Regierungspartei erzielt bestes Wahlergebnis in Lettlands Geschichte
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 21:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Mitte-Gruppierung sicherte sich 41 der insgesamt 100 Sitze im Parlament des baltischen EU- und Nato-Landes - und erreichte damit das beste Wahlergebnis einer Partei in Lettland seit der wiedererlangten UnabhÀngigkeit von der Sowjetunion 1991. Dies geht aus den Daten hervor, die die Wahlkommission in Riga nach Abschluss der StimmenauszÀhlung in allen Wahllokalen veröffentlichte.
Kulbergs bedankte sich in einer Videobotschaft auf der Plattform X fĂŒr das groĂe Vertrauen und die UnterstĂŒtzung. Er werde, die ihm ĂŒbertragene Verantwortung mit gröĂtem Ernst und vollem Einsatz wahrnehmen, schrieb er weiter.
Mit klarem Abstand landeten zwei populistische KrĂ€fte bei der von Sorgen ĂŒber die nationale Sicherheit und sozialpolitischen Problemen dominierten Wahl auf den beiden folgenden PlĂ€tzen. ZweistĂ€rkste Kraft wurde die Partei Lettland an erster Stelle (17 Sitze) vor der Partei SouverĂ€ne Macht (15 Sitze). Beide haben besonders bei WĂ€hlerinnen und WĂ€hlern aus der russischstĂ€mmigen Minderheit gepunktet und konnten deutliche Zugewinne erzielen.
Sechs Parteien im Parlament
Von Kulbergs' bisherigen drei Koalitionspartnern schaffen nur zwei den Einzug ins Parlament: die nationalkonservative Nationale Allianz (10 Sitze) und die liberalkonservative Jauna Vienotiba (7 Sitze). Das BĂŒndnis der Bauern und GrĂŒnen scheiterte dagegen knapp an der FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde - anders als die linksgerichteten Progressiven (10 Sitze). Insgesamt werden sechs politische KrĂ€fte im Parlament vertreten sein.
Die Vereinigte Liste kĂŒndigte an, zunĂ€chst mit ihren bisherigen Partnern ĂŒber die Bildung einer Koalition sprechen zu wollen. Alle drei eint das klare Bekenntnis zu EU und Nato sowie zur UnterstĂŒtzung der Ukraine. Zusammen kĂ€men sie auf 58 der 100 Sitze im Parlament. Eine Zusammenarbeit mit den beiden populistischen Parteien schloss Kulbergs aus.
Negativrekord bei Wahlbeteiligung
StaatsprĂ€sident Edgars Rinkevics, der den Auftrag zur Regierungsbildung erteilen muss, will am Montag mit den Vertretern der ins Parlament gewĂ€hlten Parteien zu GesprĂ€chen zusammentreffen. Bei der Wahl in dem an Russland und Belarus grenzenden Ostseeland mit rund 1,9 Millionen Einwohnern waren insgesamt 14 Parteien und WahlbĂŒndnisse angetreten.
Die Wahlbeteiligung lag nach bisherigen Angaben bei 51,8 Prozent - so niedrig wie noch nie zuvor bei den Parlamentswahlen in Lettland. Soziologen erklĂ€ren dies mit mangelndem Vertrauen in die politischen Parteien. Auch hĂ€tten viele womöglich das GefĂŒhl, ohnehin keinen Einfluss auf Entscheidungen nehmen zu können.
