŒrzungen

Um die Inklusion in der Praxis zu stĂ€rken, setzen Akteure auf Vernetzung. In Landshut informierten die Behindertenbeauftragte Linda Pilz und Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger Mitte Juni ĂŒber die Reform und drohende KĂŒrzungen in der Eingliederungshilfe.

In Mittelfranken stÀrkt der Integrationsfachdienst seine Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Der Beitritt zum BVMW-Netzwerk soll unter anderem eine inklusive Jobmesse ermöglichen.

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Auch in der Schweiz ist das Thema prĂ€sent: Die Zweite Zuger Inklusive Landsgemeinde am 23. Juni stand unter dem Motto „Arbeit im Fokus“.

Erfolgsmodelle in der Praxis

Kooperationen zwischen WerkstĂ€tten und Industriebetrieben zeigen Wirkung. Ein Beispiel: Die Zusammenarbeit zwischen HAKRO und den Weckelweiler WerkstĂ€tten in Schrozberg. Eine seit 2017 bestehende Außenarbeitsgruppe wurde Anfang MĂ€rz erweitert. Nun können bis zu 12 Personen pro Tag direkt im Betrieb arbeiten.

Das hessische Projekt „Wirtschaft integriert“ verzeichnet nach zehn Jahren ebenfalls Erfolge. Die Vermittlungsquote ist hoch, die ProduktivitĂ€t der Teilnehmenden steigt.

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Psychische Gesundheit rĂŒckt in den Fokus

Auf dem 11. PrĂ€ventionsforum am 24. Juni in Berlin wurden alarmierende Zahlen genannt. 2024 waren 16,7 Prozent der Ausfalltage auf psychische Störungen zurĂŒckzufĂŒhren. Psychische Erkrankungen sind zudem Grund fĂŒr 42 Prozent der Erwerbsminderungsrenten.

Fachleute sehen in der Digitalisierung sowohl Risiken als auch Chancen zur Entlastung.

Technologische Impulse fĂŒr die Zukunft

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung verfolgt mit der Strategie „UN-BRK 2035“ langfristige Ziele. Barrierefreiheit sei eine Grundvoraussetzung fĂŒr Teilhabe, betonte Dr. Stephan Fasshauer im FrĂŒhjahr.

Eine Fachtagung in Essen Ende Juni unter Leitung von Arbeitsminister Karl-Josef Laumann thematisiert den Einsatz KĂŒnstlicher Intelligenz. Ziel: PrĂŒfen, wie KI als Treiber fĂŒr eine inklusive Arbeitswelt dienen kann.

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