RehaCare 2026: 10 Millionen Betroffene, neue Hilfsmittel im September
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 00:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Fachmesse RehaCare 2026 wurde offiziell für den Zeitraum vom 23. bis zum 26. September in Düsseldorf angekündigt. Wie die Veranstalter mitteilten, liegt ein wesentlicher Schwerpunkt der kommenden Messe auf dem Thema der selbstbestimmten Kontinenz. Geplant sind neben einem dedizierten Marktplatz mehr als 30 Fachvorträge, die sich mit innovativen Versorgungslösungen und gesellschaftlichen Herausforderungen befassen.
Technologische Innovationen bei hoher Betroffenenzahl
Der Fokus auf Kontinenz adressiert ein weitreichendes gesundheitliches Thema: In Deutschland sind Schätzungen zufolge mindestens 10 Mio. Menschen von Inkontinenz betroffen. Auf der Messe werden namhafte Branchenakteure wie Hollister, Uromed, Publicare, Convatec und Coloplast vertreten sein, um aktuelle Hilfsmittel und Dienstleistungen zu präsentieren.
Neben etablierten Herstellern zeigt die Forschung neue Ansätze für den Alltag der Betroffenen. Das Fraunhofer IPA wird im Rahmen der Veranstaltung die Hilfsmittel 2LIP und 4ROSE vorstellen. Diese technologischen Entwicklungen zielen darauf ab, die Selbstständigkeit von Menschen mit körperlichen Einschränkungen im täglichen Leben zu erhöhen.
Gesellschaftliche Hürden und sexualisierte Gewalt
Die RehaCare 2026 stellt erstmals einen Marktplatz für selbstbestimmte Kontinenz vor – mit über 30 Fachvorträgen und neuen Hilfsmitteln wie 2LIP und 4ROSE. Erfahren Sie, welche Lösungen Ihren Alltag erleichtern. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Trotz der hohen Zahl an Betroffenen bleibt das Thema Kontinenz und körperliche Beeinträchtigung oft mit Tabus behaftet. Prof. Urs Schneider verwies in diesem Zusammenhang auf die weiterhin bestehende Schamgrenze in der Gesellschaft. Er betonte zudem eine drastische Problematik im Bereich des Opferschutzes: Laut Daten des Bundeskriminalamts aus dem Jahr 2025 ist sexualisierte Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen doppelt so häufig zu verzeichnen wie im Bevölkerungsdurchschnitt. Über 60 % der Betroffenen gaben zudem an, sich in ihrem Leben sexuell eingeschränkt zu fühlen, was die Relevanz einer ganzheitlichen Rehabilitation unterstreicht.
Impulse für die berufliche Teilhabe und Rehabilitation
Parallel zu den technologischen Aspekten rückt die Integration in den Arbeitsmarkt verstärkt in den Fokus der politischen und unternehmerischen Bemühungen. Sozialministerin Aminata Touré beriet sich Anfang dieser Woche mit Vertretern von TKMS über Maßnahmen zur beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Ein zentraler Aspekt der Gespräche war die Gestaltung des Übergangs von Förderzentren in die betriebliche Ausbildung, um nachhaltige Karrierewege zu ebnen.
Inkontinenz betrifft über 10 Millionen Menschen in Deutschland – doch das Thema bleibt tabu. Nutzen Sie die Chance, sich auf der RehaCare 2026 über neueste Hilfsmittel und Beratungsangebote zu informieren. Ratgeber zu selbstbestimmter Kontinenz sichern
TKMS setzt hierbei bereits auf ein potenzialorientiertes Trainee-on-the-Job-Programm, das darauf ausgerichtet ist, individuelle Stärken zu fördern und Barrieren im Berufsalltag abzubauen. Dieser Bedarf an professioneller Unterstützung spiegelt sich auch in der Personalplanung öffentlicher Stellen wider. Die Bundesagentur für Arbeit hat in den vergangenen Tagen neue Stellen für Rehamanager ausgeschrieben, um die Betreuung und Vermittlung im Bereich der beruflichen Rehabilitation weiter zu intensivieren.
Die Kombination aus technischem Fortschritt bei Hilfsmitteln und einer verstärkten strategischen Ausrichtung auf den Arbeitsmarkt markiert die Kernbotschaft der kommenden RehaCare. Ziel bleibt es, die Autonomie der Betroffenen sowohl im privaten als auch im professionellen Umfeld durch gezielte Angebote und Fachberatung zu stärken.
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