Quo, Nutztierhaltung

Quo vadis Nutztierhaltung / Symposium der Tönnies Forschung

Veröffentlicht am: 14.03.2024 um 10:15 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS

Rheda-WiedenbrĂŒck/Berlin - Wohin entwickelt sich die deutsche Nutztierhaltung? 150 hochkarĂ€tige GĂ€ste aus Wirtschaft, Politik, Handel und Landwirtschaft haben diese Frage auf dem Symposium der Tönnies Forschung in dieser Woche in Berlin eindeutig beantwortet: Tierhaltung ist und bleibt ein essentieller Teil einer kreislauforientierten Landwirtschaft und Fleisch ein wichtiger Baustein fĂŒr eine ausgewogene und gesunde ErnĂ€hrung. Elementar ist eine gemeinsame Marschrichtung aller Beteiligten in der Kette.

Quo vadis Nutztierhaltung / Symposium der Tönnies Forschung - Bild: presseportal.de
Quo vadis Nutztierhaltung / Symposium der Tönnies Forschung - Bild: presseportal.de

Die gemeinnĂŒtzige Tönnies Forschung hatte das Who ist Who des Lebensmitteleinzelhandels, der Wirtschaft, Landwirtschaft und Politik zu ihrem inzwischen sechsten Symposium nach Berlin eingeladen. Im Fokus stand die Transformation der heimischen Landwirtschaft. Einig waren sich am Ende alle Expertinnen und Experten beim Thema Fleisch: Es bleibt ein wichtiger und essentieller Teil einer ausgewogenen ErnĂ€hrung. Sowohl klimatechnisch als auch unter Tierschutzaspekten ist die deutsche Nutztierhaltung weltweit fĂŒhrend. DarĂŒber hinaus arbeitet der Sektor an innovativen Weiterentwicklungen. Ziel ist es, die Nutztierhaltung in Deutschland ökologisch und ökonomisch zukunftsfest auszurichten und aktuellen Herausforderungen anzupassen.

"Wir wollen den sich wandelnden ErnĂ€hrungsformen gerecht werden. Und dazu gehört auch heimisches Fleisch", sagte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen) bei seiner Festrede. Er betonte, es gehe um nicht weniger als um die Tatsache, die ErnĂ€hrung der deutschen Bevölkerung zu sichern. Aber: "Tierhaltung und Fleischkonsum sind ein gefundenes Fressen fĂŒr diejenigen, die bewusst polarisieren wollen." Die gesamte Kette, also Politik, Handel, Wirtschaft und Landwirtschaft, mĂŒssten dieser Polarisierung widerstehen, um stattdessen ernsthaft und faktenbasiert zu einem Konsens zu kommen, der allen helfe.

Clemens Tönnies, GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter der Tönnies-Unternehmensgruppe, machte deutlich, dass keine Zeit mehr bleibe, lange ĂŒber das "Wie" zu diskutieren. Wenn sich die Bundesregierung auf Konzepte beschrĂ€nke, die nicht zeitnah umgesetzt werden könnten, mĂŒssten Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel verstĂ€rkt aktiv werden. Dies geschehe dann im Rahmen der Möglichkeiten des Markts, um die Tierhaltung in Deutschland auf mehr Tierwohl und Umweltschutz ausrichten. "Wir mĂŒssen kreativ denken", sagte er und forderte neue Modelle zur Finanzierung von Investitionen in TierwohlstĂ€lle. Fakt sei: "Junge Landwirte wollen den Weg in eine nachhaltig ausgerichtete Zukunft gehen. Wir mĂŒssen ihnen den Weg ebnen. Landwirte mĂŒssen sich sicher sein, welchen Stall sie bauen sollen", unterstrich er.

Ein SchlĂŒssel fĂŒr die heimischen Erzeuger sei "fĂŒnfmal D", also Geburt, Aufzucht, Mast, Schlachtung und Verarbeitung in Deutschland. Der Handel und die ErnĂ€hrungswirtschaft hĂ€tten sich eindeutig dazu bekannt. FĂŒr den jeweiligen Mehraufwand seien entsprechende AufschlĂ€ge an die Erzeuger zu entrichten. "Und es muss trotzdem fĂŒr den Verbraucher finanzierbar bleiben", so Clemens Tönnies weiter. Wichtig sei es daher, in die Breite zu gehen und die Bereiche Foodservice und FachgeschĂ€fte miteinzubeziehen.

FĂŒr einen Konsens brĂ€uchte es laut Armin Laschet (CDU) ein Aufeinanderzugehen. Hinsichtlich der kĂŒnftigen Nutztierhaltung in Deutschland komme es auf Entgegenkommen und einen Interessenausgleich an. Hier zog der ehemalige NRW-MinisterprĂ€sident Parallelen zum Kohlekompromiss und schilderte im Rahmen der Debatten seine Erfahrungen beim Umbau der Energiewirtschaft in den betroffenen Regionen.

Elementar sei auch bei der Nutztierhaltung ein gesamtgesellschaftlich getragenes Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft. Nur auf einer soliden Basis lasse sich die Frage beantworten, wie die ErnĂ€hrung in Deutschland kĂŒnftig aussehen könnte. Armin Laschet appellierte daher an alle Beteiligten, schnell an einen Tisch zu kommen und die BĂŒrokratie abzubauen. "Der Austausch zwischen Politik, Unternehmen, Handel und Landwirten muss intensiviert werden. Das Konsensprinzip muss auch in der Landwirtschaft gelingen", betonte er. "Die Alternative wĂ€re, den Sektor als nicht systemrelevant zu betrachten und infolgedessen die Nahrungsmittel zu importieren", sagte der langjĂ€hrige Spitzenpolitiker der CDU. Doch das sei weder nachhaltig noch diene es dem Tierschutz, im Gegenteil, es gefĂ€hrde die Versorgungssicherheit.

Clemens Tönnies begrĂŒĂŸte die klaren Aussagen. "Ich bin optimistisch, dass wir hier am Beginn eines neuen Dialogs stehen um endlich eine dauerhafte Lösung hinzubekommen", sagte er.

Pressekontakt:

Kai Lars von Stockum
Tönnies Forschung gGmbH
In der Mark 2
33378 D-Rheda-WiedenbrĂŒck

Tel.: 05242/9615378
E-Mail: kai.von-stockum@toennies.de

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