ROUNDUP, Regierungschefs

Regierungschefs Voigt und Rhein warnen vor Steuererhöhungen

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 06:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die CDU-MinisterprĂ€sidenten von ThĂŒringen und Hessen, Mario Voigt und Boris Rhein, warnen die schwarz-rote Koalition vor zusĂ€tzlichen Steuerbelastungen wie der geplanten Zuckersteuer.

"Ich halte nichts von Steuererhöhungen in diesen Zeiten", sagte Voigt der "Bild" auf eine Frage nach diesem Vorhaben. Dem "Handelsblatt" sagte er, die zentrale Frage der Menschen laute: Können wir uns das Leben noch leisten. "Deshalb sollte es keine zusÀtzlichen steuerlichen Belastungen auf Lebensmittel geben."

"Wer in so einer Zeit die Preise erhöht, wird dafĂŒr einen hohen Preis zahlen", sagte Rhein bei RTL und ntv. "Steuererhöhungen fĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger lehne ich klar ab. Immer mehr Geld vom BĂŒrger fĂŒhrt zu immer weniger Vertrauen in die Politik."

Der hessische Regierungschef trommelt schon seit Wochen gegen die geplante Zuckersteuer, jĂŒngst hatte er auch die PlĂ€ne zur Erhöhung der Tabak-, Schaumwein- und Alkoholsteuern abgelehnt. "Was der Staat an der ZapfsĂ€ule zurĂŒckgibt, darf er sich nicht an anderer Stelle wiederholen", schrieb er vergangene Woche, nachdem die Koalition sich auf den neuen Tankrabatt verstĂ€ndigt hatte.

Eine höhere Tabak-, Alkohol- und Sektsteuer sowie eine neue Zuckersteuer sollen in den kommenden Jahren mehr Geld in die Kassen bringen. Die PlĂ€ne werden auch gesundheitspolitisch begrĂŒndet.

Keine Zweifel an Merz als Kanzler bis 2029 - "wenn wir KursÀnderung hinbekommen"

Voigt dringt nach den jĂŒngsten Wahlniederlagen der CDU generell auf eine KursĂ€nderung in der Bundespolitik. "Wir als MinisterprĂ€sidenten werden klar formulieren, worauf sich die Union im Berliner Regierungshandeln konzentrieren muss", sagte der CDU-Landesparteivorsitzende dem "Handelsblatt". "Wir brauchen einen programmatischen Neuanfang." Das Konzept werde man dann als Union mit der SPD besprechen.

Auf die Frage, ob die schwarz-rote Koalition im Bund bis 2029 mit Friedrich Merz als Kanzler durchhalte, sagte Voigt: "Wenn wir die KursÀnderung hinbekommen, habe ich auch daran keine Zweifel."

Das CDU-PrĂ€sidium kommt am 11. Oktober in Berlin zu einer Klausurtagung zusammen, um ĂŒber die Folgen der Niederlagenserie bei den drei Landtagswahlen im September zu beraten. Merz ist durch die Wahlen massiv unter Druck geraten, die acht CDU-MinisterprĂ€sidenten der LĂ€nder haben ihm aber zunĂ€chst RĂŒckendeckung gegeben. Alle Landesregierungschefs nehmen wegen ihres Amtes an den Beratungen des ParteiprĂ€sidiums teil.

Voigt sagte der "Bild" mit Blick auf Merz: "Ich glaube, dass der Bundeskanzler und Parteivorsitzende ja selber deutlich gemacht hat, dass es fĂŒr ihn auch darum gehen muss, Dinge zu verĂ€ndern, und wir brauchen einen inhaltlich-programmatischen Neuanfang und einen Kurswechsel." Zugleich betonte er, er finde es immer zu einfach, auf einzelne Personen zu zeigen - es sei wichtig, "dass wir gemeinschaftlich darĂŒber reden, was besser gemacht werden kann".

"Wir haben verstanden, ein Weiter-so wird es nicht geben"

Voigt forderte im "Handelsblatt", nach der Serie von Wahlniederlagen mĂŒsse die CDU als Partei der Mitte deutlich machen: "Wir haben verstanden, ein Weiter-so wird es nicht geben." Um die Voraussetzungen fĂŒr Wirtschaftswachstum zu schaffen, seien auch Reformen notwendig. "Unsere Politik darf bei den Menschen aber nicht bei jeder AnkĂŒndigung das GefĂŒhl auslösen, als stehe der nĂ€chste Zahnarztbesuch bevor."

Er bekrĂ€ftigte seine Forderung nach dem Erhalt der abschlagsfreien FrĂŒhrente nach 45 Beitragsjahren. Auch mĂŒssten die Energiekosten sinken. Die zentrale Frage der Menschen laute: "Können wir uns das Leben noch leisten?" Das gelte beim Heizen und Tanken, bei Mieten und beim Einkauf.

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