Rattengift-Sachkundenachweis, Frist

Rattengift-Sachkundenachweis: Frist bis 2030 verlÀngert

22.06.2026 - 12:52:54 | boerse-global.de

Der Bundesrat gewĂ€hrt Anwendern von Rodentiziden drei Jahre mehr Zeit fĂŒr den Sachkundenachweis. Neue EU-Regeln schrĂ€nken Privatpersonen ein.

Bundesrat verlĂ€ngert Frist fĂŒr Rattengift-Sachkunde bis 2030
Rattengift-Sachkundenachweis - Kalenderblatt mit hervorgehobener Jahreszahl 2030 und kleiner Rattensilhouette, symbolisiert die FristverlĂ€ngerung fĂŒr den Sachkundenachweis. 22.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Anwender von Rodentiziden bekommen mehr Zeit fĂŒr die nötigen Qualifikationen. Die ursprĂŒngliche Deadline war fĂŒr den 28. Juli 2027 vorgesehen – jetzt gilt der 28. Juli 2030.

Mehr Zeit – aber keine Gnadenfrist

Die VerlÀngerung betrifft alle, die Rodentizide beruflich einsetzen. Die Pflicht zur Sachkunde bleibt aber bestehen. Martin Claus vom Deutschen SchÀdlingsbekÀmpfer-Verband (DSV) warnt davor, die Schulungen auf die lange Bank zu schieben.

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Einmal erworben, gilt der Nachweis sechs Jahre. Wer jetzt die Qualifikation macht, ist bis 2032 auf der sicheren Seite. Die LehrgÀnge sind kompakt: maximal zwei Tage.

Strengere Regeln fĂŒr Privatanwender

Parallel zur FristverlĂ€ngerung verschĂ€rfen sich die Regeln. Die vorsorgliche Ausbringung von Rattengift ist kĂŒnftig verboten. Das schĂŒtzt die Umwelt und verhindert, dass Gift unkontrolliert in die Nahrungskette gerĂ€t.

Neue EU-Vorschriften schrĂ€nken den Zugang fĂŒr Laien massiv ein. Privatpersonen ohne Sachkundenachweis dĂŒrfen Rodentizide bald nicht mehr kaufen. Die Aufgabe liegt dann ausschließlich bei Profis.

Rattenplage auf Föhr

Die Dringlichkeit zeigt sich auf der Nordseeinsel Föhr. Dort bedroht eine massive Rattenpopulation seltene BodenbrĂŒter wie die Uferschnepfe. Lebendfallen helfen kaum. Landwirte und NaturschĂŒtzer brauchen den gezielten Einsatz von Wirkstoffen durch Fachpersonal.

In Wyk fĂŒhrten Rattennester bereits zu infrastrukturellen SchĂ€den. Absackende Straßenteile sind die Folge.

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Neue Technische Regeln in Sicht

Die Branche steht vor einem Regelwerkswechsel. Die bisherige TRGS 523 wird durch die neue TRGS 541 abgelöst. Die genauen Details sind noch nicht bekannt, aber es geht um modernere Sicherheitsstandards.

Die Forschung arbeitet an neuen AnsĂ€tzen. Sexualpheromone könnten kĂŒnftig die Deutsche Schabe bekĂ€mpfen – gezielter und mit weniger Chemie.

Invasive Arten als zusÀtzliche Herausforderung

Neben Ratten fordern invasive Arten die Branche. In der Westpfalz breitet sich die DrĂŒsenameise Tapinoma magnum aus. UrsprĂŒnglich aus dem Mittelmeerraum, begĂŒnstigt der Klimawandel ihre Verbreitung. Sie unterhöhlt Gehwege und verursacht SchĂ€den.

Auch die Asiatische Hornisse und verlĂ€ngerte Wespen-AktivitĂ€tszeiten erhöhen den Druck. Qualifiziertes Personal durch Sachkundenachweise bleibt daher zentral fĂŒr Umwelt- und Bautenschutz.

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