ROUNDUP, Putin

Putin spricht mit Trump-Gesandtem Witkoff ĂŒber Ukraine-Krieg

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 12:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
In St. Petersburg haben die GesprĂ€che von US-UnterhĂ€ndler Steve Witkoff mit Kremlchef Wladimir Putin ĂŒber den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen.

Zum Auftakt gab Putin die Freilassung eines US-Amerikaners bekannt, der 2024 zu langer Haft verurteilt worden war, weil er als Söldner an der Seite der ukrainischen StreitkrÀfte gegen russische Truppen gekÀmpft haben soll.

Stephen Hubbard sei bereits auf dem Flughafen Pulkowo in St. Petersburg, sagte der PrĂ€sident der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Witkoff dankte Putin fĂŒr die Freilassung des 75-JĂ€hrigen. Hubbards Familie und die Amerikaner seien froh darĂŒber. Witkoff will nach den Unterredungen mit dem russischen PrĂ€sidenten von Pulkowo abreisen und dĂŒrfte Hubbard mitnehmen.

Putin selbst dankte US-PrĂ€sident Donald Trump erneut, dass er sich um eine Beendigung des Ukraine-Krieges bemĂŒhe. Von Witkoff erwartet er Informationen ĂŒber seine Ukraine-GesprĂ€che am Vortag in Oslo, wie der Kremlchef im Konstantinpalast sagte. Witkoff nannte die GesprĂ€che in Norwegen produktiv. Es gebe Fortschritte. Er habe einige Unterlagen zu den VorschlĂ€gen mitgebracht, ĂŒber die sich Putin Gedanken machen könne.

Witkoff hofft auf Wiederaufnahme von Dreier-Verhandlungen

Witkoff Ă€ußerte seine Hoffnung auf Wiederaufnahme von DreiergesprĂ€chen zwischen Russen und Ukrainern unter US-Vermittlung, wie in einem von Staatsmedien verbreiteten Video zu sehen war. Es gebe derzeit ein Momentum fĂŒr die Beendigung des Krieges, sagte Witkoff. Er hoffe auf konkrete Schritte fĂŒr einen Friedensprozess. Witkoff sagte, dass im Verlauf des GesprĂ€chs auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner per Telefon zugeschaltet werde. Er war bei den GesprĂ€chen in der Vergangenheit auch persönlich anwesend.

Mit am Verhandlungstisch saßen auch Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow und sein Beauftragter fĂŒr internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit, Kirill Dmitrijew. Der Kremlchef sagte, dass Russland an einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den USA interessiert sei. Nach den bereits vereinbarten Diesellieferungen könne Russland auch DĂŒnger in großen Mengen fĂŒr den amerikanischen Markt bereitstellen, sagte Putin. Der erste Tanker mit 40.000 Tonnen Diesel soll an diesem Donnerstag seine Reise starten.

Ukraine vor neuem Kriegswinter unter Druck

Der US-UnterhĂ€ndler hatte am Dienstag auch mit europĂ€ischen Spitzenpolitikern in Norwegen gesprochen. Er will Putin die von den EuropĂ€ern und Amerikanern erarbeiteten VorschlĂ€ge fĂŒr eine Friedenslösung in dem russischen Angriffskrieg unterbreiten. Konkrete Inhalte waren zunĂ€chst nicht bekannt. Nach dem Treffen mit Putin wird Witkoff erneut in Oslo erwartet, um von Putins Reaktion zu berichten.

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj sagte, dass er mit dem norwegischen Regierungschef Jonas Gahr StĂžre am Morgen in Oslo weitere GesprĂ€che ĂŒber Schritte zu einem Frieden gefĂŒhrt habe. Nun hĂ€nge viel davon ab, ob die US-Seite von Putin etwas Neues höre in Richtung Frieden und nicht zur Fortsetzung des Krieges.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Die Lage hat sich fĂŒr das Land in der kalten Jahreszeit angesichts massiver russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur massiv verschĂ€rft, weil Kiew auch nicht ausreichend Mittel fĂŒr die Flugabwehr hat. Russland hofft darauf, mit einem weiteren Kriegswinter den Widerstand der Ukrainer zu brechen. Selenskyj hatte zuletzt eine Waffenruhe fĂŒr gegenseitige Angriffe auf Energieanlagen befĂŒrwortet. Putin lehnte das bisher ab.

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