Rente mit 63, ZDF-Politbarometer

Rente mit 63: 74 Prozent gegen geplante Abschaffung

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 07:25 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
74 Prozent der Befragten halten es fĂŒr falsch, die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren abzuschaffen. Die Ablehnung reicht durch die AnhĂ€ngerschaften aller Parteien und setzt die geplante Rentenreform politisch unter Druck.

ParteienanhÀnger lehnen Abschaffung ab

  • Die Forschungsgruppe Wahlen veröffentlichte die Erhebung am Freitag.
  • 74 Prozent halten die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren fĂŒr nicht richtig.
  • Bei den AnhĂ€ngern von Union und SPD liegt die Ablehnung bei 61 beziehungsweise 77 Prozent.
  • AfD- und Linken-AnhĂ€nger lehnen den Schritt mit 89 beziehungsweise 88 Prozent besonders deutlich ab.
Mann sitzt in einem Rollstuhl im Pflegeheim (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Politbarometer misst breite Ablehnung der RentenplÀne

Im aktuellen ZDF-Politbarometer sprechen sich 74 Prozent der Befragten gegen die geplante Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 aus. Nur 21 Prozent halten es fĂŒr richtig, die Möglichkeit eines abschlagsfreien Ruhestands nach 45 Versicherungsjahren zu beenden.

Ablehnung reicht durch alle ParteianhÀngerschaften

Die am Freitag veröffentlichte Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen zeigt eine klare Mehrheit gegen die Abschaffung in den AnhĂ€ngerschaften aller Parteien. Auch unter den AnhĂ€ngern der Regierungsparteien ĂŒberwiegt die Ablehnung deutlich.

Bei den UnionsanhĂ€ngern halten 61 Prozent die Abschaffung fĂŒr nicht richtig, bei den AnhĂ€ngern der SPD sind es 77 Prozent. Am stĂ€rksten fĂ€llt die Ablehnung unter den AnhĂ€ngern der AfD mit 89 Prozent und der Linken mit 88 Prozent aus.

Rentenreform soll weiter beraten werden

Die geplante Abschaffung ist Teil der Debatte ĂŒber eine umfassende Reform der gesetzlichen Rentenversicherung. Eine von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hatte den Schritt zuvor empfohlen.

Nach den bisherigen ReformplĂ€nen soll ein Gesetzentwurf noch 2026 vom Kabinett beraten werden. Der Beschluss im Bundestag ist fĂŒr das erste Quartal 2027 vorgesehen.

Die Umfragewerte zeigen, dass die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren parteiĂŒbergreifend auf breite Zustimmung stĂ¶ĂŸt. Selbst unter den AnhĂ€ngern von Union und SPD, deren Parteien die Bundesregierung tragen, lehnt jeweils eine Mehrheit die geplante Abschaffung ab.

Hinter der Debatte stehen gegensĂ€tzliche Interessen: BefĂŒrworter einer Reform verweisen auf die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung, die Alterung der Bevölkerung und den wachsenden FachkrĂ€ftebedarf. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren wird dagegen vor allem von Menschen genutzt, die frĂŒh ins Berufsleben eingestiegen sind und lange versichert waren.

ReformplÀne unter politischem Druck

Eine von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hatte zuvor die Abschaffung der Regelung empfohlen. Nach den vorliegenden PlÀnen soll die Rentenreform noch 2026 im Kabinett beraten und im ersten Quartal 2027 im Bundestag beschlossen werden. Das Umfragebild erhöht damit den politischen ErklÀrungsdruck auf die Regierungsparteien.

FĂŒr die Betroffenen wĂ€re eine Abschaffung keine einheitliche Verschlechterung, sondern wĂŒrde je nach Alter, Beitragszeit und persönlicher Erwerbsbiografie unterschiedlich wirken. Möglich wĂ€ren lĂ€ngere Erwerbszeiten, AbschlĂ€ge bei einem frĂŒheren Rentenbeginn oder Änderungen bei den Zugangsvoraussetzungen. Die konkreten Folgen hĂ€ngen vom endgĂŒltigen Gesetzentwurf ab.

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