QR-Code-Angriffe, Monaten

QR-Code-Angriffe: 76 Prozent der Unternehmen in 12 Monaten kompromittiert

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 20:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kriminelle versenden manipulierte Briefe mit QR-Codes, um an Bankdaten zu gelangen. Behörden melden bundesweit zunehmende Quishing-FÀlle.

Deutsche Bank warnt vor neuer Quishing-Welle mit gefÀlschten QR-Codes
Ein Smartphone scannt einen QR-Code auf einem Briefdokument in einer BĂŒroumgebung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Deutsche Bank hat eine Warnung vor einer neuen Betrugsmasche herausgegeben, bei der Kriminelle gefÀlschte Briefe versenden. Diese Schreiben enthalten QR-Codes, die EmpfÀnger auf manipulierte Webseiten locken sollen.

Ziel dieses sogenannten Quishing-Verfahrens ist es, Zugriff auf persönliche Daten zu erlangen, unautorisierte Zahlungen auszulösen oder IdentitÀtsdiebstahl zu begehen. Betroffene Kunden werden gebeten, sich im Verdachtsfall unter der Rufnummer 0800 8128 128 zu melden.

Zunahme von Quishing-VorfÀllen im Bundesgebiet

Die Betrugsmasche, die eine Kombination aus physischen Postsendungen und digitalem Phishing darstellt, wurde in den vergangenen Tagen vermehrt registriert. So berichtete die Polizei Emden ĂŒber den Fall eines Hausarztes, der ein tĂ€uschend echt wirkendes Schreiben mit dem Logo der Apo-Bank und einem QR-Code erhielt.

Der EmpfĂ€nger erkannte die betrĂŒgerische Absicht und erstattete Anzeige. Die zustĂ€ndigen Behörden weisen in diesem Zusammenhang auf den Cybersicherheitsmonitor 2026 hin, wonach bereits jeder neunte Internetnutzer Opfer von CyberkriminalitĂ€t wurde und rund 27 Prozent der Onliner mindestens einmal im Leben betroffen waren.

Auch in Bielefeld wurde eine entsprechende Warnung ausgesprochen. Dort konnte eine BĂŒrgerin einen bereits eingeleiteten Bezahlvorgang, der durch einen manipulierten QR-Code initiiert worden war, in letzter Sekunde abbrechen. Experten mahnen zur Vorsicht bei unaufgefordert zugesandten QR-Codes, selbst wenn diese in offiziell wirkenden Briefen enthalten sind.

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SicherheitslĂŒcken in Unternehmen und institutionelle Warnungen

Eine im August veröffentlichte Untersuchung der Marktforscher von IRONSCALES und Osterman Research unterstreicht die Problematik fĂŒr die professionelle IT-Infrastruktur. Zwar halten ĂŒber 70 Prozent der befragten 300 IT-FachkrĂ€fte ihren Sicherheitsstack fĂŒr effektiv, dennoch wurden 76 Prozent der Unternehmen innerhalb der letzten 12 Monate kompromittiert.

WĂ€hrend 79 Prozent der Befragten QR-Code-Angriffe dem Namen nach kennen, sind weniger als 6 Prozent in der Lage, diese Angriffe konsistent zu erkennen und zu verhindern. Rund 94 Prozent der Organisationen berichteten von Sicherheitsumgehungen durch derartige Methoden.

ZusĂ€tzlich warnte das FBI Mitte August vor AktivitĂ€ten der nordkoreanischen Hackergruppe Kimsuky (APT43). Diese Gruppe nutzt QR-Codes gezielt fĂŒr Phishing-Kampagnen, um herkömmliche E-Mail-Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. Die Angriffe gelten als resistent gegenĂŒber der Multifaktor-Authentifizierung (MFA). Empfohlen werden verstĂ€rkte Schulungen der Mitarbeiter, die Verifikation von QR-Codes sowie der Einsatz von Mobile Device Management.

Analyse von Angriffsmustern auf Arbeitstools

Aktuelle Daten von Kaspersky belegen das hohe Volumen von Cyberangriffen, die sich als gÀngige GeschÀftsanwendungen tarnen. Innerhalb eines Jahres wurden 4,8 Millionen Angriffsversuche registriert.

Besonders hĂ€ufig wurden dabei Tools wie Zoom (2.658.283 Versuche) und Outlook (1.546.122 Versuche) als Tarnung genutzt, gefolgt von OneDrive, Excel und Microsoft Teams. Zum Einsatz kamen dabei vor allem Downloader (ĂŒber 2,7 Millionen FĂ€lle), Trojaner (fast eine Million FĂ€lle) und Exploits.

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Parallel dazu gibt es Warnungen im Finanzsektor vor gefÀlschten E-Mails im Namen der Sparkasse, die zu einem vermeintlichen Update des pushTAN-Verfahrens auffordern. Als Warnzeichen gelten hier fehlende persönliche Anreden und unseriöse Absenderadressen.

Rechtliche Folgen und Haftungsfragen

Die rechtliche Aufarbeitung solcher BetrugsfĂ€lle zeigt die Risiken fĂŒr Bankkunden auf. Ein Urteil des Landgerichts Halle vom 6. Mai 2025 verdeutlichte die Haftungsverteilung: Eine Bank wurde zwar zur Erstattung von 49.855,25 Euro verurteilt, jedoch haftete der Kunde aufgrund von grober FahrlĂ€ssigkeit bis zu einem Tageslimit von 10.000 Euro selbst, da sensible Daten telefonisch weitergegeben worden waren. Juristen betonen daher regelmĂ€ĂŸig die Bedeutung der Sorgfaltspflicht im Umgang mit Transaktionsnummern und Zugangsdaten.

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