Elektroautos erreichen 17,3 Prozent der EU-Neuzulassungen
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 08:16 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSReine Elektroautos haben 2025 in der Europäischen Union einen neuen Höchststand erreicht. Ihr Anteil an den Pkw-Neuzulassungen lag bei 17,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag unter Berufung auf Ergebnisse der europäischen Statistikbehörde Eurostat mitteilte.
Hybride bleiben stärkste Antriebsart
Weitere 42,4 Prozent der neu zugelassenen Pkw waren Hybridfahrzeuge. Auf reine Benziner entfielen 27,3 Prozent, auf reine Diesel 9,8 Prozent; andere Antriebsarten wie Flüssig- oder Erdgas spielten nur eine untergeordnete Rolle.
Der Anteil reiner Elektroautos ist damit innerhalb von zehn Jahren deutlich gestiegen. 2015 lag er in der EU noch bei 0,4 Prozent.
Deutschland leicht über EU-Durchschnitt
Deutschland kam 2025 auf einen E-Auto-Anteil von 19,1 Prozent und lag damit leicht über dem EU-Schnitt. Deutlich höhere Werte verzeichneten Dänemark mit 67,8 Prozent, die Niederlande mit 40,2 Prozent und Malta mit 37,6 Prozent.
Am niedrigsten war der Anteil in Kroatien mit 1,9 Prozent, der Slowakei mit 4,7 Prozent und Bulgarien mit 4,9 Prozent. Europaweit führend war Norwegen außerhalb der EU: Dort hatten 95,1 Prozent der neu zugelassenen Pkw einen reinen Elektroantrieb.
Deutschland bei absoluten Zahlen vorn
Zu den Gründen für die Unterschiede zählen Investitionen in das Ladenetz sowie die Förderpolitik, etwa steuerliche Vergünstigungen oder reduzierte Maut- und Parkgebühren.
Die Bedeutung Deutschlands zeigt sich bei den absoluten Zulassungszahlen: Rund 545.100 E-Autos wurden dort 2025 neu zugelassen. Damit entfielen 28,9 Prozent der insgesamt 1,89 Millionen Elektroauto-Neuzulassungen in der EU auf Deutschland. Frankreich folgte mit 330.900 neuen E-Autos und einem Anteil von 17,5 Prozent.
Der Anstieg auf 17,3 Prozent zeigt, dass reine Elektroautos im europäischen Neuwagenmarkt vom Nischenprodukt zu einem festen Bestandteil geworden sind. Gegenüber 2015, als ihr Anteil lediglich 0,4 Prozent betrug, hat sich die Bedeutung batterieelektrischer Fahrzeuge deutlich erhöht. Gleichzeitig entfällt mit 42,4 Prozent der größte Anteil weiterhin auf Hybridfahrzeuge, während Benziner und Diesel zusammen noch 37,1 Prozent der Neuzulassungen ausmachen.
Große Unterschiede innerhalb der EU
Die Spannweite zwischen den Mitgliedstaaten ist erheblich. Dänemark erreicht mit 67,8 Prozent einen Anteil, der deutlich über dem EU-Durchschnitt liegt, während Kroatien mit 1,9 Prozent am unteren Ende steht. Deutschland liegt mit 19,1 Prozent nur leicht über dem Mittelwert. Das verdeutlicht, dass der Markthochlauf nicht allein von der allgemeinen Nachfrage nach Elektromobilität abhängt.
Eine zentrale Rolle spielen die Rahmenbedingungen für Käufer und Unternehmen. Unterschiede bei Ladepunkten, steuerlichen Vorteilen, Maut- und Parkgebühren sowie bei nationalen Förderprogrammen beeinflussen die Anschaffungskosten und die Alltagstauglichkeit. Der hohe Wert Norwegens außerhalb der EU zeigt, wie stark eine langfristig konsequente Förderung und eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur den Antriebswechsel beschleunigen können.
Deutschland bleibt wichtiger Absatzmarkt
Für die europäische Industrie bleibt Deutschland trotz des nur leicht überdurchschnittlichen Anteils besonders wichtig. Mit rund 545.100 neu zugelassenen Elektroautos entfielen 28,9 Prozent aller EU-Neuzulassungen auf den deutschen Markt. Veränderungen bei deutschen Förderbedingungen, Modellangeboten und Ladeinfrastruktur können deshalb auch über den nationalen Markt hinaus Auswirkungen auf Hersteller und Zulieferer haben.
