Psychische, Erkrankungen

Psychische Erkrankungen: 900.000 Österreicher in Behandlung

28.06.2026 - 04:31:08 | boerse-global.de

BMW sucht Personal für betriebliches Gesundheitsmanagement. Psychische Erkrankungen steigen, Firmen setzen auf Neuro-Jonglage und Bürohunde.

BMW baut Gesundheitsmanagement aus: Neue Stellen und Trends
Psychische - Mitarbeiter in einem modernen Werk führen unter Anleitung ergonomische Übungen durch, mit Fokus auf Haltung und Bewegung. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Angesichts steigender Belastungen und Fachkräftemangel intensivieren große Industrieunternehmen ihre Aktivitäten. Besonders die BMW Group baut ihr betriebliches Gesundheitsmanagement aus.

BMW sucht Verstärkung für Gesundheitsmanagement

Am Standort Dingolfing sowie in München, Regensburg und Landshut sucht BMW verstärkt Personal für das betriebliche Gesundheitsmanagement. Ein Schwerpunkt liegt auf der Verhaltensergonomie. Ab Anfang Juli sollen neue Positionen besetzt werden.

Die Aufgaben umfassen die Analyse des Bewegungsapparates und die Förderung gesundheitsgerechten Verhaltens am Arbeitsplatz. Dazu gehören Präventionsprogramme und die ergonomische Gestaltung von Arbeitsabläufen in Produktion und Verwaltung.

Auch soziale Aspekte der Gesundheitsförderung gewinnen an Bedeutung. Das Unternehmen HAKRO baut gemeinsam mit den Weckelweiler Gemeinschaften eine Kooperation aus. Im Logistikzentrum Schrozberg wird eine Außenarbeitsgruppe für Menschen mit Behinderung erweitert – mit dem Ziel, Inklusion als festen Bestandteil der Unternehmenskultur zu etablieren.

Psychische Erkrankungen: Alarmierende Zahlen

Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) fordert eine Ausweitung der betrieblichen Gesundheitsförderung. Rund 900.000 Menschen werden in Österreich wegen seelischer Probleme behandelt. Fast die Hälfte der Betroffenen ist im erwerbsfähigen Alter.

Seit 2009 steigen die psychisch bedingten Krankenstände um mehr als 20 Prozent. Besonders betroffen sind Arbeitslose. Ein wesentlicher Treiber: digitaler Stress.

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Der Präventologe Markus Kamps warnt vor den Folgen ständiger Erreichbarkeit. Studien zufolge nutzen über 80 Prozent der Deutschen stündlich ihr Smartphone. Die dauerhafte Stimulation führt zu Konzentrationsstörungen, emotionaler Gereiztheit und Schlafproblemen. Fachleute fordern eine stärkere Regenerationskompetenz in Unternehmen.

Neuro-Jonglage und Bürohunde

Immer mehr Unternehmen experimentieren mit unkonventionellen Methoden. Ein Ansatz ist die sogenannte Neuro-Jonglage. In Workshops in Leipzig, München, Hamburg und Berlin zeigt Weltrekordhalter Stephan Ehlers, wie das Jonglieren mit drei Bällen das Gehirn positiv beeinflusst.

Ein weiterer Trend: Haustiere im Büro. Untersuchungen zeigen, dass Hunde den Stresspegel senken und die Beziehungen zwischen Kollegen stärken können. Ceva Animal Health hat dafür bereits Leitlinien entwickelt – mit klaren Regeln und Testphasen.

Gesundheitsförderung als Wettbewerbsfaktor

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Diese Entwicklungen finden vor dem Hintergrund einer angespannten Lage in der Automobilbranche statt. Während Tesla in Brandenburg massiv Stellen aufbaut, stehen bei Volkswagen Berichte über mögliche Werksschließungen im Raum. Der Aufsichtsrat berät im Juli darüber.

In diesem Umfeld wird die Erhaltung der Arbeitskraft durch professionelle Gesundheitsförderung zum zentralen Wettbewerbsfaktor. Wer seine Mitarbeiter gesund hält, sichert sich langfristig einen entscheidenden Vorteil.

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