Reiche-Berater, Teurer

Reiche-Berater: Teurer Wohnraum bremst Wirtschaftswachstum

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 10:44 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Mangel an Wohnraum bremst nach EinschÀtzung des wissenschaftlichen Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium das Wachstum in Deutschland.

Das geht aus einem Gutachten von Ökonomen hervor, die das Ressort von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) beraten. "Hohe Wohnkosten belasten die Haushalte und erschweren den Wechsel an einen produktiveren Arbeitsplatz", heißt es darin. "Damit wird Wohnungsknappheit zu einem Hemmnis fĂŒr die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands."

Wenn Menschen einen besser bezahlten Arbeitsplatz nicht annehmen könnten, weil sie vor Ort keine bezahlbare Wohnung fĂ€nden, gingen Chancen fĂŒr die gesamte Volkswirtschaft verloren, sagte Felix Bierbrauer, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats. "Mehr Wohnraum in Wachstumsregionen zu schaffen, ist deshalb eine zentrale Aufgabe der Wirtschaftspolitik."

Teures Wohnen: UmzĂŒge lohnen sich fĂŒr BeschĂ€ftigte nicht

Die Wanderung von Menschen in Deutschland orientiere sich immer weniger an regionalen Lohnvorteilen, heißt es im Gutachten. Zugleich wĂŒrden sich LohnzuwĂ€chse zunehmend in höheren Wohnungspreisen niederschlagen. "Wer fĂŒr einen Job umzieht, hat kaum mehr Geld in der Tasche", sagt Bierbrauer mit Blick auf steigende Neuvertragsmieten. Der Umzug von einer Niedrig- in eine Hochlohnregion verliere damit an AttraktivitĂ€t.

Der Beirat schlĂ€gt unter anderem vor, vor allem die Anreize fĂŒr Kommunen zu erhöhen, mehr Bauland auszuweisen. Bisher gebe es Fehlanreize, weil die Kommunen dabei erhebliche Folgekosten wie zusĂ€tzliche Schulen, Kitas, Sporteinrichtungen und Verkehrsverbindungen trĂŒgen, wĂ€hrend die entstehenden Bodenwertgewinne oft an private EigentĂŒmer gingen. Um das zu Ă€ndern, will der Beirat EigentĂŒmer und Bauherren stĂ€rker an den Kosten beteiligen, in Form einer "erweiterten Infrastrukturkostenumlage" oder einem Planungswertausgleich.

Zudem sollen Ă€ltere BebauungsplĂ€ne pauschal mehr GeschossflĂ€che zulassen. Auch innerhalb bestehender Siedlungen sollten "maßvolle Erweiterungen" leichter möglich werden. "So mĂŒsste zusĂ€tzlicher Wohnraum nicht in jedem Einzelfall neu gegen lokale WiderstĂ€nde durchgesetzt werden." Zudem bringt der Beirat steuerliche Erleichterungen bei beruflich veranlassten UmzĂŒgen ins Spiel.

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